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Home Sonderthemen Sport/Vereinsleben „120 Millionen fiebern mit uns“
15:39 20.06.2018
In bisher 42 Bundesliga-Spielen traf Eintracht Frankfurts Mittelfeldspieler Marco Fabian achtmal. Den Großteil der vergangenen Saison verpasste er aufgrund von Verletzungen.

Von Marco Fabian 

Dass ich im Aufgebot für die WM stehe, ist nach dieser Saison nicht selbstverständlich. Ich habe mich Anfang August vergangenen Jahres operieren lassen, weil es nicht mehr anders ging. Die Schmerzen im Rückenbereich waren so schlimm. Die Reha war anstrengend, aber es ist täglich besser geworden. Ich hatte beim Confederations Cup im Halbfinale gegen Deutschland (1:4) unser Tor erzielen können, doch als ich nach dem Sommerurlaub zurückkam und im Trainingslager mit der Mannschaft arbeiten wollte, hatte ich Probleme im linken Knie. Ich musste erneut operiert werden.

Die WM war mein grosses Ziel


So war diese Leidenszeit die schlimmste meiner Karriere, und es gab Momente, in denen ich traurig war. Hart, aber lehrreich: Ich habe im Winter 2016, als mich die Eintracht verpflichtet hat, gesagt, dass ich mich hier durchsetzen möchte. Insgesamt bin ich durch die Bundesliga auf ein besseres Level gekommen, denn sie ist eine der wichtigsten Ligen der Welt.

Die WM in Russland war in den vergangenen Monaten immer ein großes Ziel für mich, es hat mich angespornt. Natürlich lief die Saison wegen der langen Verletzungspause nicht so gut. Ich bin sehr froh, dass mich der Nationaltrainer Carlos Osorio zusammen mit meinem Frankfurter Mannschaftskameraden Carlos Salcedo berufen hat. Ich freue mich, wenn ich auf den Platz zurückkehren kann.

Unser Nationaltrainer sieht, dass ich viel trainiert und erste Einsätze bekommen habe. Ich sehe in dieser WM eine große Chance, und es freut mich, dass das Turnier gegen den Weltmeister beginnt: Die erste Partie gegen Deutschland ist etwas Besonderes für mich, weil es ein Land ist, das mir die Türen geöffnet hat. Ich habe hier jetzt schon zweieinhalb Jahre gelebt. Hinzu kommt, dass wir aus dem Confed Cup etwas gutzumachen haben. Und was gäbe es Besseres, als diese Chance bei der nächsten Weltmeisterschaft zu bekommen. Unser Ziel wird sein, gleich ein gutes Spiel zu machen.

Wir respektieren die deutsche Mannschaft, weil wir wissen, dass sie ein großer Favorit für die Weltmeisterschaft ist. Sie sind ein Team, das große Dinge in der Welt gezeigt hat. Aber der Respekt geht auf dem Feld verloren, weil wir gegen Deutschland auf Augenhöhe spielen können. Wir müssen daran denken, dass wir unser bestes Spiel machen und dass Mexiko gegen große Mannschaften immer besondere Leistungen bringt und besonders motiviert ist.

Warum nicht bis ins Halbfinale?

Was unseren Spielstil angeht: Wir mexikanischen Spieler achten vielleicht mehr darauf, gut mit dem Ball umzugehen, während der deutsche Fußball intensiver ist. In der Bundesliga wird mehr gelaufen, es geht körperlicher zu. Wir dürfen uns in Russland aber nicht nur auf den Rivalen konzentrieren, sondern auf uns selbst. Unser Trainer sagt, dass der mexikanische Fußball mutig ist, technisch stark und wir uns alle eine Möglichkeit erarbeiten wollen, vielleicht bis ins Halbfinale zu kommen. Damit hat er recht.

Vorher müssen wir die Gruppe überstehen, in der Deutschland Favorit ist. Auch Schweden und Südkorea sind stark. Schweden hat sehr gute Spieler wie Emil Forsberg, den ich gut kenne, weil er für RB Leipzig spielt und Italien rausgeworfen hat. Südkorea ist ein sehr schnelles Team, gegen das man sehr konzentriert spielen muss.

Bei einer WM gibt es keinen einfachen Rivalen. Wir müssen schlau sein und alles geben. Denn unser Land ist fußballverrückt. Mehr als 120 Millionen Menschen drücken uns die Daumen und fiebern mit uns.

   

Marco Fabian (28) spielt seit Januar 2016 für Eintracht Frankfurt. In der vergangenen Saison gewann er den DFB-Pokal. Sein Debüt für Mexiko gab Fabian Anfang 2012.

  

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