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Home Sonderthemen Rund ums Auto Einen Gang runter schalten
11:40 09.10.2016
Laub kann zur rutschigen Angelegenheit werden. djd/HDI

Es rutscht, es schüttet, es stürmt, es dunkelt. Kurzum: Es wird ungemütlich. Der Herbst hat seine eigenen Tücken. Nach den heißen Sommertagen hält er Autofahrer mit allerlei Wetterkapriolen auf Trab. Experten raten Autofahrern in der dunklen Jahreszeit zu einem Fahrzeugcheck in der Werkstatt. Und empfehlen, beim Fahren in allem einen Gang runterzuschalten – weniger Tempo, größerer Sicherheitsabstand, bremsbereites, vorausschauendes Agieren. Auf folgende Situationen sollten Fahrer und Fahrzeug eingestellt sein.

Nebel und tief stehende Sonne

Wie sie sehen, sehen sie nichts. Überlandfahrer kennen die Crux, wenn sie früh am Morgen oder in den Abendstunden unverhofft in eine Nebelbank tauchen. Sinkt die Sicht auf weniger als 50 Meter, sollte die Nebelschlusslampe leuchten und die Tachonadel nur maximal diesen Tempowert anzeigen. Orientierung auf der Autobahn gibt der Abstand zwischen zwei Leitpfosten, nicht der zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Sehen und gesehen werden heißt es aber auch bei Tag und tief stehender Sonne. Tagfahrlicht oder Abblendscheinwerfer erhöhen die Erkennbarkeit, saubere Gläser und korrekt eingestellte Scheinwerfer sowieso. Gute Gelegenheit, im Oktober zum jährlichen kostenlosen Licht-Test in die Werkstatt zu fahren. Zum Herbst- Pflegeprogramm gehört auch die regelmäßige Autowäsche.

Laub und Erntefahrzeuge

Eine unheilvolle Liason: Laub, Schmutz von Erntefahrzeugen und Regen. Wer sie nicht richtig und rechtzeitig einschätzt, rutscht vor allem in Kurven und Wäldern, wo der Asphalt länger nass bleibt, schnell mal von der Fahrbahn. In jedem Fall verlängert sich der Bremsweg. Da hilft nur eins: runter vom Gas. Blätter schaden auch, wenn sie in der Fahrzeuglüftung stecken, dort verfaulen und die Abflusslöcher verstopfen. Riecht es im Innenraum modrig, wird es Zeit, zwischen Windschutzscheibe und Motorhaube aufzuräumen.

Regen und Überschwemmung

Neben eingeschränkter Sicht droht Aquaplaning. Autos verlieren schon ab Tempo 60 Boden unter den Reifen. Besitzer von Fahrzeugen ohne ESP nehmen den Fuß vom Gas, kuppeln aus und halten das Lenkrad gerade, bis die Reifen wieder „Fuß“ fassen. Keinesfalls eine Vollbremsung starten. Unterführungen laufen bei starkem Regen besonders schnell voll. Wer kann, meidet oder passiert sie im Schritttempo.

Herbststürme

Sie drücken Fahrzeuge von der Straße oder auf die Gegenfahrbahn, wedeln Äste auf die Fahrbahn oder knicken ganze Bäume um. Schutz vor der Naturgewalt bieten die langsame Tour und das Parken möglichst nicht unter Bäumen. Schäden zahlt die Teil- oder Vollkaskoversicherung. Allerdings wird eine vereinbarte Selbstbeteiligung fällig, und in der Vollkasko erfolgt im nächsten Beitragsjahr eine Rückstufung im Schadenfreiheitsrabatt.


Inspektion ist Werterhalt

Top-Service in Vertragswerkstätten und Kfz-Meisterbetrieben

Durch die regelmäßige Wartung kann die Sicherheit für den Autofahrer erhöht werden. ProMotor
Durch die regelmäßige Wartung kann die Sicherheit für den Autofahrer erhöht werden. ProMotor

Geiz liegt im Trend. Doch sparen an der falschen Stelle zahlt sich unter Umständen nicht aus. Darauf weisen die Meisterbetriebe der Kfz-Innungen hin. Wer sein Auto selten in die Inspektion bringt, riskiert später höhere Reparaturkosten.

Den Fachleuten fallen regelmäßig auch kleine Defekte auf, die dann – bevor sie zum großen Schaden werden – günstiger behoben werden können. Außerdem könne durch regelmäßige Wartung die Sicherheit erhöht werden. Defekte Bremsen oder Lenkung gefährden Fahrer, Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Auch beim Verkauf zahlt sich ein gepflegter Wagen schnell aus. Ein scheckheftgeprüftes Fahrzeug erzielt im Schnitt einen höheren Preis, so die Experten.

Und gerade zum Herbst lohnt es sich, das Auto winterfest zu machen: Die Vertragswerkstätten und Kfz-Meisterbetriebe bieten nicht nur jede Menge preisgünstige Inspektions-Angebote, sondern darüber hinaus auch den kostenlosen Licht-Test, bei dem Fahrzeuge nicht nur auf Herz und Nieren geprüft werden, sondern kleine Mängel an der Fahrzeugbeleuchtung sofort und kostenfrei behoben werden.

Übrigens: Wie der jetzt veröffentlichte „Kundenmonitor Deutschland 2016“ ergab, bewerten die deutschen Autofahrer ihre Kfz-Werkstätten mit der Note Eins. Darin zeigten sich Autokunden mit der Leistung der Kfz-Betriebe „vollkommen zufrieden“. Die 38.400 Kfz-Betriebe wickelten im Jahr 2015 insgesamt 70,6 Millionen Werkstattaufträge ab. Das waren durchschnittlich rund 1.670 Aufträge pro Betrieb. „Wenn eine Branche sich auf diesem hohen Niveau stabil zeigt, spricht das für die Top-Qualität der Arbeit, hohe Zuverlässigkeit und ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und Werkstätten“, kommentierte Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk das Ergebnis.


Das ABC zum Reifenwechsel

Hilfreiche Antworten auf alle Fragen rund um das Thema Winterreifen

Die Reifenprofis in den Vertragswerkstätten kennen sich mit der Thematik Reifenwechselam besten aus. ProMotor
Die Reifenprofis in den Vertragswerkstätten kennen sich mit der Thematik Reifenwechselam besten aus. ProMotor


Eigentlich eine runde Sache: Jährlich im Oktober erfolgt der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen. Doch wann ist ein Reifen alt? Und wer gibt Hilfe beim Kauf neuer Pneus? Fragen, die vor dem Winter geklärt werden sollten. Immerhin rangieren Reifenschäden regelmäßig weit oben bei den ADAC-Pannenstatistiken, gleichauf mit Defekten am Motor. Das Reifen-ABC klärt Fragen von A wie Alter bis Z wie Zwischenlagern.

Alter: Reifen, die schon zehn Jahre rollen, fangen an auszuhärten und werden gegen neue ausgetauscht. Auskunft über das Herstellungsdatum gibt die DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Beispiel: 0409 = 4. Kalenderwoche 2009.

Auswuchten: Profis wuchten Reifen vor der Montage aus. Damit laufen sie wieder rund und werden gleichmäßig abgefahren. Anderenfalls drohen Beulen und Wellen im Profil, gefährliche Ausweichmanöver können tödlich enden.

Ersatzrad: Das fünfte Rad am Wagen braucht spätestens während des Wechsels und vor der großen Winterreise volle Aufmerksamkeit: Wie alt ist es? Stimmt der Luftdruck (ein Bar über der normalen Angabe ist perfekt)? Schließlich soll es das Auto im Notfall sicher in die Werkstatt bringen.

EU-Reifenlabel: Das Öko-Etikett gibt Kaufhilfe, welche Modelle spritsparend und leise rollen sowie im Regen gute Bremswerte zeigen. Reifen sind damit besser vergleichbar.

Europa: Jedes Land schreibt Regeln zum Thema Winterreifen vor, allerdings fast jedes unterschiedliche: generell, situativ, zeitlich begrenzt oder mit Verkehrszeichen angeordnet. Vor der Tour sollten sich Reisende genau informieren.

Fülldruck: Mit dem korrekten Luftdruck fährt es sich sicherer, länger und kostengünstiger. Die Angaben stehen in der Bedienungsanleitung, auf dem Tankdeckel oder an der Fahrertür. Geprüft wird regelmäßig nach zwei Wochen immer am kalten Reifen. Gut, wer sich auf das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verlassen kann. Auf Reisen verträgt der Lastesel übrigens 0,3 Bar mehr gegenüber der Herstellervorgabe.

Größe: Die passenden Reifengrößen sind im alten Fahrzeugschein oder in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil 1 gelistet. Beim Reifenkauf hilft der Fachhandel nicht nur bei der richtigen Wahl, sondern ordert gleich auch die für das Fahrzeug passende Dimension.

M+S-Reifen: Die Bezeichnung steht auf Winter- und Ganzjahresreifen und bedeutet Matsch + Schnee. Sie dürfen demzufolge auch im Winter gefahren werden. Werkstätten und Reifenhändler raten jedoch zu denen mit dem Schneeflockensymbol. Sie sind speziell für den Kälteeinsatz konzipiert.

Profil: Obwohl gesetzlich ein Mindestprofil von 1,6 Millimeter vorgeschrieben ist, empfehlen Experten für die Winterware mindestens vier Millimeter. Gemessen wird an der abgefahrensten Stelle.

RDKS: Für die Montage und Demontage von Pneus mit Reifendruck-Kontrollsystemen (RDKS) sind Spezialwissen und -werkzeug gefragt. Diese Arbeiten gehören in Profi-Hand. RDKS-Reifen sind seit November 2014 in allen neu zugelassenen Fahrzeugen Pflicht.

Wechsel: Der Gesetzgeber schreibt kein konkretes Datum vor, wohl aber eine der Witterung angepasste Bereifung. Allgemein gilt die Regel: Winterreifen werden von Oktober bis Ostern gefahren. Die Kfz-Meisterbetriebe empfehlen die Umrüstung, wenn die Temperaturen dauerhaft unter sieben Grad Celsius rutschen.

Winterreifenpflicht: In Deutschland müssen Fahrzeuge bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit Winterreifen fahren. Wer die situative Winterreifen-Pflicht missachtet, muss mit mindestens 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Zwischenlagern: Nach der gründlichen Säuberung, Prüfung und Positionsmarkierung mit Kreide oder Wachsstift verschwinden die Sommerreifen fernab von Lö- sungsmitteln im trockenen, dunklen, staubarmen Winterquartier. Dort lagern Reifen ohne Felgen stehend, Kompletträder liegend übereinander oder auf Felgenbäumen. Weil die Pneus auch in der Ruhephase Luft verlieren, vertragen sie jetzt 0,5 Bar mehr Fülldruck. Beste Lagerbedingungen inklusive Reifencheck und Rä- derwäsche bieten Werkstätten, Autohäuser und Reifenhandel.

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