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Wolfsburg
16:08 01.02.2021
Sowohl am privaten als auch im öffentlichen Ladenetz tanken die E-Autos blitzschnell ihre erforderliche Energie. Foto: pxhere.com

Ein Blick auf die Straßen macht es deutlich: Die Elektromobilität wird immer beliebter und die Zahl entsprechender Fahrzeuge steigt. Bis 2025 beziehungsweise 2030 sollen laut Niedersächsischem Ministerium für Arbeit, Verkehr und Digitalisierung bis zu 14,8 Millionen batterieelektrische E-Fahrzeuge und PlugIn-Hybride auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Und so arbeiten die Hersteller mit Hochdruck daran, immer mehr Modelle für die unterschiedlichsten Ansprüche zu entwickeln. Zudem wird die Reichweite der Fahrzeuge größer und auch die Ladeinfrastruktur immer weiter ausgebaut, sodass kein E-Autofahrer mehr Bedenken haben muss, ob er ungehindert ans gewünschte Ziel gelangt.

Wolfsburg ist Vorreiter

Und der Einsatz aller Beteiligten zeigt Erfolg, wie auch in und rund um Wolfsburg deutlich wird: Die Stadt nimmt bundesweit eine Vorreiterrolle ein, denn die öffentliche Ladeinfrastruktur wächst in einem rasanten Tempo. So wurde nach Schnellladeparks an der E-Mobility-Station an der Braunschweiger Straße und auf dem Forum Auto-Vision der Wolfsburg AG jüngst im Stadtteil Detmeroder der dritte Standort in Betrieb genommen. Die Fertigstellung des vierten stationären Schnellladeparks im Allerpark ist für März 2021 geplant.

Vier Schnellladeparks

In Detmerode stehen vier Ladesäulen mit sogenanntem High Power Charging (HPC) bereit, sodass Autofahrer ihren Wagen mit einer Leistung von bis zu 350 kW binnen kürzester Zeit laden können.

Der nächste Schnellladepark mit sechs Säulen im Allerpark entsteht nordwestlich des Kreisverkehrs an der Zufahrt zum BadeLand. „Durch die Nähe zur B188, zu den nördlichen Stadtteilen sowie zur Innenstadt bietet der Standort für viele Nutzer eine gute Option zum Laden ihres E-Autos“, heißt es seitens der Initiative #WolfsburgDigital, unter deren Dach der Ausbau der Schnellladeinfrastruktur in Wolfsburg erfolgt. So sollen Voraussetzungen für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft geschaffen werden. „Wir zeigen damit, dass der Schulterschluss von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft enormes Potenzial hat und unsere Stadt eine Vorreiterrolle im Bereich der digitalen Transformation wahrnehmen kann und muss“, sagte Dennis Weilmann, Sprecher des Kernteams von #WolfsburgDigital und des Vorstands der Wolfsburg AG, anlässlich der Inbetriebnahme des AutoVisions-Schnellladeparks Ende des vergangenen Jahres.

Im Wolfsburger Neubaugebiet „Steimker Gärten“ sind die Wallboxen in die Tiefgaragen integriert. Foto: WAZ-Archiv/Matthias Leitzke
Im Wolfsburger Neubaugebiet „Steimker Gärten“ sind die Wallboxen in die Tiefgaragen integriert. Foto: WAZ-Archiv/Matthias Leitzke

„Die Standorte der Ladeparks im Wolfsburger Stadtgebiet wurden in Abstimmung mit der Stadtverwaltung sorgfältig ausgewählt. Beim Detmeroder Markt war neben der guten Erreichbarkeit durch die nahegelegene Braunschweiger Straße mit der A39 vor allem das während des Ladevorgangs nutzbare Angebot an Einzelhandel oder Arztpraxen ausschlaggebend“, betonte Thomas Krause, Vorstand der Wolfsburg AG zur Eröffnung.

Vorsicht Brandgefahr

Wobei die Ladevorgänge für E-Autos nicht nur an öffentlichen Stationen möglich sind, sondern auch in den eigenen vier Wänden – zum Beispiel in der Garage oder unter dem Carport von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Allerdings warnen Experten im privaten Bereich davor, Elektroautos regelmäßig über die herkömmliche Haushaltssteckdose aufzuladen. Grund: Die Leitungen seien nicht für langes Laden unter hoher Last ausgelegt.

„Deshalb besteht das Risiko, dass das Stromkabel, der Stecker oder die Steckdose überhitzen“, heißt es beispielsweise beim ADAC. „Im schlimmsten Fall kann es zum Verschmoren oder sogar einem Kabelbrand kommen.“ Nur wenn die Leitung fachgerecht installiert worden sei und nachweislich den Anforderungen der Elektromobilität entspreche, könne an einer Haushaltssteckdose mit reduziertem Strom geladen werden.

Wallboxen bieten Komfort

Maximale Sicherheit bieten hingegen sogenannte Wallboxen, also spezielle Wandladestationen für E-Autos. Laut ADAC müssen sie über geeignete Schutzeinrichtungen gegen Gleich- und Wechselstromfehler verfügen, die verhindern, dass die Nutzer einen Stromschlag bekommen, etwa wenn eine Leitung defekt oder ein Kontakt feucht geworden ist. Neben der Sicherheit haben Wallboxen den Vorteil, dass sie durch ein fest installiertes Ladekabel maximalen Bedienungskomfort bieten und durch wesentlich höhere Ladeleistungen begeistern: „Statt 2,3 kW – wie bei der herkömmlichen Haushaltssteckdose – sind es bei den Wallboxen 22 kW“, verdeutlicht Burghard Selent, Obermeister der Wolfsburger Innung für Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau. Damit lässt sich die Ladezeit erheblich verkürzen.

Die Installation muss aber in jedem Fall ein Fachbetrieb übernehmen. Denn der Elektroinstallateur haftet dann für den fachgerechten Einbau und übernimmt in der Regel auch die Anmeldung der Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber, sodass sich der Nutzer um nichts weiter kümmern muss. sta