Menü
Anmelden
Wetter wolkig
2°/0°wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus WolfsburgWolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg

Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Isenbütteler Fotograf Bernd Wewior: Licht trifft Leidenschaft
01:05 12.11.2020
© BGW-photo

Wasserschloss, Tiger & Turtle, Sunrise, Lightshow, Sonnenbaum, Hürdenlauf, into the light – titeln seine Bilder. Bernd Wewior ist Fotograf aus Leidenschaft . Menschen, Natur, Technik – der Isenbütteler fängt mit seiner Kamera alles ein, was ihm Spaß macht. „Ich fotografiere – stimmungsabhängig – Dinge, die Emotionen in mir auslösen“, erzählt der Rentner.

Bernd Wewior liebt es, in der Natur unterwegs zu sein. © Dirk Gildemann
Bernd Wewior liebt es, in der Natur unterwegs zu sein. © Dirk Gildemann

Aber was sind eigentlich die „Zutaten“ für herausragende Bilder? Bernd Wewior weiß, dass eine teure Kamera noch lange keinen guten Fotografen hervorbringt. Und auch das technische Know-how oder unterschiedliche, lichtstarke Objektive reichen nicht aus. „Wer gute Fotos machen möchte, muss in der Lage sein, das Besondere im Alltäglichen zu sehen“, erklärt der Hobbyfotograf. Und oft brauche es das gewisse Quäntchen Geduld, bis das Sonnenlicht im richtigen Einfallswinkel zum Objekt steht oder die Wolke am Himmel sich wie ein Weichzeichner über ein Motiv legt.

Manchmal steht der Ruheständler frühmorgens auf, packt seinen großen Fotorucksack, geht um 3.00 Uhr aus dem Haus und fährt in den Harz, um den Sonnenaufgang an der Teufelsmauer bei Weddersleben einzufangen. Oder kurz vor Sonnenaufgang Nebelschwaden am Elbe-Seitenkanal aufsteigen zu sehen. Ehefrau Ines leistet ihm bei den Fototouren oft Gesellschaft . „Sie hat einen tollen Blick“, erkennt er neidlos an. Und die Geduld zahlt sich aus: Das Schilfgras im Wasser wird durch die besondere Lichtstimmung fast zum grafischen Fisch, der Nadelbaum im Großen Moor gleicht einer Aufnahme aus der südafrikanischen Steppe, dem Eingangsportal eines alten Hauses wird durch das durchs Fenster einfallende Licht etwas mystisch Zauberhaft es eingehaucht. „Für eine Aufnahme an der Sülfelder Schleuse habe ich sechs Anläufe gebraucht für das perfekte Foto“, erzählt Wewior. „Eines Nachts um 0.30 Uhr war es schließlich so weit, es war kein Wind, klare Sicht, außerdem fuhren keine Lkw über die Brücke oder Schiffe auf dem Wasser, sodass ich optimale Bedingungen hatte, um die Spiegelungen der Laternen am Ufer im Wasser abzubilden.“

Bernd Wewior ist Autodidakt. Seine ersten Fotografien fertigte der Hobbyfotograf als 16-Jähriger mit Vaters Agfabox an. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien hat er im heimischen Kellerlabor selbst entwickelt. Ein erster Meilenstein war ein Powerwinder für seine Canon-A1-Kamera. „Das ermöglichte mir Highspeed-Aufnahmen mit bis zu neun Aufnahmen pro Sekunde.“ Erst im Jahr 2005 konnte sich Wewior mit der Digitalfotografie anfreunden. „Während unserer Südafrika-Reise habe ich Feuer gefangen für die digitale Fotografie, ich empfand es als großen Vorteil, keine Filmrollen mehr wechseln zu müssen, sondern meine unzähligen Fotos abends einfach von meiner 2-GB-Speicherkarte auf den Laptop zu ziehen.“ Inzwischen ist der Hobbyfotograf hervorragend ausgestattet mit zwei hochmodernen Vollformat-Spiegelreflexkameras.


„Wer gute Fotos machen möchte, muss in der Lage sein, das Besondere im alltäglichen zu sehen“

Bernd Wewior


Auch wenn es zahlreiche seiner Fotografien auf die Titelseite der fotocommunity. de geschafft haben, er schon die eine oder andere Einzelausstellung bestückt hat und immer auch mal wieder ein Bild verkauft, liegt es ihm fern, Geld mit seiner Fotografie zu verdienen. „Ich bin aus Leidenschaft dabei“, gibt er sich bescheiden. Vielmehr liege es ihm am Herzen, sein Wissen und seine Erfahrungen an Gleichgesinnte weiterzugeben. Deshalb bietet er im Rahmen des Kursangebotes an der KVHS geführte Fotowalks an. Zudem verkauft der Isenbütteler seit nunmehr elf Jahren seinen Fotokalender für den guten Zweck: Den kompletten Erlös aus den verkauften Exemplaren spendet er zu 100 Prozent an die Kindertagesstätte Wendehof Isenbüttel und an die Michaelis Kita Fallersleben. Mehrere Tausend Euro sind dadurch schon zusammengekommen. Und Bernd Wewior macht weiter: Noch im November soll der Kalender für das Jahr 2021 an den Start gehen, der unter dem Motto „Spiegelungen & Reflexionen“ steht. Man darf also gespannt sein auf zwölf neue spektakuläre Motive. nip
  

2
/
8