Menü
Anmelden
Wetter bedeckt
12°/3°bedeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus WolfsburgWolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg

Wolfsburg
15:29 15.09.2021
Bildrechte Nutzung RKW-Magazin Ausgabe 02/2019

Derzeit schreiben die Verantwortlichen an einem neuen Kapitel für die Gifhorner Fußgängerzone. Es geht um die Zukunft der Aufenthaltsqualität in unserer Stadt. „Wir haben glücklicherweise eine ansprechende Fußgängerzone. Sie lebt beispielsweise vom Wochenmarkt, von einem attraktiven Einzelhandel, interessanter Gastronomie und einem breiten Dienstleistungsspektrum“, sagt Martin Ohlendorf, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing Gifhorn GmbH (WiSta).

Damit dies so bleibt, kommt nun ein fünftes Standbein für die Fußgängerzone dazu: der Bereich gemeinsames Arbeiten. Am südlichen Ende, genauer gesagt im Obergeschoss des Hauses Schillerplatz 11, soll sich ein Coworking Space etablieren. In ehemaligen Büroräumen der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg werden Menschen verschiedener Professionen gemeinsam unter einem Dach arbeiten. Der fach- und gewerkübergreifende Austausch verspricht neue Erkenntnisse und bringt eine Erweiterung der Möglichkeiten mit sich. „Das Zusammenwirken unterschiedlicher Kompetenzen und Charaktere entspricht dem heutigen Zeitgeist. Man kann es auch als Lebensphilosophie sehen“, so Ohlendorf.

Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG

Geld für „Zukunftsräume“

Das Gifhorner Projekt trägt den Arbeitstitel „Zukunftsräume“ und genießt einen beachtlichen Vertrauensvorschuss. Birgit Honé, niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, ist überzeugt vom Gifhorner Konzept. Sie hat eine Förderung in Höhe von 162.000 Euro dazu bewilligt. Auch die Stadt Gifhorn verspricht sich Vorteile von „Zukunftsräumen“, sie hat 108.000 Euro bereitgestellt. So können die „Zukunftsräume“ in den kommenden drei Jahren über insgesamt 270.000 Euro verfügen.

Die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg engagiert sich als Partner des entstehenden Coworking Space und stellt die 182 Quadratmeter große Büroetage mietfrei zur Verfügung. In Celle hat die Sparkasse mit Erfolg ein ähnliches Projekt realisiert.

Die „Zukunftsräume“ bieten Arbeitsplätze für kreative und innovative Menschen, Beschäftigte der Digitalwirtschaft sowie in nachhaltigen Bereichen. Nach den Vorstellungen von Ohlendorf könnte sich das Coworking-Projekt auch für Handwerker und den Bereich Gesundheit öffnen. „Bereits jetzt haben wir Nachfrage aus dem Handwerk“, sagt er.

City Gemainschaft Gifhorn

Flexibles Angebot

Geht es nach dem Willen der Beteiligten, sollen sich die „Zukunftsräume“ zu einem wirtschaftlichen und kreativen Leuchtturm entwickeln. Man wünscht sich auch Existenzgründer, die mit zunehmendem Erfolg aus den Räumen hinauswachsen und sich in der Innenstadt niederlassen. Dies könnte zu einer Bereicherung und Erweiterung des Angebots führen. „Das CoworkingProjekt kann das Image des Standorts Gifhorn in der Gründerszene verbessern“, so Martin Ohlendorf. Die Räume des Coworking Space sollen an sieben Tagen pro Woche jeweils rund um die Uhr nutzbar sein.


„Die Räume sollen einen ganz individuellen Touch bekommen. Hier können regionale Handwerker ihre Handschrift hinterlassen.“

Martin Ohlendorf


Das Angebot des Coworking Space umfasst vier Bereiche:

• Vermietung eines technisch bestens ausgestatteten Besprechungsraums – beispielsweise für Meetings oder ortsnahe Kundengespräche;
• Bereitstellung von drei bis fünf flexibel buchbaren Arbeitsplätzen, bestehend aus jeweils einem Schreibtisch, Internet und einem abschließbaren Fach;
• Längerfristige Vermietung von drei Büros zur Einzel- oder Doppelnutzung, beispielsweise als Firmensitz;
• Platz für Netzwerktreffen und Veranstaltungen.

Arbeiten in Wohnortnähe

Zielgruppe sind Freiberufler, Gründer, Menschen, die im Homeoffice tätig sind, Unternehmen, Vereine und Privatpersonen, die vielleicht konzentriert an ihrer Steuererklärung arbeiten möchten. „Bisher gab es wenige Möglichkeiten für Menschen mit Familie, außerhalb der eigenen vier Wände in Ruhe zu arbeiten und andere Leute zu treffen. Ich spreche hier von Arbeit unter professionellen Bedingungen und in Wohnortnähe“, betont Martin Ohlendorf. Er sieht im Coworking Space einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine gute Alternative zum Homeoffice. „Es gibt aber durchaus auch Unternehmen, die das Projekt interessant finden, beispielsweise als Ort für Meetings außerhalb der Betriebsräume.“ Ein Community Manager soll die Entwicklung des Projekts vorantreiben. Doch auch die Menschen, die sich engagieren und das Angebot des Coworking Space nutzen – also die sogenannte Community – werden ein Mitspracherecht bekommen. Dies gilt vor allem für die Ausgestaltung der Räume und Arbeitsplätze. „Die Räume sollen einen ganz individuellen Touch bekommen. Hier können regionale Handwerker ihre Handschrift hinterlassen“, verspricht Ohlendorf. Er stellt sich einen angenehmen Ort vor, an dem die Menschen gerne in netter Gesellschaft arbeiten. „Wenn die Leute hier in der Innenstadt den Tag verbringen, wird die Fußgängerzone zum Wohnzimmer“, so der Wirtschaftsförderer. (bea)

1
/
17