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Home Sonderthemen Sport/Vereinsleben Die besten 10 Spiele aus 20 Jahren
08:56 14.08.2019

Der VfL Wolfsburg ist zurück in Europa – und das passend zum Jubiläum. Vor 20 Jahren gab‘s für die Wolfsburger erstmals Pflichtspiele im Ausland. Wir haben eine Rangliste mit den 10 grössten VfL-Partien aus Champions League, Europa League und UEFA-Cup erstellt.


PLATZ 1
PLATZ 1

Dass Cristiano Ronaldo im Rückspiel den VfL quasi ganz allein aus dem Wettbewerb schoss und köpfte, schmälert vielleicht den Wert dieses Spiels ein wenig – aber nur, wenn man die Sache rein vom Ergebnis her betrachtet. Denn der 2:0-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel gegen die beste Mannschaft der Welt bleibt ähnlich wie das 5:4 gegen Mainz 1997 oder der Sieg im Pokalfinale 2015 ein herausragender Teil der Wolfsburger Fußball-Geschichte, daran ändert auch das 0:3 zwei Wochen später in Madrid nichts. Wolfsburger Hinspiel-Helden waren Ricardo Rodriguez (der den Elfmeter zum 1:0 gewohnt cool verwandelte), Maximilian Arnold (der das 2:0 erzielte) und Dieter Hecking, der seinen ebenso berühmten wie unerfahrenen Kollegen Zinedine Zidane schlicht ausgecoacht hatte – unter anderem mit der überraschenden Aufstellung von Rechtsaußen Bruno Henrique, der das 2:0 auflegte.

Es war ein großer, aus Wolfsburger Sicht historischer Abend. Rückblickend betrachtet, war es aber auch der letzte Glanz einer großen Idee – der Idee, mit 30-Millionen-Transfers aus dem VfL eine deutsche Spitzenmannschaft und einen Champions-League-Dauergast zu machen. Pokalsieg und Vizemeisterschaft 2015 hatten diese Idee befeuert, aber schon die Saison danach hatte gezeigt, dass Wolfsburg wahrscheinlich mit der Idee vom ganz, ganz großen Fußball überfordert ist. Trainer Hecking und Manager Klaus Allofs wurden Opfer dieses Irrwegs und waren ein paar Monate später nicht mehr da. Die Ideen in Wolfsburg wurden danach erst einmal schlechter und dann kleiner. Der Glanz dieses 2:0 aus dem April 2016 allerdings wird noch lange das Tagesgeschäft überstrahlen. (apa)


PLATZ 2
PLATZ 2

Ein Meilenstein war das Duell mit ZSKA Moskau schon vor dem Anpfiff. Schließlich handelte es sich um den ersten Champions-League-Auftritt des VfL in seiner Vereinsgeschichte. Grafite sorgte dafür, dass die Partie noch aus einem anderen Grund nachhaltig in Erinnerung blieb. Als der wuchtige Angreifer in der 89. Minute ausgewechselt wurde, hatte er mehr Tore in einem Europapokal-Spiel geschossen als je ein Wolfsburger davor und danach. Der Brasilianer legte jene Treffsicherheit an den Tag, mit der er den VfL zuvor zum Gewinn der Meisterschaft und sich zur Torjäger-Kanone geballert hatte.

In der 36. Minute machte Grafite gegen die Russen Wolfsburgs erstes Königsklassen-Tor, nur fünf Zeigerumdrehungen später verwandelte die Nummer 23 einen an ihm verschuldeten Foulelfmeter zum 2:0. Die Gäste verkürzten zwischenzeitlich, ehe nach Vorlage des heutigen Sportdirektors Marcel Schäfer erneut Grafite traf. Kurz darauf nahm ihn VfL-Trainer Armin Veh unter den Ovationen der 25.000 Zuschauer vom Platz. Von dieser und anderen wenigen Ausnahmen abgesehen, gelang es dem Verein und auch dem Spieler selbst aber zu selten, an die grandiosen Leistungen aus der Meistersaison anzuknüpfen. Wolfsburg landete in der Bundesliga auf einem ernüchternden achten Platz. Und dass die Premiere in der Champions League schon nach der Vorrunde beendet war, hat ebenfalls mit einem Dreifach-Torschützen zu tun: Im Herbst seiner Karriere schoss Star-Stürmer Michael Owen Manchester United im Alleingang zum 3:1-Erfolg und zerstörte damit Wolfsburgs Achtelfinal-Hoffnungen. (nik)


PLATZ 3
PLATZ 3

Angesichts der Historie beider Klubs mag es unglaubwürdig klingen, aber der VfL Wolfsburg ging tatsächlich als Favorit in das Duell mit dem zweimaligen Weltpokalsieger Inter Mailand. Denn die Wolfsburger hatten vor dem Achtelfinale der Europa League ein enormes Selbstbewusstsein aufgebaut, nach der Winterpause spektakuläre Siege (4:1 gegen Bayern, 5:4 in Leverkusen, 5:3 in Bremen) gefeiert und sich auch auf europäischer Bühne gegen Sporting Lissabon als die reifere Mannschaft erwiesen. Gegner Inter hingegen steckte als Neunter in Italien gerade in der Krise, konnte sich bestenfalls damit trösten, immerhin noch zwei Plätze vor dem Stadtrivalen AC Mailand zu liegen.

Namhaft allerdings war die Inter-Mannschaft schon, die da an diesem recht kühlen März-Abend in der VW-Arena auflief. Xherdan Shaqiri war ebenso dabei wie der Chilene Gary Medel, der kolumbianische Stürmer Freddy Guarin oder der italienische Nationalspieler Andrea Ranocchia. Lukas Podolski allerdings fehlte, Inters deutsche Arsenal-Leihgabe war im Europacup nicht spielberechtigt. Held des Abends war dann – wie so oft – Kevin De Bruyne. Nach der frühen Inter-Führung durch Rodrigo Palacio servierte der belgische Bundesliga-Star erst die Ecke für Naldos Kopfball zum Ausgleich, dann nutzte er einen schlimmen Mailänder Patzer und eine genaue Vieirinha-Vorlage zum 2:1 (Foto), ehe er per Freistoß das 3:1 nachlegte. Am Ende stand De Bruyne bei den Fans auf dem Zaun – und der VfL trotz einiger Abwehrwackler so gut wie in der nächsten Runde. Dem souveränen Hinspiel-Sieg folgte ein 2:1 im Rückspiel durch Tore von Daniel Caligiuri und Nicklas Bendtner. (apa)


PLATZ 4
PLATZ 4

Wolfsburg und Kasan im Gleichschritt: Die amtierenden Meister ihres Landes waren als Dritte ihrer jeweiligen Champions-League-Gruppe in die Europa League abgerutscht, die erste K.o.-Hürde meisterten sowohl die Wolfsburger (2:2 und 4:1 gegen den FC Villarreal) als auch die Russen (3:0 und 0:0 gegen Hapoel Tel Aviv) mühelos. Auch im Achtelfinal-Duell gegeneinander blieben beide auf Augenhöhe, die Mannschaft von VfL-Interimscoach Lorenz-Günther Köstner (war für den glücklosen Meistertrainer-Felix-Magath-Nachfolger Armin Veh eingesprungen) bewies dabei Nehmerqualitäten. Im Hinspiel hatte Zvjezdan Misimovic das 1:1 besorgt, eine Woche später geriet Wolfsburg ebenfalls in Rückstand. Doch dann stach ein Joker – Obafemi Martins glich mit einem seiner wenigen Lichtblicke im VfL-Trikot aus.

Weil Schiri Jonas Eriksson in der Nachspielzeit bei einem Treffer von Edin Dzeko fälschlicherweise auf Abseits entschied, musste die Verlängerung herhalten – die bis heute einzige des VfL in Europa. Wolfsburg, mit Bundesliga-Aufwind ausgestattet (vier Siege am Stück) und nach Gelb-Rot gegen Kasans Cesar Navas in Überzahl, hatte noch einen Pfeil im Köcher. Als sich eigentlich alle in dem zwar nicht viel mehr als halbvollen, dafür aber sehr stimmungsvollen Rund auf ein weiteres Novum – das erste VfL-Elfmeterschießen auf europäischer Ebene – einstellten, bediente Martins in der 119. Minute Christian Gentner. Der Mittelfeldspieler traf aus 16 Metern zum 2:1-Erfolg, der VfL stand erstmalig in einem großen internationalen Viertelfinale. Dort war freilich Endstation. Gegen den FC Fulham gingen beide Spiele über 90 Minuten – und mit 1:2 und 0:1 beide verloren. (nik)


PLATZ 5
PLATZ 5

Es war ein merkürdiger Modus, in dem sich der UEFA-Cup durch seine letzte Jahre mühte. Erst kam eine erste Runde im K.o-System, dann Fünfergruppen, gegen jeden der vier Gegner nur ein Spiel (entweder daheim oder auswärts), drei Teams kamen weiter. Der VfL hatte 2008 drei Gruppenspiele gewonnen, darum ging es am letzten Spieltag eigentlich nicht mehr um viel – aber Gastgeber Milan war der bis dahin prominenteste Gegner der Wolfsburger Fußball-Geschichte. Superstar Ronaldinho blieb draußen, Trainer Carlos Ancelotti hatte mit Andrea Pirlo, Clarence Seedorf, Filippo Inzaghi oder Andriy Shevchenko immer noch große Namen dabei – auch wenn dieser Wettbewerb in Italien niemanden interessierte. Nur 5500 Zuschauer waren da, als Massimo Ambrosini und Alexandre Pato für Mailand trafen und Cristian Zaccardo und Mahir Saglik jeweils für den Ausgleich sorgten. Wolfsburg wurde dadurch Gruppensieger, bekam in der Meistersaison eine schöne Portion Selbstbewusstsein, aber trotzdem einen starken Gegner für die erste K.o.-Runde – und scheiterte dort mit 0:2 und 1:3 an Paris St. Germain. (apa)



Siebeneinhalb Jahre zuvor war der VfL noch Drittligist – und schien es als Dauergast der Amateuroberliga Nord ewig zu bleiben. Das muss man bedenken, wenn man die Bedeutung dieses Spiels ermessen will. Diskussionen über den Zusammenhang von Schichtarbeit und Zuschauerzahl (nur 7200 waren am Elsterweg dabei) gab es damals schon – der historischen Bedeutung des ersten internationalen Wolfsburger Fußball-Pflichtspiels tat das keinen Abbruch. Die Ungarn aus der Universitätsstadt Debrecen (die zwischen 2005 und 2014 sieben Mal Meister werden sollten), hielten sich zurück, der überlegene, aber zunächst ungefährliche VfL siegte durch Tore von Charles Akonnor und Andrzej Juskowiak 2:0. Im Rückspiel stellte das Auswärtstor von Jonathan Akpoborie vor der Pause die Weichen für den VfL, die Wolfsburger 1:2-Niederlage ließ das Weiterkommen deutlich knapper aussehen, als es war. In der zweiten Runde warf Wolfsburg dann Roda Kerkrade raus, in der dritten Runde war gegen Atletico Madrid Schluss. (apa)


PLATZ 6
PLATZ 6

Als die Leser und Leserinnen der AZ und WAZ am 28. November 2008 ihre Zeitung aus dem Briefkasten nahmen, fanden sie darin umfangreiche Berichterstattung über den VfL. Wie gewohnt. Was sie nicht wussten: Es hing an Sekunden, sonst hätten sie statt der Seiten über den zweiten Sieg des VfL in jener UEFA-Cup-Saison Buchtipps auf Füllseiten gefunden. Es war das späteste Pflichtspiel (geplanter Anpfiff 22.30 Uhr) der VfL-Geschichte, zudem verzögerten sich Anstoß und Halbzeit. Um 0.25 Uhr, der eigentlich spätestmöglichen AZ/WAZ-Andruckzeit, stand es nach einem Eigentor von Ricardo Costa sowie Treffern von Edin Dzeko, Albert Meyong und Zvjezdan Misimovic (Elfmeter in der 83. Minute) 2:2, die letzten Sekunden liefen, die Drucker warteten auf den letzten Knopfdruck, das Redaktionsteam blickte hektisch auf die Uhr. Dann schoss Misimovic (Foto) das Siegtor – um 0.26 Uhr. Die Hektik der nächsten drei, vier Minuten ist nicht beschreibbar, darum nur so viel: Der VfL war mit dem Sieg in der Gruppe quasi durch. Und in so gut wie allen Briefkästen lag am Morgen danach eine Zeitung. (rau)


PLATZ 8
PLATZ 8

Bärenstarke Auftritte hatte der VfL in der Champions-League-Saison 2015/16 hingelegt. Zwei Siege gegen ZSKA Moskau sowie ein Dreier gegen PSV Eindhoven waren Gold wert, reichten aber noch nicht fürs Weiterkommen. Die Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel gegen Manchester United: Wolfsburg reichte ein Remis, Schweinsteiger, Fellaini und Co. brauchten einen Sieg. Der Spielverlauf war eine Achterbahnfahrt. Anthony Martial brachte die Gäste bereits nach zehn Minuten in Führung, Naldo glich mit tollem Volleyschuss aus, Vieirinha veredelte einen Top-Spielzug zum 2:1. Uniteds vermeintlicher Ausgleich zählte wegen Abseits nicht. Ganz am Ende überschlugen sich dann die Ereignisse. Ein Hinterkopf-Eigentor von Josuha Guilavogui brachte die Engländer zurück ins Spiel (82.), der überragende Naldo köpfte den VfL nur zwei Minuten später zum 3:2 und damit zum Gruppensieg (Foto), während Trainer Louis van Gaal und sein Team als Gruppendritter in die Europa League abstiegen. (mwe)


PLATZ 9
PLATZ 9

Mit einem 4:2 in Dortmund eroberte der VfL am letzten Spieltag der Saison 2007/08 Platz fünf – fast neun Jahre nach dem Aus 1999 bei Atletico Madrid war Wolfsburg endlich zurück im UEFA-Cup. Die fünf zwischenzeitlichen Gastspiele im UI-Cup hatten längst nicht den gleichen Stellenwert gehabt. Um sich in der Abschieds-Saison des UEFA-Cups, der fortan Europa League hieß, für die Gruppenphase zu qualifizieren, musste der VfL gegen Rapid Bukarest ran, nahm diese Hürde glanzlos (1:0 zu Hause, 1:1 im Rückspiel). Umso glanzvoller geriet Wolfsburgs Einstand in der Gruppe E mit dem 5:1 gegen den holländischen Erstligisten SC Heerenveen. Es ist (neben dem 5:1 in der Europa League 2014 gegen Krasnodar) der bis heute höchste VfL-Sieg auf internationalem Parkett. Und es war das erste dicke Ausrufezeichen, das der spätere Meister in seiner gar nicht meisterlichen Liga-Hinrunde setzte. Nach dem Rückstand durch Mika Väyrynen nahm Wolfsburg die Niederländer auseinander – Edin Dzeko (2), Grafite, Zvjezdan Misimovic und Jacek Krzynowek trafen zum Rekordsieg. (mé)


PLATZ 10
PLATZ 10

Die türkischen Fans gelten für gewöhnlich als besonders frenetisch, vor allem die Stadien der Istanbuler Klubs sind im europäischen Geschäft gefürchtete Hexenkessel. Der VfL Wolfsburg ließ sich davon am 3. November 2009, dem vierten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase, aber keineswegs beeindrucken – ein hochverdientes 3:0 bei Besiktas stand aus Sicht des VfL am Ende auf der Anzeigetafel. Zvjezdan Misimovic, Christian Gentner und Edin Dzeko trafen für Wolfsburg, sicherten den einzigen Auswärtssieg in der CL-Saison. Die Gäste dominierten das Spiel – und boten den fanatischen Heim-Fans keinen Grund für Party. Auf der Seite des amtierenden deutschen Meisters war die Stimmung dagegen deutlich ausgelassener: Schließlich rangierte der VfL durch den Erfolg zwischenzeitlich auf dem zweiten Platz seiner Gruppe, nach Niederlagen gegen ZSKA und Manchester United stieg der VfL aber in die Europa League ab. Immerhin: Höher als in Istanbul gewann der VfL nie ein internationales Auswärtsspiel. (ben)
  

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