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Home Sonderthemen Sport/Vereinsleben DIE GRIZZLYS VOR DER NEUEN SAISON - Ein Aufbruch mit Hindernissen
17:21 17.09.2018

VON JÜRGEN BRAUN       

WOLFSBURG. Aufbruch in eine neue Ära bei den Grizzlys Wolfsburg! Aber es wird einer mit Hindernissen. Wolfsburgs Eishockey-Erstligist hat einen Riesenumbruch eingeleitet, und als wäre das nicht schon schwierig genug, wird es ein Saisonstart mit schweren Ausfällen, wenn es in Iserlohn heute (19.30 Uhr) losgeht. Denn wenn sich auch viel geändert hat, das Verletzungspech ist den Grizzlys treu geblieben. Gleich auf drei Schlüsselpositionen gibt es Ausfälle, zwei wurden noch nicht ersetzt. Und ob sie ersetzt werden, ja überhaupt ersetzt werden können, ist offen. Die Grizzlys-Verantwortlichen wissen: Es braucht Geduld.

Gross weg, Voakes weg, Pfohl weg

Pavel Gross, seit 2008 bei den Grizzlys an der Bande, wechselte nach Mannheim. Mit Mittelstürmer Mark Voakes ging ein Liga-Star zum anderen großen Titelfavoriten München, Top-Talent Fabio Pfohl war nicht mehr zu halten, kehrte in die Heimat Köln zurück. Der langjährige Kapitän Tyler Haskins musste seine Karriere beenden. Vier neue Mittelstürmer, vier neue Angriffslenker brauchten die Grizzlys. Die müssen sich erst mit ihren Außen einspielen, und die mit ihnen. Der Prozess war noch gar nicht beendet, da beginnt er von vorn. Seit Wochenanfang ist klar: zwei Center werden lange fehlen. Corey Elkins (Schulter) wird operiert und Monate ausfallen, John Albert, der sich am Dienstag im Training verletzt hatte, wurde schon wenige Stunden später am Fuß operiert. Auch er wird lange fehlen. Erneut musste Ersatz gesucht werden.


Eluwe de Riese - der Optiker

Und dann fielen die Stürmer aus...

Und dann war da noch das Pech auf der Torwart-Position. Bei Felix Brückmann wurde mit Vorbereitungsstart klar: Er muss sich an beiden Hüften operieren lassen. Statt wie seit Jahren mit zwei starken deutschen Torhütern spielen zu können, musste mangels Qualität auf dem deutschen Markt eine Ausländer- Lizenz für einen Torwart geopfert werden. Einzig gut dabei: Mit David Leggio, zuvor drei Jahre in München und mit Red Bull dreimal Meister, kam ein DEL-erfahrener Keeper, der den von den Grizzlys immer forcierten Konkurrenzkampf im Kasten mit Jerry Kuhn ernsthaft bestreiten kann. Es kostete eine Import-Lizenz, das war schön ärgerlich und dann fielen die Stürmer aus...

Diese Situation ist gleich eine Herausforderung für das Trainergespann. Kurios: Viele Klubs setzen seit Jahren auf die nordamerikanische Karte an der Bande. Die Grizzlys nicht. Auf Gross folgte nun ein skandinavisches Trio. Pekka Tirkkonen, der Finne, der früher unter Manager Charly Fliegauf in Augsburg gespielt hatte und der mit Niklas Gällstedt einen Schweden an der Seite hat. Ähnlich wie Gross/Mike Pellegrims sind auch Gällstedt und Tirkkonen befreundet, waren zuvor bei den Kloten Flyers durchaus erfolgreich. Dann wurde beim späteren schweizerischen Erstliga-Absteiger brutal gespart, das Team war nicht mehr konkurrenzfähig, Tirkkonen musste gehen. Gällstedt blieb bis zum Saisonende als Assistent dort. Nun sind sie hier. Mit Ilari Näckel ist ein Finne mit deutschen Wurzeln der Dritte im Bunde.

Spotlights wie in der NHL

Aufbruch in eine neue Ära: Das ist überall in der Eis-Arena spürbar. Erstmals gab es ein Saisonmagzin, die Auftritte in den sozialen Medien und die Optik der Homepage wurden aufpoliert. Die Halle hat eine neue, hellere und variable Beleuchtung. Jetzt wird es auch bunte Effekte geben. Das erste Heimspiel am Sonntag (16.30 Uhr) gegen die Schwenninger Wild Wings dürfte buchstäblich ein Highlight werden, wenn die neue Anlage erstmals eingesetzt wird. Bei Toren können die Spieler jetzt zum Beispiel von Spots illuminiert und verfolgt werden. Ganz so wie in der NHL Ein Ruck durch die Reihen – dass Volkswagen als Hauptsponsor auftritt, ist so deutlich spürbar wie noch nie. Manager Charly Fliegauf weiß: „Mit dem Aufsichtsrat ist die Zusammenarbeit sehr gut.“

Für die Grizzlys wird es vielleicht eine der schwersten Spielzeiten seit den ersten beiden Jahren (2004/05 und 2007/08) in der DEL. Aber so schmerzhaft der Umbruch teilweise auch war, weil etwa der Abgang von Gross und der von Ikone Haskins nicht geplant waren, so ist er auch gewollt. Denn: In der DEL wird der Auf- und Abstieg in wenigen Jahren kommen. „Und darauf“, so Fliegauf, „muss man sich frühzeitig ausrichten.“

Verteidiger Krupp ist kaum zu halten

So wurde der Kader deutlich verjüngt, etliche Leistungsträger sind über die Saison hinaus gebunden. Einzige Baustelle: Nationalverteidiger Björn Krupp. Der ist wahrscheinlich nicht zu halten. Mannheim, München, Berlin – Krupp wird es sich aussuchen können. Fliegauf hofft, ihm „ein attraktives Paket“ schnüren zu können. Finanziell kann Wolfsburg mit Angeboten der Top-Klubs nicht mithalten. Aber das ist ein kleineres Problem beim schwierigen Aufbruch in eine neue Ära. Meistern sie ihn aber einigermaßen, dann werden die Grizzlys Wolfsburg sein, was sie seit zehn Jahren im Gegensatz zu allen anderen DEL-Teams immer waren – ein Play-Offs-Teilnehmer

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