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Wolfsburg
13:02 08.11.2021
Auch wenn es beim Blick in die Gifhorner Innenstadt beispielsweise oft den Anschein hat – eine Rückkehr zur „Normalität“ ist derzeit noch nicht gegeben. Foto: Sparkasse

Die Wirtschaftsaktivitäten sind im Zuge der Corona-Pandemie zweifelsohne auch im Landkreis Gifhorn erheblich zurückgegangen. Einige Branchen kamen zeitweise zum völligen Stillstand und waren betroffen von Kurzarbeit oder sogar existenzbedroht – es ging ums blanke Überleben. Doch gleichzeitig gab es Betriebe, die völlig neue Stärken und Strategien entwickelt und umgesetzt haben, die sie optimistisch in die Zukunft schauen lassen. Das Ergebnis ist ein Standort, der in Bewegung bleibt.

Ob Handel, Handwerk oder auch Dienstleistungen & Co: Eine ganz einfache Rückkehr zum Zustand vor Corona kann und wird es in absehbarer Zukunft trotz des derzeitigen Wachstums in keiner Branche geben. Die Unsicherheiten über die ökonomischen Folgen, immer wieder steigende Inzidenzen und stagnierende Impfquoten sind derzeit noch viel zu groß. Die Zeiten haben sich geändert. Dennoch sind Wirtschaftsexperten davon überzeugt, dass sich den Unternehmern die Möglichkeit bietet, die durch die Krise extrem beschleunigten Entwicklungen zu nutzen und in neues Wachstum umzuwandeln. Das ist auch im Landkreis Gifhorn mit Stadt und Samtgemeinden hinreichend bekannt, wie die Entwicklungen der vergangenen Wochen und Monate gezeigt haben. Zahlreiche Unternehmer haben – unter anderem auch mithilfe von Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen – neue, innovative Wege gefunden und ausgebaut, um trotz Krisenstimmung erfolgreich zu bleiben und Existenzen zu sichern.

GROSSE LIEFERENGPÄSSE

Dennoch dürfe die vermeintliche Positiventwicklung insgesamt keinesfalls durch die „rosarote Brille“ gesehen werden, wie kürzlich der Ökonom und Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnte. Denn die Corona-Pandemie sei noch längst nicht vorbei. Und wenn in China wegen eines Corona-Ausbruchs ein Hafen geschlossen werde, sei das auch für die deutsche Wirtschaft ein großes Problem, weil entsprechende Lieferketten gestört werden. So hat die Baubranche bereits unter erheblichen Lieferengpässen zu leiden und auch im Fahrradhandel beispielsweise wird es nicht selten eng, weil den Herstellern wichtige Teile fehlen und sich dadurch die Fertigstellung der Produkte erheblich verzögert. All das wirke belastend auf die Unternehmen. Entsprechende Auswirkungen sind auch in und um Gifhorn immer wieder zu spüren.

Nicht zu vergessen seien in diesem Zusammenhang beispielsweise auch Unternehmensinsolvenzen, denn die eine oder andere böse Überraschung werde es sicherlich noch geben. Schließlich hätten zahlreiche Betriebe ihre Rücklagen in Zeiten der Lockdowns aufgebraucht und sich verschuldet. Auch würden zahlreiche Unternehmen erkennen, dass sie nicht das passende Geschäftsmodell haben, weil sich die Wirtschaft weiterentwickelt und verändert hat. Daher werde es noch lange brauchen, bis sich Deutschland aus Wirtschaftssicht von der Pandemie erholen kann. Die Unternehmen würden auch in Zukunft immer mal wieder Kurzarbeitergeld und andere finanzielle Unterstützung benötigen.

PREISE „NORMALISIEREN“ SICH

Zur Entwicklung der Inflationsrate sagte der Wirtschafts-Experte: „Die höhere Inflationsrate ist eine willkommene Normalisierung der Preise.“ Denn bei Betrachtung der vergangenen drei Jahre liege das Land im Durchschnitt unter den zwei Prozent, die als Preisstabilität definiert werden. „Die Energiepreise sind letztes Jahr abgestürzt und Preise sind durch die temporäre Mehrwertsteuersenkung gesunken. Jetzt steigen sie wieder. Das sind Basiseffekte“, erläuterte er in zahlreichen Interviews. Inflation werde erst dann problematisch, wenn sie sich verfestige, aber davon sei das Land derzeit weit entfernt. Sollten die weiteren Entwicklungen einen anderen Verlauf nehmen, werde die Europäische Zentralbank (EZB) reagieren und die Zinsen erhöhen. Schließlich habe sie immer wieder gezeigt, dass sie die Stabilität der Preise und Finanzmärkte gewährleisten kann. Und das werde sie auch in Zukunft tun. Damit ist auch in den kommenden Monaten und Jahren Bewegung am Wirtschaftsmarkt garantiert – global, national und selbstverständlich auch regional.
 

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