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Home Sonderthemen Gesundheit/Pflege Die Zahnbürste alleine reicht nicht aus
14:54 13.03.2020
Eine Zahnbürste reinigt lediglich 60 Prozent der Zahnoberflächen – vielen Deutschen ist dies nicht bekannt. Foto: djd/www.tepe.com
Axa Regionalvertretung Barysch & Barysch OHG

Beim Wissen um die konkrete Umsetzung von Maßnahmen zur Zahnpflege hapert es bei den Deutschen: Gerade einmal ein Viertel weiß, dass eine Zahnbürste nur 60 Prozent der Zahnoberflächen reinigt. Dabei sind gepflegte Zähne und ein guter Atem grundsätzlich fast allen Deutschen wichtig oder sehr wichtig. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von TePe, einer schwedischen Marke für Mundgesundheit. 80 Prozent der Befragten glauben im Übrigen, dass eine kontinuierliche, professionelle Zahnvorsorge und eine tägliche Mund- und Zahnpflege langfristig finanziell günstiger seien als die zahnmedizinische Versorgung im akuten Bedarfsfall.

Interdentalbürsten können Plaque in Zahnzwischenräumen verhindern

Im Alltag zeigt sich die Schere zwischen Anspruch und Realität in Sachen Zahnpflege: Der Umfrage zufolge führen 18 Prozent der Befragten weniger als einmal pro Woche eine Zahnzwischenraumreinigung durch. Begründung: keine Lust, keine Zeit, bringt nichts. Tatsächlich aber nistet sich in den Zahnzwischenräumen, welche von der Zahnbürste im Regelfall nicht erreicht werden, schädliche bakterielle Plaque gern ein. Experten raten deshalb etwa zur Nutzung von Interdentalbürsten. Dank ihrer umlaufenden, flexiblen Borsten können sie die Nischen und Einziehungen im Zahnzwischenraum am besten reinigen. Sehr vielen Deutschen ist dieser Zusammenhang nicht bewusst: 35 Prozent derjenigen, die sich nicht täglich die Zahnzwischenräume reinigen, glauben, dass es ihren Zähnen auch so gut geht oder dass die Zahnzwischenpflege unnötig ist. 43 Prozent der Verweigerer haben schlichtweg keine Lust, sich darum zu kümmern, sie finden es lästig oder zu zeitintensiv.

31 Prozent gehen nicht zur professionellen Zahnreinigung

In der Studie wurden auch Fragen zur professionellen Zahnreinigung gestellt. Das Ergebnis: 20 Prozent der Befragten gehen zweimal oder gar häufiger im Jahr zur Prophylaxe, 34 Prozent einmal im Jahr, 14 Prozent alle zwei Jahre und 31 Prozent nie. Die Hälfte dieser Gruppe lässt die Zahnreinigung aus Kostengründen nicht durchführen, würde sie aber von der Krankenkasse bezahlt, wären 73 Prozent von ihnen zur Nutzung der Leistung bereit. (djd)


Wer hat das schönste Gebiss? In einer internationalen Studie wurden die Länder mit der besten Zahngesundheit ermittelt. Foto: djd/ergodirekt.de/Getty
Wer hat das schönste Gebiss? In einer internationalen Studie wurden die Länder mit der besten Zahngesundheit ermittelt. Foto: djd/ergodirekt.de/Getty

Schöne Zähne stehen für Gesundheit und Wohlbefinden. Zahnhygiene und Ernährung können zu einem strahlenden Lächeln beitragen. Doch wie gesund sind unsere Zähne im weltweiten Vergleich? In einer Studie von „Orchards Scotts Dental“ wurden nun die Länder mit der besten Zahngesundheit ermittelt. Zahlen dazu liefert der DMFT-Index: Er beschreibt die Anzahl kariöser, fehlender und gefüllter Zähne und ist der gebräuchlichste Maßstab, um den Status der Zahngesundheit messen zu können. Viele Informationen rund um das Thema Zahngesundheit gibt es beispielsweise auch unter www.ergodirekt.de/meinzahn.

Skandinavische Länder und Deutschland vorn

Die gesündesten Beißer haben die Dänen. Mehr als die Hälfte unserer Nachbarn hat gute Zähne und benötigt keine Behandlung. Auf Rang zwei landet Deutschland: Den Bundesbürgern wird eine gewissenhafte Zahnhygiene bescheinigt. Mit Finnland und Schweden folgen zwei weitere skandinavische Länder auf den Plätzen drei und vier. Großbritannien rundet die Top 5 ab. Es folgen die Schweiz, Kanada, Mexiko, die USA und Frankreich.

Forscher entwickeln Impfstoff gegen Karies

Noch gibt es kein Heilmittel gegen Karies. Doch ein chinesisches Forscherteam will nun eine Impfung gegen Karies entwickeln. Aber wie soll das funktionieren? Das Wichtigste kurz erklärt:

- Was geschieht bei Karies?
Karies entsteht durch das Zusammenspiel von Bakterien im Plaque, unzureichender Mundhygiene und zu häufigem Zuckerkonsum. Wenn die Karies zu weit fortgeschritten ist, muss der Zahnarzt die kariöse Substanz entfernen. Das entstandene Loch wird mit einer Füllung verschlossen.

- Worum geht es bei der Impfung?
Zu den Karies verursachenden Bakterien zählt vor allem der Streptococcus mutans. Die chinesischen Wissenschaftler wollen ihn mithilfe von Proteinen daran hindern, an den Zahn zu gelangen. In einer früheren Studie traten noch viele Nebenwirkungen auf. Inzwischen konnte die Proteingabe so optimiert werden, dass wesentliche Nebenwirkungen ausblieben, entsprechende Tierversuche waren erfolgreich.

- Ab wann ist der Impfstoff verfügbar?
Bevor der Impfstoff marktreif ist, sind noch einige Tests nötig, betonen die Forscher selbst. Eine gründliche Mundhygiene ersetzt die Impfung ohnehin nicht. Deutsche Zahnwissenschaftler warnen zudem vor voreiligen Hoffnungen im Kampf gegen Karies. Schließlich sei dieses Bakterium nicht der einzige „Übeltäter“ im Mund, zudem werde es durch den Impfstoff nur daran gehindert, die Zähne zu besiedeln, in der Mundhöhle könne es sich aber weiter ausbreiten. Somit bleiben das tägliche Zähneputzen und eine gesunde Ernährung weiterhin sehr wichtig. (djd)



Dr. Stefan Helka empfiehlt Nachhaltigkeit auch rund um die Zahnpasta. Foto: Implantatzentrum Herne/Borgmeier PR
Dr. Stefan Helka empfiehlt Nachhaltigkeit auch rund um die Zahnpasta. Foto: Implantatzentrum Herne/Borgmeier PR

Natürlich, plastikfrei und selfmade – inzwischen spielt Nachhaltigkeit auch bei der Mundhygiene eine große Rolle. Dabei erfreuen sich nicht nur ökologisch abbaubare Zahnbürsten immer größerer Beliebtheit, sondern auch verpackungsfreie Zahnpasta. In zahlreichen Online-Ratgebern lassen sich dazu Tipps, Tricks und sogar Rezepte für selbstgemachte Alternativen zu handelsüblichen Produkten aus der Tube finden. „Wenn es um ihre Mundgesundheit geht, sollten Verbraucher allerdings besonders auf bestimmte Inhaltsstoffe achten“, betont Dr. Stefan Helka, Facharzt für Oralchirurgie.

Nicht unbedingt mundgesund

Ob als Tabletten in Beuteln, vegane Cremes in Tiegeln, Zahnsalz in Glasfläschchen oder arabisches Miswakholz und DIY-Pasten für besonders Experimentierfreudige – Alternativen zur herkömmlichen Zahncreme aus der Tube gibt es viele. „Plastikfrei bedeutet allerdings nicht automatisch gut für die Mundgesundheit. Denn zu den wichtigsten Aufgaben der Zahnpasta gehört die Kariesprophylaxe“, erklärt Helka. Für einen wirksamen Schutz sollen Zahncremes daher immer Fluoride enthalten. Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, sind diese aktuell das einzige Mittel zum Erhalt des Zahnschmelzes.

Allerdings kommt es auf die Dosierung an. „Für Kinder unter sechs Jahren empfiehlt sich ein Fluoridgehalt von 500 ppm (Parts per Million) und für Erwachsene bis zu 1.500 ppm“, fügt Dr. Helka an. Zusätze wie Zink oder Minze wirken außerdem antibakteriell und beugen schlechtem Atem vor. „Wer empfindliche Zähne hat, greift zu speziellen Sensitiv-Zahncremes mit niedrigem Abrieb und Wirkstoffen zur Verringerung der Schmerzempfindlichkeit“, empfiehlt er.

Kein Homemade-Bleaching

Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Zahncremes sind sogenannte Putzkörper. Diese bestehen häufig aus Kunststoffen und sollen die mechanische Reinigung unterstützten. Neben hartnäckigen Belägen und Verfärbungen reiben diese Schleifkörper nach und nach allerdings auch den Zahnschmelz ab und greifen die Zahnhälse an. „Inhaltsstoffe wie Natron, Kreide, Aktivkohle oder Meersalz, die sich häufig in selbstgemachten Pasten befinden, bilden keine zahngesunde Alternative“, warnt der Experte. Denn ohne sogenannten RAD-Wert (Relative Dentin Abrasion) lässt sich keine verlässliche Aussage darüber treffen, wie viel Abrieb entsteht und ob die hausgemachte Zahnpasta wirkt. Generell gilt jedoch, je gröber und zahlreicher die rauen Partikel sind, desto stärker der Abrieb. Daher rät der Experte davon ab, Experimente mit den eigenen Zähnen zu wagen und regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.

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