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Home Sonderthemen Gesundheit/Pflege Die Zukunft im Auge behalten
08:45 30.10.2020
Regelmäßige Sehtests sind wichtig, um Kurzsichtigkeit früh zu entdecken und behandeln zu können. Foto: belchonock/123RF

Mehr als jeder vierte junge Mensch in Deutschland ist kurzsichtig – Tendenz stark steigend. Vor allem die zunehmende Nutzung von Smartphone und Co wird für den Anstieg verantwortlich gemacht. Gleichzeitig werden 60 Prozent der Sehschwächen von Kindern zu spät erkannt. Umso wichtiger ist es, gerade die Augen der „Generation Kurzsichtig“ regelmäßig untersuchen zu lassen, wie die Experten des Kuratoriums Gutes Sehen betonen.

Wissenschaftler weisen seit Jahren darauf hin, dass die intensive Nutzung von digitalen Geräten Kinderaugen schadet, weil sie die Augen einseitig auf das Sehen in der Nähe konditioniert. Das Risiko, kurzsichtig zu werden, sei bei Kids, die weniger als eine Stunde täglich draußen verbringen, mehr als doppelt so hoch wie bei denen, die mehr als zwei Stunden im Freien sind. Die coronabedingten Schulschließungen im Frühjahr hätten den Trend zum Digitalen noch verstärkt. Einer Studie zufolge stieg die Verweildauer in den sozialen Medien in dieser Zeit werktags um 66 Prozent, die Nutzungsdauer von Onlinespielen sogar um 75 Prozent. Die Folge: noch weniger „augenfreundliches“ Tageslicht, noch mehr „digitaler Sehstress“.

Erster Augencheck

Kinder müssen das Sehen erst lernen. Jedes Sehdefizit kann also zu einer Sehentwicklungsstörung führen. Leider gibt die Augenprüfung im Rahmen der U7a-Untersuchung laut des Kuratoriums keine 100prozentige Sicherheit: Kleinwinkliges Schielen oder eine einseitige Sehschwäche ließen sich nur bei einer augenärztlichen Untersuchung entdecken. Eltern sei deshalb anzuraten, ihr Kind vor dem dritten Lebensjahr einem Augenarzt vorzustellen; noch früher, wenn Anzeichen für eine krankhafte Veränderung des Auges vorliegen, das Kind auffälliges Verhalten zeigt oder in der Familie eine starke Fehlsichtigkeit bekannt ist.

Regelmäßiger Sehtest

Da sich Kurzsichtigkeit meistens erst zwischen dem siebten und 20. Lebensjahr entwickelt, sind auch regelmäßige Sehtests während der Schulzeit wichtig; besonders dann, wenn die Eltern eine Brille tragen. Ohne Korrektur sind kurzsichtige Kinder im Straßenverkehr oder beim Radfahren stark gefährdet. Aus diesem Grund sollten sie sofort zum Augenarzt, wenn sie im Verkehr unsicher sind, in der Schule die Schrift an der Tafel schlecht erkennen, ungern lesen oder über Anstrengungsbeschwerden bei der Naharbeit klagen.

Um einen weiteren Anstieg der Kurzsichtigkeit rechtzeitig zu erkennen, müssen alle bereits kurzsichtigen Kinder und Jugendliche einmal jährlich zur Kontrolle; alle anderen, mit Normal-, Weitsichtigkeit oder ohne Auffälligkeiten, alle drei Jahre.

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