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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Ein neues Zuhause für Jung und Alt
06:22 27.04.2018

Wenn Meinerser mit Besuchern bei einem Bummel durch den Ortskern das Kulturzentrum passieren, lichtet sich die Bebauung ein wenig. Hinter alten Bäumen zeichnet sich eine riesige Freifläche ab, und Auswärtige fragen oft „Liegt dort ein See?“, und staunen ungläubig, wenn sie erfahren, dass es sich um ein brachliegendes Firmengelände handelt. Vorbei nun die Zeit, dass dieses Filetstück des Ortes, auf dem jeder Bauwillige mit Kusshand ein Grundstück erwerben würde, unbeachtet ist. Der Gemeinderat hatte 2016 politisch entschieden: Das gut zwei Fußballfelder große Quartier Kreuzkamp wird als komplette Einheit nur für den Bau eines Familienzentrums freigegeben.

Optimales Wohnen für jedes Alter

Großes Interesse an diesem Projekt als Investor signalisierte die Intermedia-Gruppe aus Peine. Sie entwickelte gemeinsam mit dem Braunschweiger Architekturbüro Petra Wehmeyer ein Konzept, das den Rat der Gemeinde überzeugte: Ein Familienzentrum mit betreutem Wohnen, also ein an den Bedürfnissen von Jung und Alt gleichermaßen orientiertes Wohnquartier für etwa sechzig Wohneinheiten. „In Verbindung mit dem Kulturzentrum kann so ein kultureller und sozialer Mittelpunkt für Meinersen geschaffen werden“, freute sich Gemeindebürgermeister Thomas Spanuth.


„In Verbindung mit dem Kulturzentrum kann so ein kultureller und sozialer Mittelpunkt für Meinersen geschaffen werden.“


Tatsächlich ist eine bessere Wohnlage für ältere Menschen kaum vorstellbar. Ein Supermarkt, zahlreiche Einzelhändler und Dienstleister, eine Apotheke, Cafés und Restaurants entlang der nahen Meinerser Hauptstraße sind bequem zu Fuß zu erreichen. Wer nicht mehr in der Lage ist, aus dem Haus zu gehen, soll unter anderem einen Einkaufsservice des betreuten Wohnens in Anspruch nehmen können.

Die circa 50 Quadratmeter großen – selbstverständlich barrierefreien – Zwei-Zimmer-Wohnungen mit moderner, offener Wohnküche seien, so Hendrik Dürschlag von der Intermedia-Gruppe, ideal sowohl für Singles als auch für Paare geeignet. Außerdem sollen auf dem Kreuzkamp-Gelände sechs Einfamilienhäuser, zwei Doppel- und sechs Reihenhäuser sowie ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten entstehen.

Sanierung vor Baubeginn

Architektur wie am Stadtrand von München, aber mitten in Meinersen: Mit dem Familienzentrum entsteht ein Wohnquartier für Jung und Alt, das sich an den modernsten Erkenntnissen des demografischen Wandels orientiert – ein Projekt, das überall große Beachtung finden wird. 
Architektur wie am Stadtrand von München, aber mitten in Meinersen: Mit dem Familienzentrum entsteht ein Wohnquartier für Jung und Alt, das sich an den modernsten Erkenntnissen des demografischen Wandels orientiert – ein Projekt, das überall große Beachtung finden wird. 

Bevor jedoch das Gelände erschlossen werden kann, muss der Teil des Baugebiets, der bereits gewerblich genutzt wurde, saniert werden. Erste Befürchtungen, dass der Boden mit bedenklichen Schadstoffen kontaminiert sei, bestätigten sich nach eingehender Prüfung des Umweltamtes nicht. Fazit: Das Erdreich muss nicht etliche Meter tief, sondern nur an der Oberfläche abgetragen werden. „Bei einer Grundsanierung hätte jeder Investor, so toll das Bauvorhaben ist, aus wirtschaftlichen Gründen den Rückzug angetreten“, versichert Hendrik Dürschlag. So lassen sich bereits sehr konkrete Bauetappen ausmachen. „Nach der Erschließung ist der Baubeginn für Sommer 2019 vorgesehen, das gesamte Gebiet wird dann voraussichtlich im Sommer 2021 einzugsfertig sein. Mit der Vermarktung der Wohneinheiten werden wir also schon Ende 2018 beginnen“, plant Hendrik Dürschlag.

© Planungsbüro Wehmeyer
© Planungsbüro Wehmeyer

Eine Bereicherung für das Bauvorhaben wird ganz sicher sein, dass auf Beschluss des Rates ein Korrektiv seitens der Gemeinde die Entwicklung des Projekts begleiten wird, also mit dem Investor Projektideen diskutieren und Planungsprozesse abstimmen wird. „Diesem Arbeitskreis werden neben dem Investor der Seniorenbeirat, die Fraktionen des Rates, die Fachbereiche Bildung, Jugend und Soziales, Planen und Bauen, der Gemeindedirektor und ich angehören“, versichert Thomas Spanuth. Mit diesem Wohnkonzept, das wie kaum ein anderes am demografischen Wandel orientiert ist und in Abstimmung mit dem Investor einer demokratischen Kontrolle unterliegt, gestaltet sich das Meinerser Wohnquartier Kreuzkamp als vorzeigbares Zukunftsmodell. (jv)


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