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Home Sonderthemen Aus der Geschäftswelt Ein starker Wirtschaftsraum
20:09 29.05.2019

Rund ein Viertel der Beschäftigten im Wirtschaftsraum Gifhorn ist im produzierenden Gewerbe tätig. Das Spektrum der dort hergestellten Güter ist vielfältig und reicht von Nahrungs- und Genussmitteln für den täglichen Bedarf bis hin zu hoch spezialisierten Komponenten im Fahrzeug- und Maschinenbau. Es steckt eine ganze Menge Made in Gifhorn in vielen Produkten, die bundes- und sogar weltweit im Einsatz sind. Längst haben sich in der Region auch Unternehmen etabliert, die nicht oder nicht ausschließlich als Zulieferer für die Autoindustrie tätig sind. Und längst sind es auch Ideen und Dienstleistungen „Made in Gifhorn“, die weit über die Region hinaus erfolgreich sind.

Das belebt den heimischen Arbeitsmarkt, wie die aktuellen Zahlen belegen: Im April sank die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Helmstedt weiter, im Bezirk liegt die Quote bei 4,6 Prozent. Noch besser sieht es im Geschäftsstellenbezirk Gifhorn aus: Hier liegt die Arbeitslosenquote mit 3,9 Prozent erstmals unter der 4-Prozent-Marke. „Die anhaltende Frühjahrsbelebung sorgte für einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen im April. Die Arbeitskräftenachfrage ist auf einem sehr hohen Niveau“, erläutert Ulf Steinmann, Leiter der Agentur für Arbeit Helmstedt. Das sind gute Nachrichten und ein Beleg für die wirtschaftliche und innovative Stärke des Landkreises.
 

Volksbank BraWo

Digitale Infrastruktur

Nach wie vor sind Breitbandausbau und Digitalisierung wichtige Themen, die auch in der Stadt und der Region die Gemüter bewegen. Für die Wirtschaft, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger ist der zügige Netzausbau ein drängendes Anliegen, wie auf einer Tagung des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes zu hören war. Im Mittelpunkt der Tagung stand das Thema Digitalisierung: „Hier könnten wir schon einige Schritte weiter sein, wenn der Bund den Ländern und Kommunen auch gleich das Geld zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes gegeben hätte. Allein mit einem Gesetz lässt sich die Digitalisierung nicht umsetzen. Daher brauchen wir in den Kommunen nicht so sehr neue Vorschriften, sondern vielmehr praktische Hilfe und vor allem ausreichend Geld, um die Wünsche von Bund und Ländern umzusetzen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten nach den bisherigen Ankündigungen von Bund und Land, dass die dort gegebenen Zusagen eingehalten werden. Die Kommunen helfen gern, brauchen aber auch die entsprechenden Mittel dazu“, erläuterte der Sprecher des kommunalen Spitzenverbandes der kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Samtgemeinden, Thorsten Bullerdiek. Auch bei der IHK Lüneburg-Wolfsburg steht das Thema Breitbandausbau ganz oben auf der Agenda. Mit ihrer Breitbandinitiative will die IHK betroffenen Unternehmen gezielte Hilfestellungen geben und Schwachstellen bei der Versorgung mit schnellem Internet in ihrem Bezirk aufzeigen. Erste gute Nachrichten gibt es aus dem Nordkreis Gifhorn. Dort kann der Glasfaserausbau im ersten Vermarktungsgebiet, das Wittingen sowie Teile der Samtgemeinde Hankensbüttel umfasst, starten. „Anfang Juni beginnt die Feinplanung für den Ausbau“, erklärt Inga Lassen, Teamleiterin Endkunden und Marketing beim zuständigen Provider Giffinet.
  

Getrübte Stimmung

Die weltpolitische Lage hat Auswirkungen auf die Wirtschaft. Der Brexit, die unübersichtliche Lage im Handelskrieg zwischen China und den USA, unterschiedliche Auffassungen in der westlichen Welt in Bezug auf die Gestaltung des weltweiten Handels und aktuell die erneute Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran bleiben nicht ohne Folgen. Das lässt sich auch am aktuellen IHK-Konjunkturklimaindex ablesen, der um neun Punkte auf 109 gefallen ist. Das ist zwar ein Rückgang, doch damit bewegt sich der Index immer noch auf dem Durchschnittsniveau der vergangenen fünf Jahre.

Unverkennbar ist die Konjunktur im Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg nur noch mit deutlich gedrosseltem Tempo unterwegs. Die heimischen Unternehmen betrachten sowohl ihre geschäftliche Lage als auch ihre Geschäftserwartungen mit wachsender Skepsis. Deutliche Bremsspuren zeigen sich auch bei den betrieblichen Investitions- und Beschäftigungsplanungen. In der Industrie hat sich das Konjunkturklima im Vergleich zum Vorquartal deutlich verschlechtert. Allerdings ist die aktuelle Geschäftslage immer noch solide. Die Geschäftserwartungen sind jedoch in allen Industriesektoren teilweise drastisch gesunken. Die Erwartungen an den Export sind so gering wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Auch die im Inland nachlassende Investitionsbereitschaft bereitet Sorgen.
 

Delle & Hinemann Garten- und Landschaftsbau GbR

Licht und Schatten

Im Gegensatz dazu hat der regionale Einzelhandel Frühjahr neuem Schwung gewonnen. Die erkennbar verbesserten Lagebeurteilungen der befragten Einzelhändler sowie die wieder günstiger eingeschätzten Geschäftsaussichten belegen das. Allerdings sprechen vor allem Onlinehändler von deutlich wachsenden Umsätzen. Die Geschäfte des stationären Einzelhandels haben sich zwar ebenfalls erholt, bleiben demgegenüber aber erkennbar zurück. Dennoch rechnen die Einzelhändler in den kommenden Monaten mit einer weiteren geschäftlichen Belebung. Die Stimmung im regionalen Großhandel hat sich im ersten Quartal geringfügig eingetrübt, verbleibt aber insgesamt auf passablem Level. Insgesamt hatte der Großhandel im Frühjahr mit einer leicht nachlassenden Umsatz- und Ertragsdynamik zu kämpfen. Dennoch bleiben die Erwartungen der Grossisten an den künftigen Geschäftsverlauf stabil und erkennbar im positiven Bereich.

Dies äußert sich auch in vergleichsweise moderat gekürzten Investitions- und in stabilen Beschäftigungsplanungen. Der Dienstleistungssektor fährt auch im laufenden Frühjahr an der Spitze des regionalen Konjunkturzugs. Auch im laufenden Frühjahr ist dies wieder der Fall. Obwohl die Dienstleistungskonjunktur im ersten Quartal einen erkennbaren Dämpfer erhalten hat, werden die Lagebeurteilungen insgesamt immer noch als freundlich bezeichnet. Aktuell spricht die Mehrheit der Befragten von einer guten bis befriedigenden Geschäftslage. Nicht einmal jeder zehnte Betrieb ist mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Auch bei den Geschäftserwartungen überwiegt der Optimismus, ähnliches gilt für die Investitions- und Beschäftigungspläne. Nach wie vor suchen zahlreiche Dienstleister händeringend nach qualifiziertem Personal.

Ein Fazit

Die Wirtschaftsregion Gifhorn steht im bundesweiten Vergleich und in Niedersachsen immer noch gut da. Zwar sind auch hier die Auswirkungen der weltweiten wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen zu spüren. Aber die Voraussetzungen für eine weiterhin positive Entwicklung der Region sind unverkennbar gegeben.

Das sieht auch der erfolgreiche Unternehmer, Managementtrainer und Mitglied der Wirtschaftsvereinigung Gifhorn, Lutz Kadereit, so. Sein Appell an alle, die in schwierigen Zeiten nach Orientierung suchen, ist ebenso einfach wie nachvollziehbar: „Lassen Sie uns in unserem wunderschönen Landkreis gemeinsam ein Leuchtturm positiver Gedanken inmitten eines Ozeans so vieler negativer Nachrichten sein, die uns tagtäglich umspülen. Träumen Sie, beschränken Sie sich nicht auf bereits Erreichtes und inspirieren Sie sich und Ihr Umfeld zu einem kraftvollen, erstrebenswerten Bild von der Zukunft. Und begraben Sie Zweifel, denn sie sind wie Zinsen, die wir einzahlen auf einen Kredit, den wir möglicherweise niemals aufnehmen werden.“
 

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