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Home Sonderthemen Gesundheit/Pflege Emotionen zum Schluss: „Das war mein Jakobsweg, und er war perfekt“
13:29 19.03.2018
Ende des Jakobswegs: Michaela Gebauer (r.) und Kristin Willecke haben das Ziel in Santiago de Compostela erreicht. FOTO: PRIVAT
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Von Michaela Gebauer 

Tag 16 unseres Jakobsweges: Kristin und ich waren mehr als glücklich. Wir hatten nur noch 16 Kilometer vor uns, um Santiago de Compostela zu erreichen. Was wir zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wussten: Santiago de Compostela liegt auf einem Berg...

Auch wenn der letzte Abschnitt unseres Weges sehr anstrengend war, gab es viele schöne Fleckchen, die für enorme Energieschübe sorgten. Wir hielten an mehreren Flüssen an, bestaunten kleine Steinbrücken über Bäche und genossen die idyllische Landschaft (Wenn ich im Nachhinein die Bilder anschaue, kann ich keine Idylle erkennen. Das Wetter war grau und der Boden matschig. Kristin und ich hatten zu diesem Zeitpunkt aber nichts Anderes als Glück und Erfolg im Kopf, schließlich standen wir kurz vor dem Ziel).

Ehe wir uns versahen, waren wir auch schon da. Ich hatte mir zu diesem Zeitpunkt insgeheim ausgemalt, dass wir von irgendwem empfangen werden und dann unsere Urkunden überreicht bekämen. Dem war aber nicht so. Kristin und ich standen völlig einsam auf dem großen Platz vor der Kathedrale. Neben uns spielte ein Dudelsackspieler irgendwelche Lieder und sammelte Geld, während die Spanier schnell an ihm vorbeigingen und ihn nicht beachteten. Vor uns befand sich ein riesiges blaues Gerüst, da die Kathedrale restauriert wurde. Wir waren ganz verdutzt und wussten nicht weiter.

Am Ziel: Nummern ziehen im Pilgerbüro


Kristin und ich machten uns also auf den Weg und fragten Einheimischen, was wir jetzt machen sollten. Ein Museumsleiter schickte uns dann zu einer Art Pilgerbüro, in dem wir eine Urkunde abholen sollten. Dort angekommen, mussten wir eine Nummer ziehen, um unsere Pilgerausweise mit den Stempeln vorzuzeigen, erst dann gab es nach ausreichender Prüfung die Urkunde. Während ich noch in Gedanken versunken war, feierte Kristin ihre Urkunde und hüpfte wild durch das Büro. Sie umarmte mich, machte mehrere Fotos von dem Dokument und war einfach nur glücklich. Bei mir hatte diese Erfahrung im Pilgerbüro allerdings das Gegenteil bewirkt. Ich fühlte mich auf einmal leer und war unglaublich enttäuscht. „Das soll es gewesen sein? Das war jetzt der Jakobsweg?“

Gottesdienst zum Abschluss des Pilgerweges

Es gab aber glücklicherweise noch eine weitere Sache, die zum Jakobsweg gehört. Und das ist der berühmte katholische Gottesdienst für Pilger in der Kathedrale. Kurz bevor die Messe begann, stießen immer mehr Pilger hinzu. Viele Gesichter erkannten wir wieder, einige waren inzwischen sogar zu unseren „Freunden“ geworden. Wir unterhielten uns, erzählten uns Geschichten und kamen aus dem Quatschen gar nicht mehr heraus. Erst als die Glocke läutete, verstummten wir und lauschten wie gebannt der Predigt des Priesters. Ein Stockwerk unter dem Priester befanden sich die Gebeine des heiligen Apostels Jakobus, über ihm hing an einem langen Seil ein vergoldetes 1,60 Meter großes Weihrauchfass. Dieses wurde von acht Männern in Bewegung gesetzt. Und dann war die Kathedrale auch schon in einen wunderschönen, beruhigenden Duft gehüllt. Ab diesem Moment bemerkte ich, dass sich in mir etwas Riesiges angestaut hatte. Ich war ganz plötzlich den Tränen nahe und hatte mit mir zu kämpfen, nicht zu weinen. Als dann aber alle Gottesdienst- Besucher aufstanden, um eine Oblate und den Segen des Priesters zu erhalten, war es um mich geschehen. Ich bin wie angewurzelt auf der Bank sitzen geblieben und konnte die Tränen nicht mehr aufhalten. Ich war auf einmal so überwältigt und glücklich, dass ich nicht anders konnte. Einfach unglaublich: „Das war mein Jakobsweg – und er war einfach nur perfekt.“

Am letzten Tag ihrer Wanderung auf dem Jakobsweg haben Michaela Gebauer (25) und ihre Freundin Kristin Willecke (22) „ihren Weg“ gefunden. Für die Gesundheitswochen berichtet Michaela vom Aha-Effekt ihrer Pilgerreise, Reiseblindheit und warmen Thermalquellen. Dass lautes Singen zur guten Laune beiträgt, haben die beiden ebenfalls ausführlich ausprobiert.

Angebote für Mitarbeiter fördern Gesundheit am Arbeitsplatz

Bewegte Pause, Azubifit und mehr: Wolfsburger Logistikunternehmen Schnellecke bietet betriebliches Gesundheitsmanagement an

Gesunde Mitarbeiter: Beim Logistikunternehmen Schnellecke gibt es unter anderem die Angebote „Azubifit“ und „Bewegte Pause“. PRIVAT
Gesunde Mitarbeiter: Beim Logistikunternehmen Schnellecke gibt es unter anderem die Angebote „Azubifit“ und „Bewegte Pause“. PRIVAT

Von Melanie Köster 

WOLFSBURG. Stundenlanges Sitzen vor dem Bildschirm oder auch schweres Heben: Der Arbeitsplatz fördert oft nicht unbedingt die Gesundheit. Viele Unternehmen haben deshalb ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), so auch das Wolfsburger Logistikunternehmen Schnellecke: „Maschinen kann man einfach ersetzen, bei Mitarbeitern geht das nicht. Deshalb ist es uns wichtig, dass wir unsere Mitarbeiter fit und gesund halten“, erklärt Sina Liers, Referentin Kommunikation und Marketing.

Ein bedeutender Teil des BGM bei Schnellecke ist das Azubifit-Programm. An allen deutschen Standorten nehmen die Auszubildenden im ersten Lehrjahr an zwei Seminaren teil, bei denen die Themen Ernährung, Stress, Ergonomie und Bewegung auf dem Programm stehen. Die jungen Mitarbeiter testen außerdem einen gerontologischen Anzug, der ihnen zeigt, was mit zunehmendem Alter alles schwieriger wird. „Die Ausbildung ist ein neuer Lebensab schnitt, deshalb wollen wir von Anfang an dazu anregen, etwas für die Gesundheit zu tun“, sagt Tina Verter. Sie ist bei Schnellecke für das BGM zuständig.

Schnellecke hat verschiedene weitere Angebote für die Frei- und Arbeitszeit. In Wolfsburg gibt es regelmäßig bewegte Pausen mit Dehnübungen, außerdem nehmen Mitarbeiter an Firmenläufen teil. Über eine Kooperation mit einem Fitnessstudioverbund können die Angestellten deutschlandweit vergünstigt Sport treiben oder schwimmen gehen. „Mir ist wichtig, dass für jeden Mitarbeiter etwas dabei ist“, fasst Verter zusammen. Denn: Die Angebote helfen, die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern.

Gymnastik in China, Tanz in Südafrika

Schnellecke hat als international tätiges Unternehmen insgesamt 19.400 Mitarbeiter in 14 Ländern, die auf vier Kontinenten liegen – welche Rolle spielt Gesundheit im Betrieb anderswo auf der Welt?

Firmenläufe wie in Wolfsburg machen die Schnellecke- Mitarbeiter beispielsweise auch in der Slowakei, Tschechien, Polen oder Südafrika. In Spanien wird hingegen Rad gefahren. Insgesamt ließen sich aber unterschiedliche Kulturen der Bewegung am Arbeitsplatz beobachten, erzählt Sina Liers: „In China wird jeden Morgen vor Arbeitsbeginn eine Stunde Morgengymnastik gemacht, in Südafrika wird dafür eher getanzt.“

Hierzulande werde im betrieblichen Gesundheitsmanagement bereits viel gemacht, „es gibt aber noch Luft nach oben“, erklärt Tina Verter. Insbesondere die skandinavischen Länder seien Vorreiter und teilweise auch Vorbilder bei der Gesundheitsförderung im Betrieb.

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