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Home Sonderthemen Sonstiges Es ist wichtig, Verluste zu verarbeiten
15:26 26.06.2020
Auf den Tod eines geliebten Menschen folgt der Prozess des Trauerns. Foto: Helene Souza / pixelio.de

Häufig kommt er ganz unerwartet, manchmal kündigt er sich schon früh an und dennoch erschüttert er das Leben eines jeden Menschen: der Tod. Mit dem Verlust eines geliebten Wegbegleiters fallen viele Angehörige sinnbildlich in ein tiefes Loch – ganz unerheblich, ob es sich dabei um die eigene Mutter, die beste Freundin, den verschmusten Kater oder den treuen Rauhaardackel handelt.
       

„Die Begegnung mit dem Tod ist für viele Betroffene ein erschütterndes und einschneidendes Erlebnis“, weiß Lebensberaterin Kerstin Scherer. „Um mit dieser Erfahrung umzugehen, hilft es, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.“ Dafür gibt die Expertin ein paar Anregungen mit auf den Weg.

Akzeptanz statt Verdrängung

„Viele Menschen verdrängen den Tod und wenn er dann in ihr Leben tritt, trifft es sie völlig unvorbereitet. Aber irgendwann einmal steht jeder am Grab eines geliebten Menschen. Als letzter Abschnitt ist der Tod unumgänglich und unmittelbar mit dem Leben verknüpft. Der erste Schritt im Umgang mit der Endlichkeit liegt darin, sich aktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen und sich dabei auch die Angst vor der eigenen Sterblichkeit vor Augen zu führen. Natürlich ist das keine Frage, die Menschen tagtäglich umtreibt, aber zumindest einmal im Leben sollte der Tod als unumgänglicher Bestandteil des Daseins reflektiert werden.“

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Hier und jetzt

„Wer sich mit dem Tod beschäftigt, setzt sich automatisch mit dem Leben auseinander. Diese beiden Dinge sind bedingungslos miteinander verknüpft. In diesem Reflexionsprozess stellen sich viele Menschen Fragen wie: Was ist mir wirklich wichtig im Leben? Was möchte ich unbedingt machen? Einigen hilft dabei eine sogenannte Löffelliste, auf der sie alle Punkte aufführen, die sie noch genießen möchten. Je eher diese Wünsche umgesetzt werden, desto besser. Denn wer seine Träume lebt, hat am Ende nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben.“

Abschied nehmen

„Genauso wie engste Vertraute das Leben eines einzelnen begleiten, sollten sie auch bei dessen letztem Gang an seiner Seite stehen. Wer die Augen vor dem Unausweichlichen verschließt und sich in diesem Moment zurückzuzieht, nimmt sich selbst die Chance auf Abschied. Besonders die letzten Momente miteinander sind häufig geprägt von Liebe, aus welcher Angehörige wiederum viel Kraft schöpfen können. Wichtig ist, dass nichts ungeklärt bleibt, denn nur so können Betroffene friedvoll gehen.“

Zeit lassen

„Trauerverarbeitung braucht Zeit und Raum und gestaltet sich als ganz individueller Prozess. Jeder bewältigt den Abschied von einem geliebten Wegbegleiter auf seine eigene Art und Weise, in eigener Intensität und in seinem eigenen Tempo. Nur wer sich die Zeit zugesteht, die er braucht, kann das Erlebte für sich verarbeiten.“

Aushalten

„Auch wenn es gelingt, den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren, bleibt die Trauer über einen Verlust nicht aus. Diesen Schmerz gilt es auszuhalten und wahrzunehmen. Wer diesen Prozess ganz bewusst durchschreitet, geht danach kraftvoller, liebevoller und erfahrener ins Leben zurück.“
      

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