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Wolfsburg
11:43 17.11.2021
Udo von Ey, Vorsitzender der City-Gemeinschaft Gifhorn. Foto: privat

Hinter der Kaufmannschaft und den Gastronomiebetrieben liegen schwierige Zeiten. Die Pandemie hat die Geschäfte und Lokale in den Innenstädten hart getroffen. Doch in Gifhorn hat man die Zeit genutzt und Pläne geschmiedet, damit das Herz der Stadt auch in Zukunft lebendig und lebenswert bleibt. 

„Während des ersten Lockdowns herrschte Weltuntergangsstimmung“, erinnert sich Udo von Ey, Vorsitzender der City-Gemeinschaft Gifhorn. Die Sorge, dass sich die Gewohnheiten der Menschen während der Pandemie radikal wandeln könnten, trieb die Einzelhändler um. „Einkaufen vom gemütlichen Sofa aus ist so einfach geworden: ein paar Klicks, fertig“, so von Ey. Doch schon im Sommer 2020 stellten die Verantwortlichen erleichtert fest: Die Gifhorner wissen ihre Innenstadt zu schätzen, sie genießen es, hier unterwegs zu sein. Sobald es ging, bummelten sie durch die Fußgängerzone, die Geschäfte und ließen sich beim Lieblingsitaliener Eis und Pizza schmecken. Doch dieses positive Signal könne nicht darüber hinwegtäuschen, sagt Udo von Ey, „dass wir uns im Strukturwandel befinden“. Dass die Lebensfreude auch nach dem zweiten Lockdown in die Innenstadt zurückgekehrt ist, hat den Verantwortlichen aber gezeigt, dass es sich lohnt, ins Herz der Stadt zu investieren.
 

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Von der Einkaufsmeile zur Wohlfühlmeile

„Wenn die Leute heute gerne ins Zentrum kommen, bedeutet das nicht automatisch, dass es in fünf oder zehn Jahren noch genauso ist“, verdeutlicht er. „Deshalb muss sich die Innenstadt weiterentwickeln, und zwar schnell“, so Udo von Eys Appell. Die City-Gemeinschaft Gifhorn will die Entwicklung positiv begleiten, versichert der Vorsitzende der Werbegemeinschaft.

Ideen gibt es bereits viele. Man arbeite an einem Konzept für eine „Wohlfühlmeile“. Denn: Einkaufsmeile war gestern. „Der Mensch als soziales Wesen will sich treffen und austauschen. Das hat uns die Pandemie sehr deutlich gezeigt. Deshalb müssen wir Plätze schaffen, an denen sich die Leute gerne aufhalten.“ Für Udo von Ey heißt das unter anderem: Neben Geschäften und ansprechender Gastronomie benötigt die Innenstadt beispielsweise Spielmöglichkeiten mit Aufenthaltsqualität für alle Generationen und mehr Grün für ein angenehmes Mikroklima. „Aus unserer Sicht ist auch das Kulturangebot ein wichtiger Faktor für die Innenstadt“, erklärt der Vorsitzende der City-Gemeinschaft Gifhorn. Neben dem bereits vorhandenen Kino könnte er sich eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen gut vorstellen.
 

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Wohnen in der Innenstadt

Ein weiteres bedeutendes Element innerstädtischen Lebens ist für Udo von Ey das Wohnen. „Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen“, sagt von Ey, selbst Bewohner der Innenstadt. Als Beispiele nennt er ausreichend Kindergärten, eine Grundschule und genügend Parkraum für die Anwohner. „Ich weiß aber, dass man bei der Stadt bereits daran arbeitet, die Innenstadt in dieser Hinsicht attraktiver zu gestalten“, sagt er. Schon jetzt entsteht von Ey zufolge moderner Wohnraum, beispielsweise in aufwendig sanierten Fachwerkhäusern, aber auch in Neubauten oder Häusern jüngeren Baujahrs. „Schöne Wohnungen in der Innenstadt sind für alle Generationen attraktiv. Alles ist fußläufig zu erreichen und es gibt Möglichkeiten, Lebensmittel einzukaufen und den Bedarf des täglichen Lebens zu decken.“


„Schöne Wohnungen in der Innenstadt sind für alle Generationen attraktiv.“

UDO VON EY


Die City-Gemeinschaft will sich auch dafür einsetzten, dass die Innenstadt gut und bequem erreichbar bleibt. „Wir wollen da kein Verkehrsmittel ausschließen“, betont von Ey und nennt als Beispiele den öffentlichen Nahverkehr und Fahrräder. Es könne nicht sein, sagt er, dass Menschen an der Bushaltstelle im Regen stehen gelassen werden.

Mühlenmuseum anbinden

Die Testphase, in der Radverkehr in der Fußgängerzone zugelassen ist und die noch bis Ende November dauert, ist bereits Teil des Konzepts. „Das Angebot wird gut angenommen, die provisorischen Fahrradständer sind oft belegt“, hat der Vorsitzende der City-Gemeinschaft Gifhorn beobachtet. Als Konsequenz daraus kann er sich unter anderem Fahrradstreifen in der Fußgängerzone und auf jeden Fall weitere Fahrradständer vorstellen. Wunsch der City-Gemeinschaft sei auch die fußläufige Anbindung des Mühlenmuseums an die Innenstadt, sagt von Ey. Eine Brücke über die Ise zum Schloss wäre hier denkbar und zweckmäßig. „Das Mühlenmuseum ist ein Anziehungspunkt für Touristen von außerhalb. Und es hat Potenzial“, so von Ey, der in diesem Zusammenhang auch die Weiterentwicklung des Mühlenmuseums fordert. Für Gifhorn habe die Einrichtung sogar eine identitätsstiftende Wirkung, findet er. „Wir von der City-Gemeinschaft bezeichnen Gifhorn gerne als ‚familienfreundliche Mühlenstadt’.“ (bea)
 

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