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Home Sonderthemen Sport/Vereinsleben Europa League
14:39 15.09.2020

Und schon wieder die Ukraine. Das wird sich wahrscheinlich so mancher VfL-Fan gedacht haben, als er die Auslosung für die Qualifikation zur Europa League verfolgt hat. Denn: Gewinnen die Wolfsburger am 17. September beim albanischen Klub FK Kukesi, winkt eine magische Europapokal-Nacht gegen Desna Chernihiv aus der Ukraine. Namen, die zum Träumen einladen.

Also wieder ein ukrainischer Klub, mag man meinen. Der VfL scheint Dauergast in dem Land zu sein, in dessen Osten nach wie vor eine politisch sehr angespannte Situation herrscht. Alleine in der vergangenen Europa-League-Saison hatte es der VfL mit zwei ukrainischen Klubs zu tun: dem FC Olexandrija in der Gruppenphase (3:1; 1:0) und Schachtar Donezk im Achtelfinale (1:2; 0:3). Fun Fact: Das waren die vier einzigen Begegnungen mit Klubs aus dem osteuropäischen Land. Von daher verspricht das Duell mit Kukesi mehr Aufregung – schließlich ist es das erste Aufeinandertreffen der Wolfsburger mit einem Klub aus Albanien. Sogar für Manager Jörg Schmadtke ist das Team ein unbeschriebenes Blatt. „Ich kann dazu nicht viel sagen, ich bin im albanischen Fußball nicht besonders bewandert“, sagte er nach der Auslosung mit einem Schmunzeln.

Gegen die ukrainischen Teams ist die Ausbeute durchwachsen, zwei Siege, zwei Niederlagen – sechs Punkte aus vier Spielen also. Ausbaufähig. Ein Blick auf die Europa-Cup-Statistik der Wolfsburger zeigt: Gegen Klubs aus anderen Ländern war der VfL deutlich erfolgreicher. Wie zum Beispiel gegen schwedische Teams – so geschehen ebenfalls in der vergangenen Saison, der VfL setzte sich zweimal gegen Malmö FF (2:1; 3:0) durch, gewann dazu in der Saison 2005/06 in der dritten Runde des UI-Cups zweimal 2:0 gegen den IFK Göteborg. Vier Spiele, vier Siege. Mehr geht nicht. Ebenfalls stark war der VfL auch gegen russische Teams – insgesamt gab‘s (in Punkte umgerechnet) 19 Zähler aus acht Begegnungen.

Am häufigsten hat sich der VfL im Europapokal mit französischen Mannschaften gemessen. 14 Spiele stehen da in der Historie zu Buche, das erste stieg bereits vor 20 Jahren: In der Saison 2000/2001 bekam es der VfL in der dritten Runde des UI-Cups mit dem CS Sedan zu tun. Die älteren VfL-Fans werden sich sicherlich noch gut an das 0:0 und den 2:1-Sieg in diesem spektakulären Wettbewerb erinnern, der praktisch der Vorgänger des heutigen EL-Qualifikations-Marathons ist – und schon zu jener Zeit ebenso beliebt war. Aber: Nachdem der VfL das erste Aufeinandertreffen mit einem französischen Teams gut überstanden hatte, lief‘s danach nicht mehr wie am Schnürchen: In den zwölf weiteren Duellen mit Teams aus dem Nachbarland gab‘s umgerechnet lediglich elf magere Zähler. Das macht nur 15 Punkte aus 14 Spielen.

Aber es geht noch schlechter: Gegen englische Teams bot der VfL in aller Regel Magerkost. Neun Spiele, sechs Punkte. Da geht mehr. Immerhin: In der großartigen CL-Saison 2015/2016 setzte sich Wolfsburg im Rückspiel der Gruppenphase mit 3:2 gegen Manchester United durch – im Hinspiel hatte es im Old Trafford aber noch eine 1:2-Pleite gesetzt.

Apropos CL-Saison 15/16: Im Viertelfinale gab‘s da im Hinspiel dann noch das legendäre 2:0 gegen Real Madrid (Tore von Maximilian Arnold und Ricardo Rodriguez) - im Rückspiel aber doch noch die 0:3-Niederlage und das Aus. Portugals Superstar Cristiano Ronaldo (alle drei Tore) und seine zehn nicht weiter auffälligen Mitspieler ließen dem VfL keine Chance. Gegen spanische Teams kommt der VfL insgesamt nur auf sieben Punkte aus sechs Spielen, auch unter diesen Gesichtspunkten hätte sich ein Sieg im Viertelfinal-Rückspiel gelohnt.

Nun also gegen einen Klub aus Albanien. Aus VfL-Sicht bleibt zu hoffen, dass die Bilanz dann nicht so ausfällt wie die gegen Vereine – oder besser: einen Verein – aus der Schweiz. Denn nur gegen die Eidgenossen ist der VfL bei mindestens einem Spiel noch ohne Punkt. In der zweiten Runde des UI-Cups der Saison 2004/05 bekamen es die Wolfsburger mit dem FC Thun zu tun. 2:3 und 1:4 endete das Drama in zwei Akten. Der FK Kukesi wird alles daran setzen, dass die Grün-Weißen dieses Schicksal erneut ereilt. Ex-VfL- und Ex-Kukesi-Profi Valdet Rama hat daher schon gewarnt: „Für die Jungs wird das Spiel gegen den VfL ein Highlight werden, die Wolfsburger sind zwar Favorit, aber sie müssen trotzdem aufs Gaspedal treten.“ Zeit, für eine weitere magische EL-Quali-Nacht. (ben)

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