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Wolfsburg
15:09 09.12.2021

Ehra-Lessien. Diese Weihnachts-Aktion kann das Corona-Virus zum Glück nicht stoppen: Auch wenn durch die Pandemie organisatorisch alles ein wenig anders ablaufen muss, hat der Förderverein „Ehra-Lessien, ein Dorf – ein Team e. V.“ alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit im Rahmen der Aktion „Wunschbaum“ auch in diesem Jahr die Kinder der in der Samtgemeinde Brome untergebrachten Familien ein Weihnachtsgeschenk bekommen. Noch werden Geschenkpaten gesucht, damit wirklich jedes Kind ein Päckchen auspacken kann.

Der „Motor“ dieser Aktion ist Anne-Kathrin Schulze. Die ehrenamtliche Betreuerin der Kinderkleiderkammer in der Flüchtlingswohnanlage in Lessien ist die treibende Kraft vor Ort, dank ihres Engagements wird so mancher Kindertraum wahr. Sie erfragt die individuellen Wünsche der Kinder aus den Flüchtlingsfamilien, von denen viele (noch) kaum Deutsch sprechen. „Das gemeinsame Malen von Wunschzetteln ist aufgrund der Corona-Situation in Lessien derzeit nicht möglich“, bedauert sie. Und auch, ob der Weihnachtsmann in diesem Jahr wieder persönlich die Päckchen ausliefern könne, sei leider noch nicht sicher. „Aber wir möchten, dass die Kinder auf jeden Fall ein Geschenk bekommen.“

Auch im Aufenthaltsraum des Pastor-Bammel-Hauses in Brome steht ein Wunschbaum für die dort lebenden 20 Kinder sowie für sechs Kinder in dezentral untergebrachten Flüchtlingsfamilien in Brome, Voitze und Zicherie. Gemeinsam mit Astrid Leibach und Sozialarbeiterin Grit Dunkel haben auch hier die Kinder für ihren Baum Wunschzettel gebastelt – die inzwischen allesamt vergeben sind. Darüber freut sich Heimleiter Ulrich Reimer sehr: „Die Geschenkpaten der vergangenen Jahre haben sich auch dieses Mal einen Wunschzettel vom Baum gepflückt, kaum dass dieser aufgestellt war. Dafür danken wir von Herzen!“

In Ehra-Lessien sieht die Situation etwas anders aus, denn hier gilt es deutlich mehr Kindern ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. „Wir wissen noch gar nicht genau, wie viele Kinder in der Weihnachtswoche in der Flüchtlingswohnanlage in Lessien leben werden. Es sind aber jetzt schon fast 100 Kinder, und es können bis Weihnachten noch mehr werden“, sagt Jenny Reissig, Vorsitzende des Vereins „Ehra-Lessien, ein Dorf – ein Team“. Derzeit sei besonders der Zuzug kinderreicher Großfamilien aus Kriegs- und Krisengebieten zu beobachten. Zudem wohnen auch in Ehra noch einige dezentral untergebrachte Kinder in Flüchtlingsfamilien, denen der Förderverein ebenfalls ein Geschenk zu Weihnachten machen möchte. In der Vergangenheit wurden die Päckchen in erster Linie mit über das Jahr eingegangenen Sachspenden sowie zugekauften, durch Geldspenden finanzierten Artikeln und Süßigkeiten gepackt.

„Bei über hundert Kindern wächst uns das aber inzwischen über den Kopf“, sagt Jenny Reissig. „Deshalb suchen wir in diesem Jahr erstmalig Geschenkpaten, die uns Geld spenden. Für 30 Euro können wir jeweils ein Kind mit einem Geschenk und einer Naschtüte überraschen. Wir freuen uns über jede Unterstützung“, appelliert Reissig.