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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Gemeinsam singen und Spaß haben ist das beste Erfolgsrezept
00:00 25.10.2019
Copyright MGV und Frauenchor Hillerse

Der Hillerser Chor scheint in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes zu sein. Da ist zunächst einmal der Name Männergesangverein und Frauenchor Hillerse, der manchen dazu verleitet zu glauben, dass es zwei Hillerser Chöre gäbe – nämlich einen für Männer und einen für Frauen. „Immer wieder wird der Vorschlag an uns herangetragen, uns ‚Gemischter Chor Hillerse‘ zu nennen, aber das wollen wir nicht“, stellt Rolf Dürkop, der erste Vorsitzende des Chores fest. Zwar sei der Name etwas sperrig, aber auch ein Alleinstellungsmerkmal, wie Chordirektor FDC (Fachverband der Chorleiter) Wilhelm Maesmanns betont: „Es gibt keinen anderen Chor mit so einem Namen.“

Zum zweiten ist der Hillerser Chor schon seit 150 Jahren erfolgreich und verfügt über 60 aktive Mitglieder. Für ein Dorf mit rund 2500 Einwohnern ist das durchaus bemerkenswert! „Das liegt am Liedgut und am Chorleiter. Das ist die Voraussetzung für den Erfolg“, sagt Rolf Dürkop. „Wir haben eine gesunde Mischung aus traditionellen und modernen Stücken im Programm. Das hören die Leute gerne.“ Für Wilhelm Maesmanns ist außerdem der A-cappella-Gesang wichtig für die Qualität der Darbietung: „Während viele moderne Chöre ohne instrumentelle Begleitung gar nicht mehr singen können, setzen wir das nur ganz sparsam ein. Ich nenne das ‚Singen ohne Steckdose‘. Und solange ich vorne stehe, wird der Chor das A-cappella-Singen auch nicht vernachlässigen“, sagt er kämpferisch, aber mit einem Augenzwinkern.

Ein dritter Erfolgsfaktor des Hillerser Chores scheint zu sein, dass die Geselligkeit nicht vernachlässigt wird, und zwar in vielerlei Hinsicht. „Das gemeinsame Singen im Chor macht unheimlich viel Spaß!“, stellt Pressewartin Uta Nölke begeistert fest. „Ich komme erledigt zur Probe und fahre anschließend gut gelaunt nach Hause.“ Darüber hinaus legt der Chor viel Wert auf gemeinsame Unternehmungen außerhalb der Proben und Auftritte: „Wir veranstalten Chorfahrten, Pufferessen und Braunkohlwanderungen und laden natürlich auch unsere fördernden Mitglieder dazu ein“, erklärt Rolf Dürkop. Nicht zuletzt spielt der Chor auch eine wichtige Rolle im Dorfleben: Er tritt auf bei Gottesdiensten und Volksfesten, er singt Ständchen bei weißen und goldenen Hochzeiten, gibt Adventskonzerte und veranstaltet Hofsingen. Dabei können sich die Sängerinnen und Sänger immer auf die Unterstützung anderer Vereine verlassen: „Hier in Hillerse helfen wir uns gegenseitig“, bekräftigt Rolf Dürkop.

Konzerte regelmäßig ausverkauft
  

Bei Chorfahrten (wie hier ins Alte Land), Braunkohlwanderungen und sonstigen geselligen Aktivitäten sind natürlich auch die passiven Mitglieder mit von der Partie.
Bei Chorfahrten (wie hier ins Alte Land), Braunkohlwanderungen und sonstigen geselligen Aktivitäten sind natürlich auch die passiven Mitglieder mit von der Partie.

Weil der Hillerser Chor nicht nur etwas Besonderes, sondern auch besonders gut ist, verwundert es nicht, dass er sich über eine große Fangemeinde freuen kann. Konzerte im 240 Gäste fassenden Saal im Hillerser Hof sind regelmäßig ausverkauft. „Es kommen auch immer mehr Zuhörer von auswärts“, hat Wilhelm Maesmanns festgestellt. Und nicht nur hier, auch außerhalb der Region präsentiert sich der Männergesangverein und Frauenchor Hillerse erfolgreich und war im April einer Einladung vom Arion-Chor nach Wittenberge an der Elbe gefolgt. Eine besondere Auszeichnung ersang sich der Chor 2011 beim Chorwettbewerb des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen: Dort erhielt er die zweithöchste Auszeichnung „mit gutem Erfolg teilgenommen“.

Einer der wichtigsten Auftritte der vergangenen Jahre war das Konzert in der Gifhorner Stadthalle, das der Chor 2016 zusammen mit dem Feuerwehrmusikzug Hillerse bestritt. „Die Karten für das Konzert waren innerhalb von ein paar Stunden ausverkauft“, berichtet Uta Nölke stolz, denn immerhin bietet der Theatersaal in der Stadthalle Platz für 500 Menschen!
  

Wilhelm Maesmanns (links), Ulrike Nölke und Rolf Dürkop haben bei den Chorproben viel Spaß und freuen sich über neue Kollegen.
Wilhelm Maesmanns (links), Ulrike Nölke und Rolf Dürkop haben bei den Chorproben viel Spaß und freuen sich über neue Kollegen.

Ebenfalls nach kürzester Zeit waren auch für das Jubiläumskonzert am 28. September im Hillerser Hof keine Karten mehr zu bekommen. Uta Nölke, Wilhelm Maesmanns und Rolf Dürkop strahlen um die Wette, wenn sie an ihren jüngsten Auftritt anlässlich des 150-jährigen Chorbestehens denken. „Wir haben uns Mitmusiker eingeladen, mit denen wir schon erfolgreich zusammengearbeitet haben oder die hier im Dorf bei früheren Auftritten bereits gut ankamen. Wir wollten das Konzert bewusst abwechslungsreich gestalten“, erklärt Rolf Dürkop. Dieses Konzept ging unbedingt auf. „Das Publikum war bis zum Schluss aufmerksam. Auf dem Konzertmitschnitt ist bestenfalls mal ein Räuspern zu hören. Das hat mich überrascht“, freut sich Wilhelm Maesmanns.

Jeder ist willkommen mitzumachen

Obwohl der Hillerser Chor bei seinen Auftritten stets eine sehr hohe musikalische Qualität beweist, kann jeder mitmachen – auch ohne Vorkenntnisse oder gar die Fähigkeit, Noten lesen zu können. „Vorsingen gibt es bei uns nicht!“, stellt Wilhelm Maesmanns klar. „Wer neu ist, setzt sich einfach dazu, macht mit und findet heraus, welche Stimmlage zu ihm passt.“ In den Proben fordert er die Sängerinnen und Sänger, aber er überfordert sie nicht. „Als gebürtiger Rheinländer habe ich den Vorteil, dass ich auch mal meinen Dialekt einfließen lassen kann, um deutlich zu machen, wie eine Passage zu singen ist“, sagt er schmunzelnd. Dabei berücksichtigt er jedoch die Grenzen seiner 60 Gegenüber: „Ein freiwillig gesungenes Mezzoforte klingt schöner als ein erzwungenes Piano“, stellt er fest und meint damit, dass er nichts durchsetzen will, was der Chor nicht umsetzen kann. Rolf Dürkop pflichtet ihm bei: „Das hast du schön gesagt!“ Uta Nölke beruhigt: „Unser Chordirektor hört zwar genau, wenn jemand einen Fehler macht, und spricht es an. Es wird jedoch niemals jemand vorgeführt.“

Die Sängerin erzählt, wie sie sich mit ihrer Altstimme im Chor zurechtfindet: „Ich höre auf das, was der Chorleiter sagt, und behalte ihn im Auge, um meinen Einsatz nicht zu verpassen.“ Manchmal sei es für sie besonders bei bekannten Liedern eine Herausforderung, die Altstimme zu lernen, weil sie die Leadstimme im Ohr hat. Doch nach einigen Proben sei die Sicherheit da, sich von den anderen Stimmen im Chor nicht mehr irritieren zu lassen. Aber auch umgekehrt habe der Alt seine Tücken: „Weihnachtslieder aus unserem Programm kann ich nicht mehr normal singen, weil ich nur noch die Altstimme kann“, sagt sie schmunzelnd.

Alle drei würden sich freuen, wenn sie neue Chormitglieder fürs Mitmachen begeistern könnten. „Gerade jetzt ist der Zeitpunkt für einen Einstieg besonders günstig, weil wir mit neuem Liedgut beginnen“, macht Wilhelm Maesmanns Interessierten Mut. (gw)
  

Neue Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen, bei der Chorprobe vorbeizuschauen und einfach mitzumachen! Geprobt wird mittwochs, ab 20.00 Uhr im Vereinslokal „Gasthof an der Oker“.

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