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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Geschlechtergerechtigkeit – Riesenaufgabe für die Kommune
06:22 27.04.2018
Natascha Heumann achtet auch in der Verwaltung auf die Fortschritte des Gleichstellungsprozesses.

Als die examinierte Sozialpädagogin Natascha Heumann vor 18 Jahren nach Niedersachsen zog, war sie im Personalwesen bei Volkswagen tätig. Qualifizierungsmaßnahmen und Assessment- Center gehörten ebenso zu ihren Aufgaben wie Talentsuche. Und sie engagierte sich ehrenamtlich in ihrer neuen Heimat, der Samtgemeinde Papenteich. Dort gründete sie während der Elternzeit einen Waldkindergarten, arbeitet mit im Verein „Dorf und Leben“ und setzt sich stets für die Stärkung der Frauenrechte ein.

Dadurch beobachtete sie nebenbei sehr aufmerksam, wie in den Kommunen nach und nach die per Gesetz in den 90er Jahren geschaffenen Stellen für Frauenbeauftragte besetzt wurden. „Zu ihnen in die Sprechstunde kamen Frauen, die in der Hauptsache über Themen wie Trennung und Scheidung, Missbrauch und Gewalt in der Familie sprechen wollten. Auch plötzliche Armut von Alleinerziehenden nahm immer mehr Raum ein“, weiß Natascha Heumann.

Neudefinition der Funktion

Das ist bis heute so. Doch Gleichstellungsbeauftragte sind nun auch Ansprechpartnerinnen und nicht nur für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde da. Denn mit der bundesweiten Novellierung des Gleichstellungsgesetzes sind weitreichende Aufgaben zur Arbeit der Frauenbeauftragten hinzugekommen. Die sind inzwischen im Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetz geregelt, und das zielte auf die Erhöhung der Frauenanteile in Führungspositionen und Gremien ab, erst recht auf die Gleichstellung am Arbeitsplatz. Ebenso sollte dafür Sorge getragen werden, endlich die Unterrepräsentanz von Frauen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen, bei Einstellung, Beförderung, Höhergruppierung und Übertragung höherwertiger Tätigkeiten abzubauen.

Ansprechpartnerin ist die Gleichstellungsbeauftragte für alle Bürgerinnen und Bürger.
Ansprechpartnerin ist die Gleichstellungsbeauftragte für alle Bürgerinnen und Bürger.

Genau dafür bringt Natascha Heumann als neue Gleichstellungsbeauftragte die entscheidende Qualifikation mit. Ihr sind die Instrumentarien für die Erstellung komplexer Personalentwicklungspläne geläufig – eine sehr gute Voraussetzung, die Ziele des Gleichstellungsplans, der aus dem novellierten Gesetz abgeleitet ist, zu verwirklichen.

„Zu dauerhaft gleichen Chancen im öffentlichen Dienst für beide Geschlechter wird man nur dann gelangen, wenn sich neben den Frauenrollen auch die Männerrollen ändern. Die Akzeptanz von Elternzeit bei männlichen Arbeitnehmern steigt und pflegende Familienangehörige sind nicht mehr nur ausschließlich Frauen, auch Männer fordern zum Beispiel Teilzeittätigkeiten“, erklärt Natascha Heumann die aktuellen Herausforderungen.

Entscheidungskompetenz auf höchster Ebene

Ob die „Frei leben ohne Gewalt“-Aktion oder der Handelstag – Natascha Heumann hat bereits große Projekte in der Samtgemeinde angeschoben.
Ob die „Frei leben ohne Gewalt“-Aktion oder der Handelstag – Natascha Heumann hat bereits große Projekte in der Samtgemeinde angeschoben.

Um gar nicht erst den Verdacht aufkommen zu lassen, dass die kommunale Gleichstellungsbeauftragte nur ein Schattendasein in der Verwaltung führen wird, wurde diese Position als Stabstelle in der Verwaltungsleitung angesiedelt. Natascha Heumann muss also als Gleichstellungsbeauftragte an allen Vorhaben, Entscheidungen und Maßnahmen mitwirken, die Auswirkungen auf die Gleichberechtigung und Anerkennung der gleichwertigen Stellung von Frauen und Männern haben. Dadurch ist sie auch in alle Personalentscheidungen der Samtgemeinde eingebunden.

© michaeldb/123RF
© michaeldb/123RF

Mit der Hilfe für Rat suchende Frauen und Männer und ihren Aufgaben innerhalb der Verwaltung will Natascha Heumann ihre Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte nicht bewenden lassen. Auch weiterhin möchte sie ihr frauenpolitisches Engagement in die Öffentlichkeit tragen, wie etwa mit dem „Handelstag von, für und mit Frauen“ am 24. Februar. Dieser Tag stand im Kulturzentrum Meinersen unter dem Zeichen der Begegnung, des Austauschens und Kennenlernens. Über fünfzig Ausstellerinnen aus der Umgebung hatten sich angemeldet, und einige Parteien sowie Vereine nutzten das Forum, um ihre Arbeit vorzustellen. Die Besucherinnen hatten die Gelegenheit, ihre frauenpolitischen Wünsche mit Kärtchen an einem Wunschbaum anzubringen – Wünsche, die die Organisatorin an die Verwaltungsleitung übergibt. Die große Resonanz auf diese Veranstaltung und der Wunsch auf Fortsetzung zeigen: Natascha Heumann ist als Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde auf dem richtigen Weg. (jv)


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