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Home Sonderthemen Gesundheit/Pflege Gymnastik hilft bei Schmerzen im Rücken oder den Gelenken
08:30 26.03.2019
Funktionsgymnastik und Rückengesundheit: Der TSV Hillerse bietet spezielle Kurse an. YVONNE DROSTE

Von Yvonne Droste 

LANDKREIS GIFHORN. Fallen Haus- und Gartenarbeiten zunehmend schwerer, zwackt es im Rücken, Nacken oder den Gelenken, dann kann Gymnastik im Wasser oder auf dem Trockenen Abhilfe schaffen.

„Dabei wird die Kraftausdauer gestärkt“, erklärt Susanne Altenhain, während sie ihre Wasserturner augenzwinkernd durch das Becken des Heilpädagogischen Kindergartens scheucht. Sie ist Rehasport-Übungsleiterin und leitet jeden Montagabend zwei Wassergymnastik-Gruppen des Kneipp-Vereins in Gifhorn.

In ihrer Gruppe sind vor allem Teilnehmer mit einer orthopädischen Diagnose und Verschreibung. Deshalb ist unter anderem diese Gruppe im Flyer des Kneipp-Vereins auch mit dem Vermerk „Funktionsgymnastik“ gekennzeichnet. Das Ziel ihrer funktionalen Sportübungen sei, dass man alltägliche Aufgaben wieder länger ausüben kann.

Für mehr Rückengesundheit: Die Wassergymnastik beim Kneipp-Verein ist sehr gefragt. YVONNE DROSTE
Für mehr Rückengesundheit: Die Wassergymnastik beim Kneipp-Verein ist sehr gefragt. YVONNE DROSTE

Und im Wasser sind diese Übungen einfacher und leichter durchzuführen“, sagt Susanne Altenhain, die auf Wunsch des Kneipp-Vorstands vor einem Jahr statt einer Trockengymnastik-Gruppe diese Gruppen übernommen hat. Denn „uns fehlen Übungsleiter im Bereich Wassergymnastik“, berichtet Melanie Iatridis und verweist auf lange Wartelisten. Sie ist Schatzmeisterin und Geschäftsstellenleiterin des Kneipp-Vereins und bittet jeden interessierten Übungsleiter, sich bei ihr oder anderen Vorstandsmitgliedern zu melden.

Gänzlich ohne Warteliste dagegen kann jeder, der etwas für seine Beweglichkeit tun möchte, an den Präventionssportgruppen des TSV Hillerse teilnehmen. Physiotherapeutin Monika Dankers leitet jeden Donnerstagabend zwei Gymnastikgruppen in der Sporthalle der Grundschule Hillerse. Verschrieben werden könne die Teilnahme an diesen Gruppen zwar nicht, aber „wir sind von den Krankenkassen anerkannt und dürfen Stempel verteilen“, sagt Ines Brown, Spartenleiterin „Turnen“ des TSV. Das bedeutet, dass alle, die an einem Rückvergütungssystem ihrer Krankenkasse teilnehmen und Stempel sammeln, am Ende bares Geld zurückbekommen.

Doch nicht nur diejenigen, die präventiv etwas tun möchten, sondern auch jene, die eine Nachsorge außerhalb ihrer verschriebenen Einzeltherapie- oder Rehabehandlung möchten, sind bei Monika Dankers gut aufgehoben: „Im Training nehme ich auf individuelle Beschwerden gern Rücksicht.“

- Info und Kontakt zum Kneipp- Verein Gifhorn: www.kneipp-gifhorn.de und Tel. 05371-940765

- Info und Kontakt zum TSV Hillerse: www.tsv-hillerse.de/turnen und Tel. 05373-64


Fotos: Roland Hermstein
Fotos: Roland Hermstein

WOLFSBURG. Für die Gesundheitswochen von AZ und WAZ stellen wir an zwölf Tagen zwölf Trainingseinheiten vor, die jeder in seiner Mittagspause einfach einschieben kann. „Man kann alle Übungen egal an welchem Ort machen!“, so Stephen Jur, der Leiter der Fitness-Abteilung des „Injoy“-Fitnessstudios in Wolfsburg. Wir stellen Ihnen täglich eine einfache aber effektive Übung vor. So können Sie dem Büroalltag für ein paar Minuten entfliehen und nebenbei spielerisch leicht etwas für Ihre Gesundheit tun. „Man sollte die Übungen in jedes Büro hängen!“, scherzt Jur. Die Übungen sind hauptsächlich zur Auflockerung und Stabilisierung der Muskulatur gedacht. Sie sind eine gute ergänzende Möglichkeit seine Muskulatur zu trainieren, „ersetzen jedoch ein qualifiziertes Muskeltraining nicht“, fügt der Chef-Trainer während des Trainings hinzu. Hier erklärt er Ihnen die Übung:

„Diese Übung löst die Brustmuskulatur und zieht den Rücken lang und gerade. Perfekt für zwischendurch!“, informierte Stephen Jur der Chef-Trainer des „Injoy“-Fitness- Centers uns. Neugierig geworden? Hier zeigt er, wie die Übung gemacht wird:

Ausgangsposition: sitzend

1. Legen Sie Ihre Hände schulter-breit auf die Kante des Tisches.
2. Schieben Sie sich so weit nach hinten bis der Rücken eine lange und gerade Linie bildet.
3. Die Brustwirbelsäule wandert dabei in Richtung des Bodens.
4. Halten Sie diese Position 20 bis 30 Sekunden lang und wiederholen Sie die Übung drei Mal.

„Als würde Ihre Brust an einem Band in Richtung Boden gezogen werden. So sollte sich das anfühlen!“, veranschaulichte Stephen Jur, der Cheftrainer des „Injoy“-Fitnessstudios, Heinrich-Heine-Straße 34A. Ein großer Dank geht an den Chef-Trainer für das Vorturnen der Übung! Text: Kinga Donasch


Trotz heutzutage deutlich leichterer Arbeitsbedingungen und nützlicher Haushaltshelfer sind Rückenschmerzen der häufigste Grund für Patienten, in Dr. Matthias Merkels Orthopädie-Sprechstunde im MVZ am Helios-Klinikum Gifhorn zu kommen. Waren es früher stark überlastende Arbeiten, die den Menschen zu schaffen machten, sei heute genau das Gegenteil dafür verantwortlich. „Durch überwiegend sitzende Tätigkeit werden bestimmte Muskelgruppen dauernd geschont“, führt Dr. Merkel aus. Besser sei es, sich im Berufsalltag häufiger wieder aufzurichten und Pausen vom Sitzen zu machen. „Ich empfehle pro Stunde zwei Minuten Pause, um sich die Beine zu vertreten.“ Das gelte auch für Vielfahrer und Kraftfahrer.

Für den Büroalltag gebe es Rückengesundheit fördernde Möbel und Geräte. „Ideal ist ein höhenverstellbarer Schreibtisch“, sagt Dr. Merkel. Doch dieses kostenintensive Möbelstück werde Arbeitnehmern nur dann bewilligt, wenn diese bereits eine Diagnose hätten. Deutlich preiswerter und die Rückenmuskeln im Sitzen trainierend seien dagegen bewegliche Hocker. Vieltelefonierern empfiehlt der Orthopäde ein Headset, denn das entlaste die Halswirbelsäule erheblich.

Für andere Alltagstätigkeiten wie zum Beispiel das Einkaufen empfiehlt Dr. Merkel, schwere Lasten wie Wasserkisten direkt am Körper zu tragen, diese aus leicht gebeugten Knien heraus anzuheben und abzusetzen, aber niemals mit durchgestreckten Knien vornübergebeugt. Bewegungsmuffel fordert er so auf: „Sehen Sie eine Treppe als Herausforderung!“ Dies gelte ebenso für regelmäßige Bewegung und Sport. Dazu zitiert er Albert Camus: „Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“ yd

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