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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Immer wieder hoch hinaus
00:00 19.04.2018

Hartmut Kaufmann kennt man als Vorsitzenden des DRK Ortsvereins Wesendorf. Mit viel Engagement setzt der 69-Jährige sich dort für seine Mitmenschen ein. Sehr engagiert betreibt er auch eine andere Leidenschaft: das Bergwandern.

Es sind schon mehr als einfache Wanderungen, die Hartmut Kaufmann seit Jahren immer wieder unternimmt. Der pensionierte Bundeswehroffizier nimmt an geführten Bergtouren teil, die in den Alpen über mehrere Tage von Hütte zu Hütte führen. „Als ich pensioniert wurde, wollte ich etwas machen, für das mir im Berufsleben und wegen der Familie einfach die Zeit gefehlt hat. Zu den Bergtouren bin ich gekommen, weil ich mein ganzes Leben Sport getrieben habe und schon immer eine Affinität zu den Bergen hatte. Und ich bin gerne zu Fuß unterwegs, da lag für mich das Wandern in den Bergen nahe“, sagt Kaufmann. In diesem Jahr wird er die nächste Tour in Angriff nehmen. „Ich gehe immer in der Gruppe einer Bergschule. Ein Bergführer ist dabei, der die Gruppe anführt und der speziell für solche doch recht anspruchsvollen Touren ausgebildet ist.“ Sechs oder sieben Tage dauert so eine Bergwanderung und alles, was man unterwegs braucht, muss im Rucksack mitgenommen werden. „In den Bergen muss man auf ganz unterschiedliche Wetterlagen vorbereitet sein. Da kann es von einem Augenblick zum nächsten schon heftig regnen oder schneien – und dann braucht man eine ordentliche Jacke. Oder auch Kleidung zum Wechseln, falls man nass geworden ist oder es einen Kälteeinbruch gibt. Wir hatten aber auch schon Temperaturen um 30° Celsius, da ist man froh, wenn man ein T-Shirt anziehen kann. Wichtig ist auch, dass man unterwegs genügend Wasser zum Trinken dabei hat. Da kommt schon einiges zusammen und dann wiegt der Rucksack schnell mal elf Kilo“, erklärt der 69-Jährige.

Anspruchsvolle Touren

Sechs bis sieben Tage sind die Gruppen der Bergschule in der Regel in den Bergen unterwegs. Ohne größere Pausen wandern sie täglich bis zu acht Stunden in Höhen bis 3.000 Metern.
Sechs bis sieben Tage sind die Gruppen der Bergschule in der Regel in den Bergen unterwegs. Ohne größere Pausen wandern sie täglich bis zu acht Stunden in Höhen bis 3.000 Metern.

Achensee in Tirol. Wie immer hat sich Kaufmann auch auf diese Bergwanderung vorbereitet: „Das ist hier in der Ebene natürlich nicht so einfach, aber ich habe eine ganz gute Grundkondition. Ich fange etwa sechs Wochen vorher an und gehe täglich 20 bis 25 Kilometer rund um Wesendorf. Dabei schlage ich ein zügiges Tempo ein und einen Rucksack trage ich, um mich an das Gewicht zu gewöhnen. Wenn möglich fahre ich auch in den Harz und gehe dort von Bad Harzburg auf den Brocken. Auf dem Weg nach oben bringt man so etwa 900 Höhenmeter hinter sich und wenn man das in rund drei Stunden schaffen will, dann ist das schon eine Herausforderung mit alpinem Charakter.“ 

Das ist wohl auch notwendig wenn man bedenkt, dass man im Gebirge dann täglich bis zu sieben oder acht Stunden ohne längere Pausen unterwegs ist und dabei nicht selten mehr als 1.000 Höhenmeter oder mehr überwindet. Sein Ziel ist immer, möglichst bis an 3.000 Meter Höhe zu kommen, sagt Kaufmann. „Mehr ist wegen der dünnen Luft dann doch schon recht beschwerlich“, meint er. Es sind anspruchsvolle Bergwanderungen, die er im Lauf der Jahre bewältigt hat. Die Alpenüberquerung, die Traumziele der Dolomiten mit den drei Zinnen, die Rätikondurchquerung an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz oder der Heilbronner Höhenweg bis auf 2.500 Meter Höhe zählen dazu.

Immer in Bewegung

Wenn dieses Jahr alles klappt, geht er eine Tour rund um den Watzmann, dort ist er noch nicht gewesen. Und den Dolomiten- Höhenweg Nr. 1 – den möchte er auch noch gerne einmal machen. Seine Bergwanderungen dokumentiert Kaufmann mit Fotos, aus denen er später eindrucksvolle Fotobücher macht, und mit Videos, um die beeindruckende Natur der Bergwelt festzuhalten, die ihn so begeistert. Warum es ihn immer wieder in die Berge zieht, kann er gar nicht so genau sagen. Vielleicht ist es der Reiz des Gegensatzes zur eher flachen niedersächsischen Landschaft. Vielleicht sind es aber auch seine Freude an der Bewegung, der Drang, immer wieder Neues zu entdecken, und die wundervolle Natur im Gebirge. Und er kann nur jedem raten, nicht aus Altersgründen zu sagen „das kann ich nicht“. Jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten Neues ausprobieren, sich etwas zutrauen und vor allem geistig und körperlich in Bewegung bleiben. Er selbst ist das beste Beispiel, denn er ist ja nicht nur für das DRK im Einsatz und im Gebirge unterwegs. Nebenbei singt er und spielt Gitarre dazu und gemeinsam mit einem Freund, der Akkordeon spielt, tritt er bei Geburtstagen oder DRK-Veranstaltungen auf. Außerdem macht er gerne ausgedehnte Paddeltouren mit dem Kajak, beispielsweise auf der Donau oder norwegischen Fjorden – aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte …


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