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Home Sonderthemen Sonstiges Immobilien sind eine vergleichsweise sehr sichere Anlagemöglichkeit
12:26 13.11.2018
Richt- und Schätzwerte: Dr. Volker Stegelmann (links) und Uwe Heißmeyer vom Gutachterausschuss kennen sich aus mit dem hiesigen Immobilienmarkt. JÖRG ROHLFS

Von Jörg Rohlfs

GIFHORN. „Seit 2010 steigen die Preise wieder“, sagt Dr. Volker Stegelmann, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Braunschweig-Wolfsburg. Immobilien seien eine vergleichsweise sehr sichere Anlagemöglichkeit und Altersvorsorge – aber nicht für jeden geeignet.

„Jeder muss sich überlegen, wie er leben will“, so Stegelmann. Wenn eine für gewöhnlich so langfristige Bindung wie ein Hauskauf oder -bau ins gewählte Lebensmodell passt, bliebe nur noch die Frage zu klären, „ob man es sich leisten kann“ – im Hinblick auf Eigenkapital und dauerhafte finanzielle Belastungen durch Kredite. Setzt man auch an dieser Stelle der Checkliste einen Haken, sollte man Eigentum erwerben.


"Der Immobilienmarkt bricht ein, wenn die Zinsen steigen."

Dr. Volker Stegelmann Vorsitzender des Gutachterausschusses


Mietfreies Wohnen im Alter oder die Wertsteigerung einer Immobilie im Hinblick auf einen – voraussichtlich sicheren – Wiederverkauf sind gute Gründe für einen Besitz von Haus und Hof. „Die Immobilienpreise schwanken nicht so wie Aktienkurse“, erklärt Uwe Heißmeyer, Leiter der Gifhorner Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, die im Katasteramt zuhause ist. Die Veränderungen am „vielschichtigen“ Markt seien eher mit einer „Sinuskurve über 20 Jahre hinweg“ zu beschreiben, sagt Stegelmann. Einbrüche bei den Preisen gebe es auch – wie beispielsweise 2008 durch die Bankenkrise – aber sie sind normalerweise von kurzer Dauer. „Und der Immobilienmarkt bricht ein, wenn die Zinsen steigen“, sagt Stegelmann.

Derzeit sind sie aber noch immer niedrig – man kann Eigentum gut verkaufen und günstig kaufen. Gerade vollziehe sich ein „Generationswechsel“, viele ältere Hausbesitzer wollen sich, was die Wohnsituation betrifft, verkleinern. Und viele junge Familien wollen dank der regional wirtschaftlich guten Situation ein Eigenheim.

Hausbau: Die eigenen vier Wände gelten als gute Anlagemöglichkeit. FOTO: DPA
Hausbau: Die eigenen vier Wände gelten als gute Anlagemöglichkeit. FOTO: DPA

Der Preis einer Immobilie sei – neben anderen, fassbaren Faktoren wie Alter, Größe, Ausstattung und Zustand – vor allem von einem besonderen Faktor abhängig: „Die Lage ist entscheidend“, so Stegelmann. Im Speckgürtel eines florierenden Industriestandortes werden vergleichbare Häuser immer mehr kosten als im hinteren Winkel eines Bundeslandes. Und weil der Trend „Raus aufs Land“ gebrochen und urbanes, zentrumsnahes Wohnen angesagt ist, ist es ebenda jetzt teurer.

Aufgabe des 1961 im Zuge der Aufhebung der Preisbindung bei Immobilien und der Einführung des Bundesbaugesetztes ins Leben gerufenen Gutachterausschusses ist es, „den Immobilienmarkt transparent zu machen“, so Stegelmann. Aussagen über Preise in der Region gibt der turnusmäßig herausgegebene Marktbericht ebenso wie zwei elektronische Tools, die auf der Homepage des Ausschusses unter www.gag.niedersachsen.de zu finden sind: der Immobilienkalkulator, anhand dessen der Schätzwert jeder Immobilie ermittelt werden kann, sowie BORIS, der die Bodenrichtwerte für Bauland sowie Land- und Forstwirtschaft nennt.

„Eines ist jedenfalls sicher“, meint Heißmeyer, „wer Land hat, der hält es fest – weil es nicht mehr wird.“

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