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Wolfsburg
00:05 22.04.2021
Fotos: Gemeinde Schönewörde

Bis Mitte letzten Jahres war die Zukunft der Alten Schule in Schönewörde ungewiss. Nachdem das Gebäude bis Anfang des Jahrtausends fast durchgängig als Schule genutzt und von vielen Schönewörder Bürgern als solche besucht wurde, stand es viele Jahre lang größtenteils leer. Die Gemeindeverwaltung und eine Mietwohnung beanspruchen nur einen kleinen Teil des Hauses. Doch den Leerstand eines so großen Gebäudes konnte sich die Gemeinde nicht leisten. Ein neuer Mieter musste her!

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Dafür gab es mehrere Interessenten, die die Alte Schule mit frischen Ideen wiederbeleben wollten. Eine freie Schule sollte einziehen, doch das Projekt platzte wegen Lehrermangel. Ein Unternehmen wollte eine Tagespflege in den großzügigen Räumen einrichten, doch auch dieses Vorhaben scheiterte – dieses Mal an fehlenden Fördergeldern. Schließlich meldete sich die Verwaltung der Samtgemeinde Wesendorf, die dringend Räume für die Erweiterung der Kita suchte. Von dieser Idee musste anschließend der Samtgemeinderat überzeugt werden. Bürgermeister Gerald Flohr erinnert sich: „Wir wollten die Alte Schule unbedingt erhalten. Dafür haben die Schönewörder Bürger gekämpft und sind bis vor das Wesendorfer Rathaus gezogen.”

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MIT VEREINTEN KRÄFTEN …

Schließlich stimmte der Samtgemeinderat dem Projekt zu. Von nun an ging alles erstaunlich fix. Für den Innenausbau der Alten Schule zu einer Kita, der fast 400.000 Euro kosten sollte, gab es keine Fördermittel. Deshalb übernahm die Samtgemeinde Wesendorf 180.000 Euro. Den Rest finanzierte die Gemeinde Schönewörde als Vermieter selbst. Im September letzten Jahres begannen die Planungen für den Umbau und schon ein halbes Jahr später war die Kita bezugsfertig. „Das war ein großartiges Zusammenspiel aller Beteiligten”, lobt Gerald Flohr. „Das Planungsbüro ‚Planschmiede 2KS‘ erledigte die Ausschreibung und sorgte dafür, dass sämtliche Gewerke pünktlich starteten. Auch die Zusammenarbeit mit der Samtgemeindeverwaltung klappte prima. Außerdem haben Schönewörder Bürger kräftig mit angefasst und den Bau vorangetrieben.”

… ZUM ZIEL

Schließlich öffnete die Kita pünktlich zum 1. März ihre Pforten. Bald werden zwei Gruppen mit jeweils 25 Kindern in den freundlichen Gruppenräumen und auf dem mit vielen tollen Geräten ausgestatteten Außenbereich he rumtollen.

Gerald Flohr freut sich über die neuen Nachbarn des Gemeindebüros. Erst hatte er über einen Schallschutz an der Trennwand zur Kita nachgedacht, erzählt er augenzwinkernd. Mittlerweile findet er es klasse, dass endlich wieder Kinderlärm in der Alten Schule zu hören ist, die auch er einst als Schüler besuchte.

Jetzt fehlt nur noch die Sanierung von Dach und Außenfassade, um das Wahrzeichen des Ortes, an dem so viele Erinnerungen so vieler ehemaliger Schönewörder Schüler hängen, auf Dauer zu erhalten. Dafür stellt das Land Niedersachsen im Rahmen der Dorferneuerung 480.000 Euro zur Verfügung. Im nächsten Jahr soll das Vorhaben in Angriff genommen werden.

DIE ZEIT BLEIBT NICHT STEHEN

Ein kleines, aber wichtiges Detail wird dabei eine entscheidende Rolle spielen: die Uhr auf dem Dach, die schon vor vielen Jahren stehen geblieben ist. „Die Uhr existiert seit dem Bau der Schule. Sie hat vielen Generationen im Ort die Zeit angezeigt, und durch ihr Schlagwerk konnte man sie sogar hören”, erklärt Gerald Flohr. Nun soll auch dieser historischen Uhr neues Leben eingehaucht werden in Form eines elektrischen Uhrwerks. Für ein neues Schlagwerk sorgen die Schönewörder selbst. Dafür haben sie eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Wenn die Uhr wieder funktioniert, dann haben wir den Erhalt des Schulgebäudes geschafft”, kündigt der Bürgermeister an. Diese Aussicht hat für ihn einen hohen Symbolcharakter, denn: „Es wird zeigen, dass die Zeit in Schönewörde nicht stehen geblieben ist.”


„Das Konzept von Leiterin Sandra Kausch lautet ‚Bewegungskita’: Hier sind die Kinder den ganzen Tag in Bewegung und viel an der frischen Luft.“


Gerald Flohr ist überzeugt davon, dass bei diesem Projekt alle Seiten gewonnen haben. „Der Neubau der Kita an einer anderen Stelle hätte mindestens drei Jahre gedauert und ein Vielfaches an Geld gekostet.” Darüber hinaus hätte man bei einem Neubau auf den gemütlichen Charme des alten Gebäudes und die großzügig geschnittenen Räume verzichten müssen. Nun blickt Gerald Flohr zufrieden zurück: „Das Gebäude hat zehn Jahre lang mehr oder weniger leer gestanden. Ohne einen neuen Mieter hätten wir es abreißen müssen. Da ist uns wirklich etwas gelungen!”
   

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