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Home Sonderthemen Sonstiges Können Minka und Bello Freunde sein?
01:05 25.01.2021
Eine friedliche Zusammenführung von Hund und Katze ist möglich – in vielen Haushalten sind die beiden sogar unzertrennlich. Foto: pxhere

Gute Nachricht für alle, die sich nicht zwischen einem Hund oder einer Katze entscheiden können: Nach einer Umfrage leben in sechs Prozent aller bundesdeutschen Haushalte Hunde und Katzen gemeinsam unter einem Dach. Denn unter Berücksichtigung einiger Faktoren ist ein harmonisches Zusammenleben, ja sogar eine Freundschaft zwischen den beiden Tierarten durchaus möglich.

Heimtiere nehmen in deutschen Haushalten einen wichtigen Platz ein. 2019 waren es 34 Millionen Hunde, Katzen, Kleintiere und Co., die sich auf knapp die Hälfte aller Haushalte verteilt haben. Nach einer bundesweiten Erhebung des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e. V. und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) leben in 2,4 Millionen Haushalten, und damit in 6 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte, Hunde und Katzen zusammen.

Ein Zusammenleben von Hund und Katze ist durchaus möglich

Doch Hund und Katze, die sich aneinanderkuscheln? „Aber ja“, sagt Dr. Hildegard Jung, Vorsitzende der Fachgruppe Verhaltensmedizin der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft. Wenn der Tierhalter einige grundsätzliche Faktoren beachtet, ist es laut der Expertin in vielen Fällen möglich, dass Hund und Katze gemeinsam unter einem Dach leben. Dies belegt auch die Erhebung, die auf Basis von 7.000 Befragten vom Marktforschungsinstitut Skopos im Auftrag der beiden Branchenverbände durchgeführt wurde.

Entscheidend ist das Temperament

Aus Sicht der Verhaltensmedizinerin ist der wesentliche Aspekt für ein harmonisches Zusammenleben beider Tierarten, dass sie vom Temperament her zusammenpassen. „Ein lebhafter Hund, der durch die Gegend jagt, bellt und jault, wird eine Katze, die vielleicht sogar noch etwas schüchtern ist, eher verängstigen. Genauso wird eine angriffslustige, provozierende Katze einen Hund unter Stress setzen“, erklärt Dr. Jung. Wenn aber zum Beispiel ein ruhiger Hund mit guter Impulskontrolle und eine ruhige, ausgeglichene Katze zusammengeführt werden sollen, stehen die Chancen für ein harmonisches Miteinander in einem Haushalt gut.

Schrittweises Zusammenführen von Hund und Katze

Die Weichen eines stressfreien Zusammenlebens werden gestellt, wenn sich Hund und Katze kennenlernen. Das kann ein paar Wochen oder auch Monate dauern. „Hier ist ein aufmerksamer Tierhalter gefragt, der die individuellen Bedürfnisse beider Tiere berücksichtigt und ihre Signale sehr gut lesen kann“, sagt Dr. Jung. Dafür empfiehlt die Expertin, dass sich Hund und Katze zunächst zwar unter einem Dach aufhalten – aber anfangs ohne direkten Kontakt. Sie rät, dem Hund einen Bereich zuzuteilen und der Katze einen eigenen Raum. Beide sollten an ihrem Rückzugsort alles Nötige vorfinden wie Futter, Wasser, ein Körbchen und Spielzeug. Dann sorgt man als Tierhalter für einen sogenannten „Geruchsaustausch“, beispielsweise indem man die Decke des Hundekorbs in das Katzenzimmer bringt und ein Tuch, mit dem man die Katze abgerieben hat, zum Hund.

Bei Streit: Lieber früher als zu spät einschreiten

In den ersten Wochen sollten Begegnungen zwischen Hund und Katze stets beaufsichtigt und begleitet werden. „Das Beste ist, Situationen herzustellen, in denen beide die Anwesenheit des anderen als positiv empfinden“, sagt Dr. Jung. Sie empfiehlt beispielsweise, den Hund in einer Ecke des Zimmers zu streicheln oder zu füttern, während die Katze in der anderen Ecke desselben Zimmers gefüttert wird, sodass beide die Anwesenheit der anderen Tierart als positiv abspeichern.

Wenn es nicht auf Anhieb klappt: Oberste Priorität hat immer das stressfreie Miteinander. So darf der Hund die Katze niemals jagen, aber die Katze sollte den Hund ebenso wenig provozieren dürfen.

Sind die Fronten zwischen Hund und Katze bei der Eingewöhnung geklärt, können beide Tierarten problemlos unter einem Dach wohnen. Aber sie allein lassen? Vertrauen ist gut – Kontrolle ist in den meisten Fällen besser: Wer Hund und Katze sich selbst überlässt, läuft Gefahr, dass sie doch einen Streit vom Zaun brechen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sorgt darum lieber dafür, dass jeder sein Refugium hat – ganz für sich allein. IVH