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Home Sonderthemen Neues aus Wolfsburg und Umgebung Kontinuität mit eigener Handschrift
12:37 06.12.2018
Das Museum in der Burg Brome. In der Druckerei können die Besucher altes Handwerk neu erleben. Photowerk

Am 1. September trat Dr. Ulrike Wendt-Sellin als Nachfolgerin von Dr. Christoph Schmidt, der nach zwei Jahren in dieser Funktion zum Nordfriisk Institut in Brestedt wechselte, die Leitung des Museums Burg Brome an. 

Die 38-Jährige studierte Geschichte, Amerikanistik sowie Politikwissenschaften und arbeitete seit 2014 für das Braunschweigische Landesmuseum. Im Februar 2018 übernahm sie die Leitung des Historischen Museums Schloss Gifhorn. Im Interview gibt sie Einblick in ihre Pläne. 

Von der überregionalen Geschichte zur regionalen Volkskunde – wie fühlt sich das an?

Ulrike Wendt-Sellin: „Zugegeben, das ist schon speziell. Ich kann nicht behaupten, dass ich auf Anhieb ein Spinnrad vom anderen unterscheiden kann; das ist schon eine Wissenschaft für sich. Aber hier gibt es Frauen, die das können. Das ist genau die Art von Wissen, die vielerorts gerade verloren geht oder schon gegangen ist.“

Wie sieht für Sie die ideale Zeitreise ins alte Handwerk aus?

Ulrike Wendt-Sellin: „Ein Museum muss am Puls der Zeit bleiben. Für mich sind Museen Orte des Austauschs und der Kommunikation. Der Blick in die Vergangenheit ist immer wie durch einen Spiegel: Wir schauen auf die Hinterlassenschaften früherer Zeiten und fragen uns gleichzeitig, was heißt das für uns, wie kann mir das, was ich sehe, helfen, die Gegenwart besser zu verstehen? Also: Nicht nur zeigen ‚wie’s denn mal gewesen ist‘, sondern Fragen stellen und Denkanstöße geben. Das sind die Konzepte, die mir beim Thema ‚Handwerk‘ in den Sinn kommen.“

Viele schätzen das pädagogische Konzept des Museums. Ist es ausbaufähig?

Ulrike Wendt-Sellin: „Der größte Fehler, den man machen kann ist, glaube ich, die Leute erziehen zu wollen. Man kann Angebote machen und dann schauen, wie es läuft. Wenn etwas richtig gut ankommt, wird man es ausbauen oder als Einstieg für etwas anderes nutzen. Das ist ein Prozess, der in beide Richtungen läuft. Hier auf der Burg gibt es so viele Menschen mit guten Ideen, so viele Dinge, die schon umgesetzt sind. Man muss ja das Rad nicht um jeden Preis neu erfinden.“

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