Menü
Anmelden
Wetter wolkig
9°/0°wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus WolfsburgWolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg

Home Sonderthemen Sonstiges Kräutertee statt Schnaps
07:15 09.12.2019
Ein Kamillentee wirkt krampflösend und mindert das Völlegefühl nach einem deftigen Essen.

Weihnachtszeit ist Schlemmerzeit. Gänsebraten, Plätzchen und allerlei Köstlichkeiten bestimmen den Speiseplan. Um nach dem Essen die Verdauung anzukurbeln, schwören viele Menschen auf die angeblich positive Wirkung von einem hochprozentigen Verdauungsschnaps, im Volksmund auch „Zerhacker“ oder „Verteiler“ genannt. Was den wenigsten bewusst ist: Mit Alkohol setzen sie genau auf das Falsche, dieser hemmt die Verdauung sogar. Gesundheitsexpertin Marlene Haufe erklärt, was stattdessen hilft.

Entspannende Wirkung

Ein Absacker nach einem deftigen Essen erzeugt ein entspanntes und angenehmes Gefühl. Viele begründen dies damit, dass hochprozentiger Alkohol die Fette im Essen löst und somit die Verdauung erleichtert. Das ist jedoch ein Irrtum. Der eigentliche Grund: „Alkohol erweitert die Blutgefäße und übt eine entspannende Wirkung auf die Muskelzellen aus. Dadurch wird nur das Völlegefühl gelindert, die Verdauung verlangsamt sich aber“, betont die Gesundheitsexpertin. „Alkohol geht vom Magen direkt ins Blut über. Der Körper ist dann also vor allem damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen.“

Bitterstoffe unterstützen
   

Quelle: Pixabay/congerdesign; Fotos: Eric Isselee/123RF, (2) vtorous/123RF, stockcreations/123RF
Quelle: Pixabay/congerdesign; Fotos: Eric Isselee/123RF, (2) vtorous/123RF, stockcreations/123RF

Wer dennoch nicht auf den geliebten Schnaps verzichten möchte, der sollte besser eine halbe Stunde vor dem Essen zu einem Sherry oder Martini als Aperitif greifen. Diese können die Verdauung durchaus ankurbeln – allerdings sind hier nicht der Alkohol, sondern die Bitterstoffe ausschlaggebend. „Ein Grapefruitsaft vor der Mahlzeit hat die gleiche Wirkung“, empfiehlt Haufe. Ein besonders reichhaltiger Bitterstofflieferant ist übrigens Tausendgüldenkraut, das als Tee oder Kapseln in der Apotheke erhältlich ist.

Hilfe aus dem Kräutergarten

Nach dem Essen ist ein schlichter Kaffee oder ein Espresso die gesündere und bessere Alternative zum Verdauungsschnaps. Auch diese enthalten sowohl Bitterstoffe als auch Koffein – beides regt die Verdauung an. Am besten sei es laut Haufe jedoch, zu Kräutertees zu greifen: „Kamille, Schafgarbe und Kümmel wirken krampflösend, während bei Blähungen und Völlegefühl Fenchel, Kümmel oder Anis helfen“. Diese Kräuter enthalten nämlich einerseits die notwendigen Bitterstoffe, und beruhigen im Gegensatz zu Koffein gleichzeitig die Magenschleimhaut.

Ein Spaziergang hilft

Die wirksamste Methode gegen Völlegefühl ist der altbewährte Verdauungsspaziergang. „Die Bewegung bringt den Kreislauf und die Verdauung in Schwung“, so die Expertin. Wer seiner Verdauung nach dem Weihnachtsessen also wirklich etwas Gutes tun möchte, der sollte seinen inneren Schweinehund überwinden. Ein Winterspaziergang mit der Familie ist das perfekte Mittel für den Magen, den Darm und das Wohlbefinden.
     

4
/
6