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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Kultur- und Heimatverein Müden: Die Hüter der Dorfgeschichte
22:02 29.05.2019
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Anlässe für die Gründung des Kultur- und Heimatvereins am 13. Juni 1996 gab es mehrere: Der Männergesangverein MGV Polyhymnia Müden wünschte sich eine Bühne für Auftritte. Ungefähr zeitgleich sollte der historische Schapersche Stall im alten Dorfkern abgerissen werden, was einige Müdener nicht hinnehmen wollten. ‘Das kann nicht sein, dass dieses Gebäude einfach verschwindet‘, sagte Karl Schacht damals“, zitiert Christhardt Meyer, Museumsleiter des Vereins, den mittlerweile verstorbenen Landwirt, der kurze Zeit später die Sanierung des alten Dorfkerns entscheidend vorantreiben sollte.
  

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Mit der Restaurierung des Stalles, der durch den Einbau eines alten Steinbackofens zum Backhaus umfunktioniert wurde, startete das erste Projekt des Kultur- und Heimatvereins, bei dem sich viele Müdener beteiligten. Erstaunlicherweise stellte sich ausgerechnet das Amt für Denkmalschutz damals quer. „Die hätten den Stall lieber abgerissen als zuzulassen, dass ein Ofen eingebaut wird“, erinnert sich Christhardt Meyer. Glücklicherweise gelang jedoch eine Einigung, sodass Müden ein Jahr später um einen attraktiven Veranstaltungsort reicher war. Doch das Dorf hatte sich noch mehr vorgenommen! Im März 1997 begann der Gesangverein damit, in Eigenleistung eine Freilichtbühne für Auftritte zu bauen. Zwei Jahre später startete der Kultur- und Heimatverein auch noch den Aus- und Umbau des alten Bauernhauses der Familie Harms zu einem Museum. Mit dessen Fertigstellung konnte der Verein und mit ihm das ganze Dorf 2001 stolz auf die mit viel Eigeninitiative und Engagement abgeschlossene Einrichtung eines historischen Ortskerns in Müden blicken. Eine Gemeinschaftsleistung, die ihresgleichen sucht!
  

Bewahrung der dörflichen Lebenswelt ab Ende des 19. Jahrhunderts

Für die Leitung des Museums wurde ein Freiwilliger gesucht, der die Betreuung übernehmen sollte. Christhardt Meyer erinnert sich: „Als die Frage gestellt wurde, wer sich um das Museum kümmern würde, wollte das keiner machen. Also habe ich mich schließlich dazu bereit erklärt.“ Er schmunzelt, als er daran zurückdenkt. „Dass das zu meiner Lebensaufgabe werden würde, habe ich allerdings nicht geahnt!“
  

Das Backhaus war früher ein Schaf- und Rinderstall, den der Kultur- und Heimatverein vor dem Abriss bewahrte.
Das Backhaus war früher ein Schaf- und Rinderstall, den der Kultur- und Heimatverein vor dem Abriss bewahrte.

Wer das Museum einmal besucht hat, kann sich vorstellen, dass diese Formulierung nicht übertrieben ist. In dem großen alten Gebäude und darum herum werden alle Lebensbereiche des Dorflebens von circa 1890 bis in die 1980ziger-Jahre in liebevoll eingerichteten Stationen präsentiert: Es gibt eine Wirtschaftsküche zu bewundern mit allen Utensilien, die zum Einkochen benötigt werden, eine voll ausgestattete Schmiede, eine Dorfschule, Friseur, Kaufmannsladen und vieles mehr bis hin zu einer kompletten Wohnung mit Küche, Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmer. Von dem Fuhrpark alter landwirtschaftlicher Maschinen unter dem Schauer ganz zu schweigen! Wer einen Eindruck vom dörflichen Leben zu Urgroßmutters Zeiten erhalten will, kann wohl kaum eine vollständigere Ausstellung finden, die vorwiegend Müdener Familien mit ihren Spenden möglich gemacht haben. „Und das Beste ist, dass alles in diesem Museum absolut funktionstüchtig ist“, meint Thomas Lepke anerkennend. „Das haben wir dem handwerklich vielseitig begabten Christhardt Meyer zu verdanken.“
  

Thomas Lepke und Christhardt Meyer präsentieren die liebevoll eingerichtete Schusterwerkstatt des Museums.
Thomas Lepke und Christhardt Meyer präsentieren die liebevoll eingerichtete Schusterwerkstatt des Museums.

Kulturelle Veranstaltungen

Aber der Kultur- und Heimatverein hat sich nicht nur der heimatlichen Geschichtspflege verschrieben, er will auch das aktuelle kulturelle Dorfleben bereichern. Dazu richtet er regelmäßig Veranstaltungen aus – die nächste wird das Dreschfest im Spätsommer sein. „Solche Veranstaltungen sind wichtig, auch, um die Arbeit unseres Vereins zu finanzieren“, erklärt Thomas Lepke. „Dabei müssen wir uns immer wieder Neues einfallen lassen, um die Leute anzulocken.“ Ob Organisation der Veranstaltungen, Instandhaltung und Pflege des Museums oder die Verwaltung des Backhauses – das alles macht viel Arbeit und der Verein ist dabei auf freiwillige Helfer angewiesen. „Wir freuen uns über jeden, der bei uns mitmachen will oder unsere Arbeit mit seinen Talenten unterstützt. Wer freie Kapazitäten hat, darf sich gerne bei mir melden!“ (gw)

Kontakt: Kultur- und Heimatverein Müden e. V.
Thomas Lepke, kontakt@kuh-mueden.de

Bäckerei & Konditorei  Hacke GmbH

- Dreschfest: Sonntag, den 25. August, von 11 bis 18 Uhr Dreschen nach alter Sitte mit buntem Beiprogramm

- 30. Müdener Weihnachtsmarkt: Sonntag, den 1. Dezember, von 11 bis 19 Uhr traditioneller Weihnachtsmarkt

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