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Home Sonderthemen Neues aus Wolfsburg und Umgebung Die Lebenshilfe-Band Saitensprung aus Wolfsburg macht Musik zum Freuen und Feiern
01:05 02.12.2020
© dimagroshev/123RF

Wer nach dem Konzert der Band Saitensprung der Lebenshilfe keinen Ohrwurm hat, dem ist vermutlich nicht zu helfen. Die Musiker spielen Evergreens wie die Titelmusik von „Biene Maja“, „Rote Lippen soll man küssen“, „Marina“, aber auch neuere Songs, unter anderem von Bosse, Wir sind Helden und von den Ärzten. „Wir haben ein buntes Programm, das eigentlich immer gut ankommt“, sagt Bandleader Raimond Heinrichs, alias „Joschi“.

„Sechs Leute, ein Keyboard, zwei Gitarren und alle singen“, beschreibt er die Band kurz und knapp am Telefon. Die Musiker seien zwischen 30 und 60 Jahren alt. Neben ihm an der Gitarre und am Gesangsmikrofon wirken Annika Lieske (Gesang) mit, Andre Pläpp (Gesang), Willi Diederich (Gesang), David Paul (Gesang und Keyboard) und Peter Becker (Gesang und Gitarre).

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Das Ensemble wurde vor 14 Jahren gegründet. „Es gab ein Casting und drei der ersten Bandmitglieder sind noch immer mit dabei“, berichtet Heinrichs. Geprobt werde immer donnerstags in einem Raum neben der Werkstatt. „Da stehen Instrumente rum, Mikrofone und alles, was man z u m Musikmachen so braucht.“ Eine der zwei Probenstunden bringt der Bandleader immer ehrenamtlich ein und zusätzlich noch Zeit für die Auftritte an so manchem Wochenende. „Man muss da schon mit Herzblut dabei sein“, sagt er. Aber es lohne sich und die Band werde sehr gut von der Leitung der Lebenshilfe Wolfsburg unterstützt. Inhaltlich seien die Musiker völlig frei, da rede ihnen keiner rein. Auch das wisse er zu schätzen.


„Das ist sehr wichtig, damit die Zuschauer auch sehen, dass die Band Spaß hat. Die Freude, die macht’s. Das ist unser Zaubermittel.“

RAIMOND HEINRICHS


Die Band mit den Songs zum Mitsingen ist schon auf Sportveranstaltungen aufgetreten, darunter die Special Olympics in Bremen, Celle und in Hannover, beim 75. Geburtstag der Stadt Wolfsburg und bei den Aktionstagen der Lebenshilfe Niedersachsen. Sie haben Besucher beim Altstadfest in Fallersleben begeistert, bei der Rocknacht der Lebenshilfe in Wolfenbüttel und bei Benefizkonzerten im Kulturzentrum Hallenbad in Wolfsburg. Besonders gerne erinnert sich Heinrichs an ein Konzert in einem Pflegeheim in Fallersleben. Die Bewohnerinnen und Bewohner seien erst unsicher gewesen, ob das nicht zu laut werden könnte, wenn da eine ganze Band aufspiele, erzählt er. Am Ende sei ein Riesenfest draus geworden, mit Polonäse und allem Pipapo. „Alle haben mitgemacht, ob mit Gehhilfe oder ohne. Das war richtig schön“.

Wegen der Corona-Pandemie darf sich die Band schon seit März nicht mehr zum Üben treffen. „Richtig hässlich“, findet Heinrichs das. Denn nicht nur durch die Auftritte, auch beim Proben entwickelten die Musiker einen ganz besonderen Zugang zueinander. Und jeder kann dort mit anderen Talenten glänzen. Der Keyboarder David Paul zum Beispiel könne nicht nur mehrere Instrumente spielen, sondern auch vier Sprachen sprechen. Und er habe viele Songs samt Titel im Kopf, deren Melodien er dann auch gleich auf dem Keyboard anspielen könne.

Ein Auftritt auf dem Altstadtfest in Fallersleben ist immer etwas ganz Besonderes – für die Musiker und fürs Publikum. © Boris Baschin
Ein Auftritt auf dem Altstadtfest in Fallersleben ist immer etwas ganz Besonderes – für die Musiker und fürs Publikum. © Boris Baschin

Oft arbeiten die Musiker an ihrer Ausstrahlung. „Das ist sehr wichtig, damit die Zuschauer auch sehen, dass die Band Spaß hat. Die Freude, die macht’s. Das ist unser Zaubermittel“, betont Heinrichs. Der Song, den sie zuletzt einstudiert haben, ist von Adriano Celentano: „Die Zeit bleibt für keinen steh‘n – il tempo se ne va.“ Der Bandleader singt ihn kurz am Telefon an und, na klar, auch der neue Titel im Saitensprung-Programm hat Ohrwurmqualitäten. Er hofft sehr, dass die Band das Stück bald wieder live auf einer Bühne präsentieren kann. (aho)
                   

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