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Home Sonderthemen Neues aus Wolfsburg und Umgebung Lebensqualität steigern, Standort stärken
17:52 27.03.2019
© Gunita Reine/123RF

Wolfsburg soll Modellstadt für Digitalisierung und die Mobilität der Zukunft werden. Für Dennis Weilmann gehört dazu auch eine noch deutlich attraktivere Innenstadt mit mehr Handel und Gastronomie, mehr Büroflächen und einer hohen Freizeit- und Aufenthaltsqualität. Autonomes Fahren und Elektromobilität sollen in Wolfsburg eher als in anderen Städten zur Normalität gehören.

Seit rund einem Jahr ist der ehemalige Leiter des Referats Kommunikation in der Position, dieses ehrgeizige Vorhaben voranzutreiben. Er ist der erste Dezernent für Wirtschaft, Digitales und Kultur in der Stadtgeschichte und gleichzeitig einer von zwei Geschäftsführern der WMG Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH.

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In der Entwicklung der Innenstadt sieht Weilmann eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. „Hier erkenne ich aktuell gute Ansätze. Investoren haben Wolfsburg als sehr kraftvollen Standort für sich erkannt.“ Auch der Bereich Tourismus spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Die Übernachtungszahlen in der Stadt sind im vergangenen Jahr schon kräftig angestiegen. Weilmann sieht hier weiteres Potenzial: „Unsere Tourismusuntersuchung hat uns gezeigt, dass wir gerade im Tagungsund Kongressbereich noch ganz viele Möglichkeiten haben, die genutzt werden sollten. Da können wir uns noch besser aufstellen.“


„Hier erkenne ich aktuell gute Ansätze. Investoren haben Wolfsburg als sehr kraftvollen Standort für sich erkannt.“

DENNIS WEILMANN


Den digitalen Weg der Stadt zu begleiten und voranzubringen war einer der großen Anreize für Dennis Weilmann, sich auf die ausgeschriebene Stelle als Dezernent zu bewerben. „Viele Menschen verbinden den Begriff Digitalisierung mit digitaler Infrastruktur. Diese ist extrem wichtig und die Grundlage für die Digitalisierung. Deshalb treiben wir in Wolfsburg den flächendeckenden Glasfaserausbau voran. Dazu gehört beispielsweise auch öffentliches WLAN, das in der Wolfsburger Innenstadt verfügbar ist. Das ist aber nur ein Teil des Ganzen. Digitalisierung betrifft letztlich alle Lebensbereiche: Gesundheit, Bildung, Wohnen und natürlich die Mobilität“, so Dennis Weilmann.

Gemeinsam mit Volkswagen hat die Stadt bereits Ende 2016 die Initiative #Wolfsburg-Digital ins Leben gerufen. In diesem Forum diskutieren nicht nur Vertreter der beiden Projektpartner über die Zukunft der Stadt, sondern auch weitere Experten. Mit dabei sind unter anderem Vertreter der Stadtwerke und Wolfsburg AG, aber auch der Leiter der Landesschulbehörde, der im Themenfeld Bildung mitarbeitet.

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Dennis Weilmann: „Wir versuchen schon jetzt – soweit es unsere Mittel erlauben –, in den Schulen eine digitale Infrastruktur zu schaffen. Dazu gehört natürlich die Breitbandversorgung, aber auch ein gut funktionierendes, kraftvolles WLAN in den Schulen. Eine entsprechende Ausbildung der Lehrer dürfen wir dabei nicht vergessen. Nur wenn gewährleistet ist, dass die Lehrkräfte zum einen diese Infrastruktur nutzen können, aber auch kompetent sind, die Medienbildung weiterzugeben, wird das Vorhaben gelingen.“

Dezernent Dennis Weilmann
Dezernent Dennis Weilmann

Für das Gelingen von digitaler Transformation seien die Themen Bildung und digitale Infrastruktur an Schulen ein ganz wichtiger Punkt, betont Weilmann. „Am Ende muss es uns gelingen, alle Generationen für das Thema zu sensibilisieren, aber gleichzeitig natürlich die Fachkräfte von morgen auszubilden. Junge Menschen gehen schon ganz anders mit digitalen Medien und digitaler Infrastruktur um. Darauf kann man wunderbar aufbauen und in diesem Zusammenhang haben Schulen und Kitas eine ganz wichtige Aufgabe.“

Doch Bildung ist nur eines von vielen Themen bei #WolfsburgDigital. Es geht auch um die Bereiche Gesundheit, Arbeit, Wohnen und damit eng verknüpft das Thema Mobilität. Wenn in Zukunft beispielsweise autonom fahrende Fahrzeuge Standard sein sollten, ist die Parkraumverteilung neu zu überdenken. Brauchen Wohnhäuser eine Ladeinfrastruktur für E-Autos? Wie können digitale Assistenzsysteme in allen Lebensbereichen genutzt werden?

„Wir diskutieren auch über smarte Wohnformen. Da geht es darum, wie digitale Hilfsmittel das Leben im Alter vereinfachen können. Oder wie man die Logistik verbessern kann. Wir haben heute die Situation, dass fünf oder sechs Paketzustelldienste durch jede einzelne Straße fahren, um einzelne Häuser anzufahren. Das ist noch nicht optimal. Wenn wir mal darüber nachdenken, können wir bestimmt eine viel bessere Logistik in den Wohnbereichen erreichen. Auch das sind Fragen, die in einer Smart-City-Betrachtung eine wichtige Rolle spielen“, sagt Dennis Weilmann.


„Wir diskutieren auch über smarte Wohnformen. Da geht es darum, wie digitale Hilfsmittel das Leben im Alter vereinfachen können …“

DENNIS WEILMANN


Auch in Zeiten, in denen die Stadt finanziell nicht mehr so gut aufgestellt ist wie in vergangenen Jahren, bleiben die Schwerpunkte bestehen. Sie liegen klar in den Bereichen Bildung, Wohnen und Digitalisierung. „Diese Schwerpunkte spielen aktuell für die Stadtentwicklung eine so wichtige Rolle, dass wir weiter investieren müssen. Wir haben weiterhin knapp 80.000 Pendler, die zum Teil auch gerne Wolfsburger werden wollen. Wir haben die Riesenchance, diese Menschen als Bürger zu gewinnen. Die digitale Entwicklung spielt dabei eine ganz wichtige Rolle.“

Alle Bausteine dienen letztendlich dem Ziel, die Lebensqualität in der Stadt zu steigern und den Wirtschaftsstandort zu stärken. „Eine Frage, die mir am Herzen liegt, ist: Wie können wir interessanter für IT-Fachkräfte werden? Wie können wir als digitaler Standort attraktiver werden für Gründer und Start-Ups? Wir haben durch Forschung und Entwicklung bei Volkswagen eine hohe Innovationskraft in der Stadt. Deshalb muss es uns auch gelingen, Eigeninitiativen und Gründungen besser zu fördern.“

In diesem Zusammenhang nennt Dennis Weilmann das neue Konzept für die „Markthalle – Raum für digitale Ideen“ im nördlichen Bereich der Porschestraße. Derzeit wird die Markthalle zu einem digitalen Zentrum der Stadt ausgebaut. Hier sollen Coworking-Arbeitsplätze entstehen, das Jugendzentrum „Haltestelle“ und die E-sports-Abteilung des VfL Wolfsburg werden einziehen. Auch Volkswagen wird dort einen eigenen Space mit Arbeitsplätzen erhalten, wo neue digitale Services entwickelt werden sollen. „Die Markthalle soll ein Treffpunkt werden für alle Generationen und für die ganze Bevölkerung. Wir wenden uns einerseits an alle, die digital unterwegs sind, an Gründer und Digital Natives. Wir wollen aber ganz bewusst auch Menschen mitnehmen, die noch nicht so weit sind, die vielleicht viele Fragen haben. Auch sie sollen dort einen Anlaufpunkt finden. Formate wie die Smartphoneschule sollen beispielsweise älteren Menschen den Umgang mit den entsprechenden Geräten erleichtern.“

Ganz wichtig sind Weilmann Veranstaltungsformate, die Möglichkeiten zur Beteiligung bieten. „Wir werden es nur dann erreichen, eine Smart City, also eine wirklich moderne digitale Vorzeigestadt, zu werden, wenn die Menschen den Weg auch mitgehen und den Eindruck haben, dass es der richtige Weg ist. Deshalb wollen wir sehr viel dafür tun, die Menschen auf diesem Weg auch mitzunehmen.“ In der Vergangenheit ist es bereits gelungen, die Menschen mit einem Digi-Day in der City Galerie zu begeistern. Es bestand unter anderem die Möglichkeit, Virtual-Reality-Brillen auszuprobieren.


„… Wir wenden uns einerseits an alle, die digital unterwegs sind, an Gründer und Digital Natives. Wir wollen aber ganz bewusst auch Menschen mitnehmen, die noch nicht so weit sind, die vielleicht viele Fragen haben …“

DENNIS WEILMANN


Auch die Kultur sei ein wichtiger Mittler für digitale Themen, betont Dennis Weilmann, der als Dezernent auch für die Kultur verantwortlich ist. Um diese Verknüpfung weiter zu stärken, hat die Stadt im vergangenen November erstmalig einen Workshop zum Kulturentwicklungsplan mit dem Thema „Digitalisierung und Kultur“ durchgeführt. Die Beteiligten waren begeistert. Weilmann sieht die Stadt hier auf einem guten Weg und betont auch die Bedeutung von Kultur als Standortfaktor: „Kultur spielt für die Menschen, die darüber nachdenken, nach Wolfsburg zu kommen, eine zunehmend wichtigere Rolle. Und wir haben eine tolle Kulturlandschaft in der Stadt, die sich stetig weiterentwickelt!“ (bea)

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