Menü
Anmelden
Wetter wolkig
2°/0°wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus WolfsburgWolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg

Home Sonderthemen Sonstiges Mit der Gans über die Felder
23:51 03.12.2019
© Mike Richter - Fotolia / dzika mrowka

Sie darf bei keinem Christfest fehlen: die Weihnachtsgans. Aber woher stammt überhaupt der Brauch in der jüngeren Zeit, das leckere Geflügel in den Ofen zu schieben?

Der Ursprung des Gänsebratens heutiger Tage geht auf die Martinsgans zurück, die oft am Gedenktag des Heiligen Martin, noch vor Beginn des Advent gegessen wurde. Der Advent hatte früher den Charakter einer Fastenzeit. Mit der Christmette endete diese, und so wurde eine Gans als Festtagsbraten zubereitet.
        

Ursprünglich wurde der Gänsebraten im Mittelalter neben dem Martinstag auch zu Michaelis am 29. September gegessen. Das traditionelle Weihnachtsessen war seit dem Mittelalter das „Mettenmahl“ oder die „Mettensau“. Dieses Festtagsessen war ein Schweinebraten, der am 25. Dezember verspeist wurde.
        

Die einfachen Leute und Bauern konnten sich als Festspeise nur Blut- und Leberwürste leisten, die „Mettenwürste“, „Weihnachtssau“ oder „Weihnachter“ genannt wurden. Ein Teil dieses Essens wurde zusammen mit Gebild- und Kletzenbroten für die im Vorjahr Verstorbenen aufgehoben und den Armen geschenkt. Mit wachsendem Wohlstand während der Industrialisierung wurde schließlich das „Mettenmahl“ von dem weitaus festlicheren Gänsebraten abgelöst, dennoch werden bis in die Gegenwart traditionell in vielen Familien Würste oder Schweinebraten als Weihnachtsessen verspeist.
      


Gehätschelt, gefüttert, geschlachtet: Wer im Zweiten Weltkrieg einen Weihnachtsbraten wollte, musste Gänse, Hasen oder Federvieh aufziehen. Die Mütter auf dem Lande kauften damals meist im Mai zehn Gänseküken. Von den zehn Gänsen waren neun für Bekannte vorab reserviert und die zehnte Gans war für die Familie gedacht. Ab dem Moment, an dem die Gänse auf den Gutshof kamen, wurden sie oft den Kindern anvertraut. Die wanderten dann im Sommer auf die abgeernteten Felder in der Nähe, die zehn Gänse folgten nach. Ein Bild, das sich vielen älteren Menschen bis heute als Erinnerung ins Gedächtnis gebrannt hat.
 

5
/
6