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Home Sonderthemen Gesundheit/Pflege Mobilitäts-Zentrum Mattes ermöglicht Autofahren mit Behinderung
09:22 12.03.2018
Mobilitäts-Zentrum Mattes: Michelle Braschoß zeigt einen Multifunktions-Drehknopf am Lenkrad und die Test-Driver-Station. FOTOS: JÖRG ROHLFS (2)
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Von Jörg Rohlfs      

ISENBÜTTEL. „Wir können den Leuten mit unserer Arbeit ganz viel Lebensqualität zurück geben“, sagt Michelle Braschoß vom Mobilitäts- Zentrum Mattes, das behindertengerechte Fahrzeugumbauten durchführt – vom Einbau eines Multifunktions-Drehknopfes am Lenkrad zum Bedienen von Blinker, Licht, Wischer und Hupe über Handgas bis zum Komplett-Umbau.

„Kein Umbau ist wie der andere“, sagt Rudi Mattes, der 2010 die Firma gründete, nachdem im persönlichen Umfeld eine Fahrzeug-Modifizierung nötig geworden war. Jedes Mal müsse das Vorhaben genau auf die Bedürfnisse der betreffenden Person angepasst werden. Außerdem gebe es für die wenigsten Fahrzeugmodelle „spezifische Montagesätze“, meistens müssen Teile hergestellt oder die Einbau-Umgebung modifiziert werden.


Viele haben Tränen in den Augen, weil sie froh sind, endlich wieder mobil zu sein.

Michelle Braschoß
Mobilitätszentrum Mattes


Medizin-TÜV für Kunden und Hilfs-Apparaturen

Umso größer sei bei den Auftraggebern die Freude, wenn das Auto fertig umgebaut ist und sie nach der Übergabe damit losfahren können: „Viele haben Tränen in den Augen oder bringen Kuchen, weil sie so froh sind, endlich wieder mobil zu sein“, so Mattes-Enkelin Braschoß. Mattes-Kunden sind ebenso halbseitig oder Querschnittsgelähmte nach Verkehrs- oder Arbeitsunfällen oder Schlaganfällen wie Kleinwüchsige.

Eingebaut werden können nur Hilfen und Apparaturen, die vorher der Medizin-TÜV für den Betroffenen für gut befunden und freigegeben hat – egal ob Ladekran für den Fond, Fußerhöhung oder einen speziellen Fahrersitz, Rollstuhl-Haltesysteme, Auffahrschienen, Heckabsenkungen, elektrische Trittstufen und Lenkung. Bei den Kosten würden Stiftungen – meist mehrere bei ein und demselben Fahrzeugumbau – den Auftraggebern unter die Arme greifen.

Im Mobilitäts-Zentrum werden aber nicht nur für Privatpersonen Umbauten vorgenommen. Auch Taxiunternehmen und die Diakoniestationen sind Kunden des Mobilitäts-Zentrums Mattes, das auch Elektromobile vertreibt und – alle Fabrikate – repariert. „Denn unser Motto lautet: Ideen umsetzen, Ziele erreichen, Freiheit erleben, Mobilität genießen“, sagt Braschoß.

Eigene Test-Driver-Station

Seit einigen Jahren verfügt das Mobilitätszentrum auch über eine so genannte Test-Driver-Station: „Damit können wir die noch vorhandenen Kräfte an Händen und Füßen sowie die Reaktionszeiten unserer Kunden messen“, erklärt Braschoß. Ein Computer-Ausdruck gebe das Ergebnis unmissverständlich und Medizin-TÜV-fähig wieder.

Das wiederum sei manchmal eine sehr traurige Angelegenheit, „wenn wir gemeinsam feststellen, dass es für eine Teilnahme am Straßenverkehr einfach nicht mehr reicht“. Manchmal würden aber auch ältere Autofahrer freiwillig die Station nutzen, um zu testen, ob sie noch fit genug sind fürs Autofahren. „Es haben danach schon einige freiwillig ihren Führerschein abgegeben“, so Michelle Braschoß.


Warten auf den Bus: Pünktlichkeit gibt es nicht überall

Reisebericht vom Jakobsweg, Teil 6: Etappe führt von Barcelinhos nach Ponte de Lima – Diesmal gehen Michaela und Kristin nicht komplett zu Fuß

Warten auf den Bus: Von Barcelos aus machten sich Michaela und Kristin auf den Weg nach Ponte de Lima – diesmal nicht zu Fuß. FOTO: PRIVAT
Warten auf den Bus: Von Barcelos aus machten sich Michaela und Kristin auf den Weg nach Ponte de Lima – diesmal nicht zu Fuß. FOTO: PRIVAT

Von Michaela Gebauer   

Ausschlafen tut gut! Nach etwa zehn Stunden Prinzessinnenschlaf kamen Kristin und ich auch endlich aus den Betten heraus. Die Nacht in Barcelinhos war unglaublich erholsam, obwohl wir wieder das Zimmer mit einem weiteren Pilger teilen mussten. Dieses Mal war es aber ein Koreaner in unserem Alter, der nicht sonderlich furchteinflößend wirkte. Allerdings war er nicht gesprächig, weshalb wir ihn nicht weiter beachteten.

Nach einer erfrischenden Dusche ging es dann auch schon für Kristin und mich weiter in Richtung Ponte de Lima. Dieses Mal waren wir beide aber noch so erschöpft, dass wir uns gemeinsam dazu entschieden, zur nächsten Bushaltestation zu wandern und uns dann fahren zu lassen. Kristins Zehen hatten inzwischen einen blauen Farbton angenommen und mein rechter Fuß pulsierte vor Schmerz. Kein guter Zeitpunkt zum Weiterwandern.


Der Jakobsweg – Ziel vieler Pilger, die kleine Abenteuer und Spiritualität suchen. Unsere Mitarbeiterin Michaela Gebauer (25) und Kristin Willecke (22) erkundeten den Camino Português auf ihre ganz eigene Weise. Während der Gesundheitswochen berichtet Michaela über Blasen an den Füßen, kuriose Begegnungen und das erhebende Gefühl von Freiheit.


Kartenspiel mit Busfahrern

Nachdem wir uns also zur nächsten Bushaltestelle geschleppt hatten, bemerkten wir zum ersten Mal, dass den Portugiesen das Thema Pünktlichkeit ziemlich egal ist. Es gab in Barcelos zwar Busfahrpläne, allerdings zeigten diese nur die Zeiten der Start- und Endpunkte der Busfahrten an. Wann ein Bus die Zwischen-Haltestellen ansteuert, konnte uns niemand sagen. Deshalb blieb uns nichts anderes übrig, als zu warten.

Um uns die Zeit zu vertreiben, kniffelten wir also mehrere Runden in der Wartehalle der Busstation. Nach einigen Minuten setzen sich sogar vier einheimische Busfahrer zu uns, die ebenfalls nichts zu tun hatten. Auf einmal packten sie ein Kartenspiel aus und versuchten uns auf Portugiesisch die Regeln beizubringen. Wir verstanden zwar gar nichts, aber immerhin gewannen wir die erste Partie. Und ehe wir uns versahen, wurden wir auch schon zum Bus eskortiert – wir sollten diesen schließlich nicht verpassen. Irre!

Wiedersehen mit koreanischem Freund

In unserer Herberge angekommen, machten wir es uns anschließend richtig gemütlich und entspannten uns in den Betten. Gegen Abend traf dann auch unser alter koreanischer Freund in der Herberge ein. Auf der Strecke hatte er offenbar einen Italiener kennengelernt, mit dem er sich rege unterhielt (so kannten wir ihn gar nicht!). Wir hielten uns vorerst aus dem Gespräch heraus und legten uns artig schlafen, morgen sollte es schließlich bis zur Grenze zwischen Portugal und Spanien gehen.

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