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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung „Neue Männer braucht das Land“
00:00 19.10.2018
Nach getaner Arbeit: Ausruhen auf der frisch reparierten Bank auf dem Lehrpfad der Meinerser Oker – der erste große ehrenamtliche Arbeitseinsatz der Landmänner Meinersen im Mai 2018. © Landmänner Meinersen (1)
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Ihre Anfänge gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück, doch ihr Verband, der heute bundesweit eine halbe Million Mitglieder in 430 Kreis- und mehr als 12.000 Ortsvereinen zählt, wurde vor genau 70 Jahren, im Oktober 1948, gegründet. Eine Gruppe Meinerser Männer bewunderte schon lange ihre Präsenz bei großen Veranstaltungen und ihr soziales Engagement und dachte sich: Warum sollen sie kein männliches Pendant bekommen? Die Landfrauen, zusammengeschlossen im Deutschen Land Frauenverband, inspirierten die Männer schon vor rund zehn Jahren, eine Landmänner-Vereinigung ins Leben zu rufen. „Mitte vergangenen Jahres wurden unsere Pläne endlich konkret, und im April 2018 meldeten wir Vollzug: Im Damenzimmer des Antik-Cafés gründeten wir feierlich die Landmänner Meinersen“, berichtet Stefan Hacke, Landmann der ersten Stunde.

Dieses Ereignis machte in der Gemeinde schnell die Runde, begünstigt durch Multiplikatoren wie Eckhard Montzka und Thomas Spanuth, die von der Idee angetan waren und sich spontan der Gruppe anschlossen. „Inzwischen haben wir 21 Mitglieder, die eine bunt gemischte Truppe bilden – vom Verwaltungsbeamten über Landwirte und VW-Mitarbeiter bis zum Schüler“, betont Stefan Hacke, selbst Bereichsleiter bei der Bahn in Hannover, aber natürlich mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wohnhaft auf dem elterlichen Hof in Alt-Meinersen.

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Das Wohl der Gemeinde fest im Blick

Kaum dass sie sich als Landmänner zusammentaten und noch nicht mal zu einer juristischen Form, zum Beispiel als Verein, fanden, sehen sie sich wie ihre weiblichen Vorbilder den ersten Stigmata ausgesetzt. „Bei den Landfrauen heißt es: ‚Ach, das sind doch die alten Damen, die auf Dorffesten immer Kaff ee und Kuchen verkaufen‘, und wir haben schon, kaum am Start, den Stempel der trinkfesten Männertruppe aufgedrückt bekommen“, weiß Gründungsmitglied Marcel Solkan.


„Bei den Landfrauen heißt es: ‚Ach, das sind doch die alten Damen, die auf Dorffesten immer Kaffee und Kuchen verkaufen‘, und wir haben schon, kaum am Start, den Stempel der trinkfesten Männertruppe aufgedrückt bekommen.“


Doch bei ihren monatlichen Treffen geht es den alteingesessenen Meinersern, die allesamt noch in anderen Vereinen oder Vereinigungen aktiv sind, nicht um feuchtfröhliches Feiern. Wie ihre weiblichen Vorbilder setzen sich die Landmänner zum Ziel, Aufgaben zum Wohl der Gemeinde zu übernehmen.

Es gibt immer was zu tun: Die Landmänner sind ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen.
Es gibt immer was zu tun: Die Landmänner sind ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

Ihren ersten Einsatz absolvierten sie bereits im Mai auf dem Lehrpfad der Meinerser Oker, dessen Sitzgelegenheiten zum großen Teil völlig marode waren. „Wir organisierten das Material und Werkzeuge und konnten so mit Unterstützung weiterer Helfer und Spender die Bänke reparieren“, freut sich Stefan Hacke über die gelungene Aktion. Und der 35-Jährige fährt fort: „Alle, die mit offenen Augen durch ihr Lebensumfeld gehen, entdecken irgendetwas, wo es was zu tun gibt. Da muss man nicht immer den Gemeinderat anrufen, sondern da können wir auch mal ohne langes Lamentieren anpacken. Wir sammeln bei unseren Treffen selbst Themen, sind aber für Vorschläge jederzeit offen.“

Sie können zupacken, stammen aber alle aus den unterschiedlichsten Berufen.
Sie können zupacken, stammen aber alle aus den unterschiedlichsten Berufen.

Neue Mitstreiter sind willkommen

Offen sind die Landmänner Meinersen selbstverständlich auch für neue Mitglieder. „Uns ist klar, dass wir nicht den großen organisatorischen und sozialen Hintergrund wie die Landfrauen haben werden, die sich ja schon historisch gewachsen um die Belange ihrer Mitglieder kümmern, aber wir wollen bei allem Spaß am Zusammensein auch Aufgaben für das Gemeinwohl übernehmen. Dafür werden wir, wenn wir uns juristisch konstituiert haben, auch finanzielle Mittel sammeln und einsetzen“, kündigt Björn Beutner, kommissarischer Schatzmeister der Landmänner Meinersen, an.

Mit offenen Augen durch den Ort: Die Landmänner berieten bei ihrer Gründung, wo ihre ehrenamtlichen Einsätze gefragt wären, und beschlossen die Reparatur der maroden Sitzgelegenheiten an der Oker. © Landmänner Meinersen (3)
Mit offenen Augen durch den Ort: Die Landmänner berieten bei ihrer Gründung, wo ihre ehrenamtlichen Einsätze gefragt wären, und beschlossen die Reparatur der maroden Sitzgelegenheiten an der Oker. © Landmänner Meinersen (3)

Dass sie für ihr Engagement Unterstützung von „ganz oben“ bekommen, ist Stefan Hacke und seinen Mitstreitern inzwischen klar. „Während der Hitzeperiode mit Temperaturen bis Mitte dreißig Grad haben wir uns für einen Samstagnachmittag um 16 Uhr zur Bäume-Wässern-Aktion verabredet. Pünktlich zu unserem Termin wurde der Himmel schwarz und heftiger Regen ging nieder. Da war uns klar: Wir sind auf dem richtigen Weg“, schmunzelt er. Und ein klein wenig schwingt der alte Song von Ina Deter mit, die Anfang der achtziger Jahre rockte: „Neue Männer braucht das Land“. Meinersen hat welche. (jv)

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