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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Neues Zuhause für ungeliebte Tiere – ein Appell an den Verstand
00:00 25.10.2018


Oder die Geschichte von Lotti, dem Kaninchen, das für ein Kind angeschafft wurde. Zwei Jahre lang verbrachte Lotti in einem Käfig. Als das Tier zu Jenny Breit gebracht wurde, war es aggressiv und bissig. Heute darf Lotti im ganzen Garten Löcher buddeln und ist glücklich, ausgeglichen und „eine ganz Liebe“, sagt Jenny Breit und kuschelt ein bisschen mit dem flauschigen Hasen.

Für pflegebedürftige Tiere wie Junior sucht die Tierfreundin Paten. „Wer Interesse hat, zahlt monatlich einen Betrag zur Unterstützung“, erklärt sie. 3 Euro kostet die Patenschaft für eine Taube, aber auch für ein Huhn. Während die Tauben in der Voliere jedoch schwer bis gar nicht in ein neues Zuhause vermittelbar sind, funktioniert dies mit Hühnern sehr viel besser.

In Rettungsaktionen übernehmen die Vereinsmitglieder ganze Ställe mit einjährigen Legehennen, jeweils zwischen 200 und 900 Tieren. Über das Jahr summiert sich dies auf 2.000 gerettete Hennen. Die meisten finden direkt ein „artgerechtes, schlachtfreies Zuhause mit tiermedizinischer Versorgung“, sagt Jenny Breit. Die neuen Hühnerbesitzer werden sorgfältig ausgesucht.

Den Tierschützern ist jedoch auch wichtig, die abgebenden Betriebe durch ihre selbstlose Tat nicht in ihrem Weiterkommen zu fördern. Das gilt für den Legebetrieb ebenso wie für den Schäfer, der kümmernde Lämmer in die Obhut des Vereins gibt. „Oft handelt es sich um Zwillings- oder Drillingslämmer, die vom Mutterschaf nicht ausreichend ernährt werden können. Sie sind manchmal nur so groß wie eine Katze und zu schwach zum Trinken. Wir ziehen sie mit der Flasche groß und versuchen, sie so schnell wie möglich zu vermitteln. Denn durch das Füttern mit der Flasche entsteht eine ganz starke Bindung.“

Drei Schafe stehen mit den beiden Pferden, die vor dem Schlachter gerettet wurden, auf einer Weide. Die Schafe konnten nicht rechtzeitig vermittelt werden und die Pferde waren „verhaltensauffällig“, wie Jenny Breit lachend sagt. Shetlandponys und Ziegen haben dank der Arbeit der Tierschützer bereits die Besitzer gewechselt, für die verbliebenen Schafe wurden Paten gefunden.



„Ich wünsche mir, dass Menschen nicht in ZOO-Läden Gehen und Tiere kaufen, sondern dass sie Tiere aus Tier-Schutzprojekten bei sich aufnehmen.“

Jenny Breit



Im Bewusstsein der Menschen Muss sich etwas Ändern

Welche Nachricht möchte Jenny Breit übermitteln? „Ich wünsche mir, dass Menschen nicht in Zoo-Läden gehen und Tiere kaufen, sondern dass sie Tiere aus Tierschutzprojekten bei sich aufnehmen“, sagt die Frau. Seit einer gefühlten Ewigkeit versucht sie, neun Kaninchen zu vermitteln. In den Läden sind die Tiere Verkaufsschlager, die kleinen Langohren in der Obhut des Vereins „Stark für Tiere“ gibt es gegen eine Schutzgebühr und einen Schutzvertrag. „Sie brauchen dringend ein Zuhause“, sagt Jenny Breit.

Auch Hunde und Katzen hat der Verein in der Vermittlung. Künftig wollen die Tierschützer auch Straßenhunde aus dem Ausland nach Deutschland holen, um ihnen ein lebenswertes Dasein zu ermöglichen. „Straßenhunde sind sehr sozial und umgänglich. Wer einem Hund aus dem Ausland ein Zuhause gibt, rettet gewissermaßen doppelt Leben. Denn im Herkunftsland kann ein weiteres Tier in einem sicheren Tierheim aufgenommen werden.“

Doch das eigentliche Anliegen des Vereins ist es, über die Folgen der Lebensweise in der westlichen Welt aufzuklären. „Wir versuchen, die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass ein Umdenken stattfinden muss. Uns geht es nicht nur um Tier-, sondern auch um Umwelt- und Menschenschutz“, sagt Jenny Breit. Und weiter: „Die Konsequenzen unseres maßlosen Konsums von tierischen Produkten sind globale Erwärmung und Hungersnöte. Deshalb muss sich im Bewusstsein der Menschen etwas ändern.“ (bea)

Weitere infos:
www.stark-fuer-tiere.de 
www.jennys-kleine-tierecke.de
Telefon 05373 3090023
E-Mail info@stark-fuer-tiere.de

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