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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Homestory: Rückblick auf eine bewegte Zeit
00:00 14.06.2018
Bei seiner 39. Proklamation durfte Martin Milkereit seinen Sohn Jörn Milkereit zum Schützenkönig ernennen.
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Am heutigen Donnerstag, 14. Juni, feiert Martin Milkereit seinen 80. Geburtstag. Dabei schaut er zusammen mit seiner Frau Erika und seinen Kindern und Enkelkindern sowie seiner Urenkelin auf eine bewegte Zeit zurück. „Opa, du solltest mal deine ganzen Geschichten aufschreiben“, schlug ihm eines Tages seine Enkelin vor. „Ja, das sollte ich mal“, sagt Martin Milkereit, der in der Ortschaft Westerbeck kein Unbekannter ist. In Ostpreußen geboren, kam er 1948 mit zehn Jahren nach Westerbeck. „Erst hier bin ich das erste Mal in die Schule gegangen“, erzählt Milkereit. Das sei eine schwere Zeit gewesen, denn er musste in kurzer Zeit eine Menge lernen. Nach viereinhalb Jahren an der Volksschule ging es dann gleich in die Lehre im ehemaligen Dämmstoffwerk. Hier absolvierte er die Ausbildung zum Betriebs- und Maschinenschlosser. „Und als ich dann 1960 meine Wehrpflicht geleistet hatte, stand ein Jahr später das erste große Ereignis in meinem Leben an. Die Heirat mit meiner Frau Erika, die ich in der Schulzeit kennengelernt hatte“, erinnert sich Martin Milkereit.

Die Terrasse in seinem Garten zählt Martin Milkereit zu einem seiner Lieblingsorte.
Die Terrasse in seinem Garten zählt Martin Milkereit zu einem seiner Lieblingsorte.
Martin Milkereit ist dabei, seine ganzen Geschichten aufzuschreiben.
Martin Milkereit ist dabei, seine ganzen Geschichten aufzuschreiben.

Politisch einiges bewegt

Während der Westerbecker in den nächsten Jahren seinem Job bei den Stadtwerken als örtlicher Leiter der Wasserwerke in Westerbeck und Rühen nachging, folgte Anfang der 70er-Jahre der erste Kontakt mit der Politik. „1972 war ich erstmals stellvertretender Bürgermeister und schon zwei Jahre später wurde ich dann Ortsbürgermeister“, berichtet Milkereit. Die Jahre als Bürgermeister und später als Sassenburgs Gemeindebürgermeister sowie als Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Gifhorner Kreistag zählt Milkereit zu seinen aufregendsten. „Es gab so einige Höhepunkte in meiner Amtszeit, doch die Gründung der Gemeinde Sassenburg und die Partnerschaften mit dem kleinen Ort Hohenleipisch in Brandenburg und der Feuerwehr Neuferchau sind mit die schönsten und aufregendsten Erinnerungen“, sagt Milkereit. So habe es viele hitzige Debatten und schlaflose Nächte bei der Gründung einer Einheitsgemeinde gegeben, doch haben sich alle zusammengerauft „und nun können wir mit Stolz auf 40 Jahre Sassenburg zurückblicken“, erinnert sich der ehemalige Ortsbürgermeister, der als einer der Gründungsväter der Gemeinde Sassenburg in die Geschichte einging und stets nach dem Motto „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen“ lebte.


„1972 war ich erstmals stellvertretender Bürgermeister und schon zwei Jahre später Ortsbürgermeister.“


Dorfgemeinschaft stand immer im Mittelpunkt

Auch außerhalb seiner politischen Arbeit engagierte sich Martin Milkereit im Ort und in der Gemeinde. Feuerwehr, Sportverein und im Schützenverein, wo er auch heute noch als Proklamationsgeneral aktiv ist – und das seit 39 Jahren. „Mir war und ist es immer noch wichtig, am Leben der Dorfgemeinschaft teilzuhaben und sie zu stärken“, so Milkereit, der während seiner Amtszeit vor allem das Aufleben von Bräuchen und Traditionen vorantrieb. So führte er das Aufstellen des Maibaums nach mehreren Anregungen von Bürgern ein, ließ die Fasselabende wieder zu einem festen Termin im Kalender werden und stellte die 600-Jahr-Feier 1990 auf die Beine, die für ihn ein Meilenstein war. „Vier Tage war der ganze Ort auf den Beinen. Das war ein einmaliges Erlebnis“, betont Milkereit, dem es immer daran gelegen war, alle Vereine an einen Tisch zu bekommen, „denn ohne sie wären keine Feste zustandegekommen“, bedankt sich Milkereit.

Von morgens bis abends aktiv

Ein Geschenk zu seinem Abschied von allen Vereinen.
Ein Geschenk zu seinem Abschied von allen Vereinen.
Immer aktiv in der Dorfgemeinschaft dabei gewesen.
Immer aktiv in der Dorfgemeinschaft dabei gewesen.

Doch von Ruhestand kann auch heute noch keine Rede sein: „Radfahren, Fußballspiele besuchen, ob vom heimischen Verein oder beim VfL Wolfsburg, Unternehmungen mit der Familie, Gartenarbeit, Haus in Schuss halten und natürlich der Schützenverein – da kommt keine Langeweile auf. Und wenn sie sich doch einmal einschleicht, dann sorgen meine sieben Enkel und meine Urenkelin schon für Abwechslung.“ Dennoch nimmt sich auch der ehemalige Gemeindebürgermeister gerne gemeinsam mit seiner Frau, die ihm immer den Rücken freihielt, eine Auszeit für Kurzurlaube – Reiseziel ist meist die See oder ab und an die deutschen Gebirge. „Es ist viel passiert in den Jahren. Das sollte man wirklich einmal alles aufschreiben.“ Denn wenn nicht er, wer dann kann die Geschichte des Ortes Westerbeck und der Gemeinde Sassenburg erzählen?


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