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Home Sonderthemen Feste/Veranstaltungen „Das Verständnis unseres Theaterpublikums vorausgesetzt, können wir guten Mutes in die neue Spielzeit starten“, so Dirk Lattemann vom Theater Wolfsburg
14:21 21.09.2020
Intendant Dirk Lattemann weiß um die Besonderheiten der bevorstehenden Saison. Er und sein Team setzen daher momentan verstärkt auf eine intensive Kommunikation nach außen, damit das Publikum stets umfassend informiert ist. Foto: Boris Baschin

Die Corona-Pandemie hatte und hat weitreichende Folgen für die Theaterund Kulturlandschaft in Deutschland. Nach und nach zieht nun endlich wieder Leben ein in Theatersäle und Opernhäuser, so auch in Wolfsburg. Das komplette Team am Scharoun Theater Wolfsburg freut sich, wieder öffnen zu können und schaut optimistisch in die Zukunft.

In enger Absprache mit den zuständigen Behörden werden sämtliche Schutz- und Hygienemaßnahmen umgesetzt, sodass sich die Gäste im Haus sicher fühlen können. Dennoch ist die aktuelle Spielzeit 2020/2021 eine Saison mit besonderen Herausforderungen und Unwägbarkeiten.

Theater der Stadt Wolfsburg GmbH

Herr Lattemann, eine besondere Zeit liegt hinter den Wolfsburgern, eine besondere Theater-Spielzeit liegt nun vor Ihnen. Wie lief die Ausarbeitung des Programms angesichts der Corona-Situation? Gab es Unterschiede zu den vergangenen Jahren?

Die Planung der Spielzeit fand schon weit im Voraus statt, als es Corona hier noch nicht gab und niemand davon wusste. Insofern war der Spielplan auch abgeschlossen. Ich wollte mit dem Programm einen Fahrplan aufstellen, der aufgrund der aktuellen Situation in vielen Teilen umgestellt werden muss. Diverse Änderungen, Verschiebungen und auch Absagen finden gerade aktuell statt, auf die wir spontan reagieren müssen. Daher liegt unser Augenmerk nun auch vermehrt auf einer intensiven Kommunikation nach außen, damit unser Publikum stets umfassend informiert ist. Wichtigstes Instrumentarium ist nach wie vor unsere regelmäßig aktualisierte Homepage www.theater.wolfsburg.de

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Wie gehen die Künstler, die Ensembles, mit der momentanen Situation um? Wie ist Ihr Eindruck?

Zum einen müssen die Ensembles ihre Inszenierungen coronagerecht auf die Bühne bringen, zum anderen darf man nicht vergessen, dass sie monatelang nicht proben konnten, woraus sich entweder Verschiebungen oder im schlimmsten Fall sogar Tourneeabsagen ergeben. Sowohl die Anbieter als auch die Abnehmer wie das Scharoun Theater sitzen da im gleichen Boot. Gerade in dieser Lage ist ein fairer Umgang miteinander unerlässlich, und dieser ist zu meiner großen Freude auch deutlich spürbar.

Was hat Ihnen persönlich in der langen Zeit der Corona-Zwangspause am meisten gefehlt?

Das, was den meisten anderen Menschen, in welchem privaten oder beruflichen Umfeld auch immer, ebenso fehlte: die Begegnung und der Kontakt mit anderen Menschen! Genau das ist es doch, wofür Theater im Speziellen steht: der Austausch und Dialog zwischen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Künstlern und dem Publikum.

Welche Spuren hat Corona in der Kultur- und Theaterszene hinterlassen? Welche Langzeitfolgen hat die Pandemie und gab/gibt es auch positive Effekte?

Die Veranstaltungsbranche im Allgemeinen liegt am Boden, es fanden in den letzten Monaten keinerlei Veranstaltungen statt, Aufträge wurden komplett storniert. Viele Firmen und Veranstalter befinden sich in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft in dieser Branche haben werden. Wenn es einen positiven Effekt gibt, dann eine aus der Not heraus entstandene, neu entdeckte Kreativität und Flexibilität im Umgang mit den sich ständig ändernden Voraussetzungen.

Welches ist Ihr persönliches Highlight in der bevorstehenden Spielzeit?

Ich habe viele persönliche Glanzstücke in der Spielzeit, darunter sicherlich vor allem die Schauspiele „Don Quijote“ und „Vater“ des Deutschen Theaters Berlin. Das Highlight dieser Saison bleibt allerdings die alles entscheidende Tatsache, dass wir den Spielbetrieb wieder aufnehmen können.

Ihr Publikum stellt sich sicherlich die Frage nach Einhaltung der Hygiene- und Abstandsbestimmungen, manch einer stellt einen Theaterbesuch in heutigen Zeiten sicherlich in Frage. Was können Sie ihrem Publikum hierzu entgegnen?

Mir ist sehr bewusst, dass es Vorbehalte bei einem Theaterbesuch geben wird. Uns ist es daher immens wichtig, unserem Publikum ein bestmögliches Gefühl der Sicherheit zu geben. Wir kommunizieren den Theaterablauf explizit auf unserer Homepage, sind in regelmäßiger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und den Behörden, haben die Hygienemaßnahmen bestmöglich im Theater umgesetzt und sind mit einer begrenzten Anzahl an Sitzplätzen vor allem hinsichtlich der Abstandsregelung sehr gut aufgestellt. Das Verständnis und die Vernunft unseres Theaterpublikums vorausgesetzt, können wir guten Mutes in die neue Spielzeit starten.

Aufgrund der coronabedingten reduzierten Platzanzahl sind einige Vorstellungen bereits jetzt schon ausverkauft. Aktuelle Informationen unter www.theater.wolfsburg.de

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