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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung „Singen ist gut für die Seele“
00:00 13.06.2019
Der Chor tritt bei vielen Veranstaltungen auf. Foto: Archiv
Gebrüder Stockmann
LSW
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Es ist nicht nur hinsichtlich des Alters eine kunterbunt gemischte Gruppe – auch die sangestechnischen Vorlieben sind in vielen Bereichen völlig unterschiedlich. Trotzdem oder gerade deswegen vollbringen die Sangesbrüder und -schwestern gemeinsam immer wieder Höchstleistungen, für die sie anlässlich des runden Geburtstags sogar die begehrte Zelter-Plakette des Bundespräsidenten verliehen bekommen. „Eine Auszeichnung, die Chor vereinigungen bekommen, die sich um die Chormusik und das Volkslied besonders verdient gemacht haben“, sagt Schriftführerin Andrea Ryll, die sich angesichts der Verleihung gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden Monika Rocholl in Archiven auf die Suche nach alten Dokumenten zur Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Chores gemacht hatte. „Mit Erfolg“, wie die beiden lachend betonen. Denn in einer Dorfchronik über Grußendorf wurden sie schließlich fündig.

Dort steht geschrieben, dass der heutige gemischte Chor 1908 zunächst als Männerchor gegründet wurde. Durch die Kriegswirren kam es dann jedoch 1914 zum Stillstand, bevor sich „Lehrer Eckhardt“ 1919 zur Neugründung als gemischter Chor entschloss. „Leider sind aus dieser Zeit keine Unterlagen mehr vorhanden“, sagt Rocholl. Denn laut Chronik habe sich Grußendorf 1945 den Alliierten Truppen ergeben, die wenige Tage später unter Aufsicht des Kommandanten sämtliche Schulbücher und -hefte sowie Gemeindeakten und mehr verbrannten. Daher sei von der Gründungsurkunde des Chors oder gar alten Sangesbüchern keine Spur mehr.
  

Andrea Ryll (l.) und Monika Rocholl haben in alten Archiven gestöbert. Foto: Stallmann
Andrea Ryll (l.) und Monika Rocholl haben in alten Archiven gestöbert. Foto: Stallmann

„Doch die musikalische Riege ist glücklicherweise geblieben und hat sich kontinuierlich entwickelt“, sagt Ryll mit Blick auf die knapp 20 Sängerinnen und Sänger im Alter von 16 bis 89 Jahren, die sich im 14-tägigen Rhythmus mit Chorleiterin Sieglinde Meier zu den Proben im Dorfgemeinschaftshaus treffen. „Wir treten auf unterschiedlichsten Veranstaltungen auf, veranstalten Konzerte und Feste, gestalten Gottesdienste und versuchen uns an immer wieder neuen – auch englischsprachigen – Liedern“, ergänzt Rocholl, die dem Chor seit mehr als 20 Jahren angehört.

„Vor allem aber sind wir mit einem Riesenspaß bei der Sache, denn Singen ist gut für die Seele.“ Und das soll auch in Zukunft so bleiben. Größter Wunsch dabei: „Wir würden uns riesig über neue Mitglieder freuen, damit wir für ein noch besseres Klangerlebnis neben Sopran, Alt und Bass auch die vierte Stimme, den Tenor, besetzen können“, betont Ryll. (sta)

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