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Home Sonderthemen Aus der Geschäftswelt Steuerrecht: Verbraucher und Unternehmen erwartet in 2021 eine Fülle an Neuerungen
05:41 11.01.2021
Viele Steuerzahler können sich in diesem Jahr auf ein dickes Plus freuen. Foto: pxhere.com

Der Jahreswechsel ist erst wenige Tage her, doch er brachte eine Fülle an rechtlichen und steuerlichen Neuerungen mit sich: Der Solidaritätszuschlag fällt weg, der Mindestlohn ist gestiegen – ebenso wie das Kindergeld und der Grundfreibetrag. Darüber hinaus können Verbraucher in der Steuererklärung höhere Entfernungspauschalen geltend machen und die verbesserten Regeln rund um das Kurzarbeitergeld bleiben auch bestehen.

Seit 1. Januar ist es soweit: Für fast alle Steuerzahler fällt seit diesem Monat die Zahlung des Solidaritätszuschlags weg: 90 Prozent müssen ihn gar nicht mehr bezahlen, 6,5 Prozent zahlen zumindest weniger. „Von der weitgehenden Abschaffung profitieren besonders Steuerzahlende bis zu einer mittleren Einkommenshöhe“, gibt das Bundesfinanzministerium an. „Auf sehr hohe Einkommen ist der bisherige Solidaritätszuschlag unverändert zu entrichten“, heißt es weiter. Das sei der Fall, wenn das zu versteuernde Einkommen über 96.820 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 193.641 Euro (Verheiratete) liegt. Eine Familie mit zwei Kindern und einem Bruttojahreslohn von 151.990 Euro und Alleinstehende bis zu einem Bruttojahreslohn von 73.874 Euro beispielsweise werden keinen Soli mehr entrichten müssen.

Kindergeld und Freibetrag steigen

Freuen dürfen sich Familien außerdem über gestiegenes Kindergeld. Denn für die ersten beiden Kinder bekommen Eltern zukünftig jeweils 219 Euro – also 15 Euro mehr. Für das dritte Kind gibt es 225 Euro und für das vierte 250 Euro. Gleichzeitig erhöht sich der Kinderfreibetrag eines Elternpaares insgesamt auf 8.388 Euro. Darüber hinaus für Familien und Geringverdiener erfreulich: Der steuerliche Grundfreibetrag, also die Summe, bis zu der das Einkommen steuerfrei ist, wird angehoben.

Erhöhung des Mindestlohns

Weiter angehoben wird auch der 2015 in Deutschland eingeführte gesetzliche Mindestlohn, der zum Start bei 8,50 Euro brutto pro Stunde lag und jetzt bei 9,50 Euro pro Zeitstunde liegt. Bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden ergibt das einen Brutto-Monatslohn von mindestens 1653 Euro (9,50 Euro Mindestlohn x 174 Arbeitsstunden).

Das heißt für Minijobber, dass für die Einhaltung der 450 Euro-Grenze die wöchentliche Arbeitszeit gegebenenfalls reduziert werden muss. Möglich wären danach maximal 47 Stunden (genau genommen 47,37 Stunden) im Monat (450,00 Euro durch 9,50 Euro Mindestlohn = 47,37 Stunden). Bei Minijobbern muss die maximale Arbeitszeit unbedingt im Arbeitsvertrag dokumentiert sein, ansonsten gilt nach § 12 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) eine Arbeitszeit von 20 Wochenstunden. Unter Berücksichtigung des neuen Mindestlohns und bei 4,33 Wochen pro Monat wäre dann die 450-Euro-Grenze überschritten.

Steigende Entfernungspauschale

Im Zuge der Spritpreiserhöhung durch die Einführung der CO2-Steuer können viele Arbeitnehmer seit Jahresbeginn eine höhere Entfernungspauschale geltend machen: Ab dem 21.Entfernungs-Kilometer 35 Cent je Kilometer, für Entfernungen bis 20 Kilometer bleibt es bei den bisherigen 30 Cent. Die Entfernungspauschalen gelten unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel. Die Aufwendungen sind auf 4.500 Euro pro Jahr begrenzt. Ein höherer Betrag als 4500 Euro ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer seinen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen PKW nutzt. Führt die erhöhte Entfernungspauschale zu keiner steuerlichen Entlastung, kann der Arbeitnehmer im Zeitraum 2021 bis 2026 eine steuerfreie Mobilitätsprämie beantragen.

Verlängertes Kurzarbeitergeld

Erfreulich für Arbeitnehmer ist außerdem, dass die Sonderregelung zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes (auf 70/77 Prozent ab dem vierten Monat und auf 80/87 Prozent ab dem siebten Monat) bis zum 31. Dezember 2021 verlängert worden ist. Gleichzeitig gelten für die Betriebe die entsprechenden Zugangserleichterungen nach der Ersten Verordnung zur Änderung der Kurzarbeitergeldverordnung (BGBl I S. 2259) weiter. So können Betriebe bereits Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Entgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben. Mit der zweiten Kurzarbeitergeldbezugsdauerverordnung (v. 12.10.2020, BGBl. I S. 2165) wurde die Bezugsdauer für das krisenbedingte Kurzarbeitergeld auf bis zu 24 Monate verlängert. Diese Regelung gilt ebenfalls bis längstens 31.12.2021 fort. sta
  

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