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Wolfsburg
11:42 17.11.2021
Ein Highlight: das Bühnenbild. Fotos: Theaterverein Gifhorn

Vor 130 Jahren als „Musik- und Theaterverein“ von einer Gruppe spiel- und musikfreudiger Gifhorner ins Leben gerufen, hätte der Theaterverein Gifhorn das Jubiläum in diesem Jahr gern besonders begangen. Doch aufgrund der Pandemie ruhten die Aktivitäten weitestgehend – so wirkte es zumindest nach außen. Hinter den Kulissen netzwerkten die Theaterleute erfolgreich mit dem Verein Stellwerk und der Psychiatrischen Tagesstätte Gifhorn. Gemeinsam nutzen sie in Zukunft freie Räume in der Pyritzer Straße. Die Theaterfreunde haben dort nun feste Proberäume, eine Bühne mit Lichttraverse und einen Saal, in dem am festen Standort Aufführungen stattfinden können.
 

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Bleibe gefunden

Nachdem der Theaterverein viele Jahre für seine Aufführungen samt Equipment von Ort zu Ort gezogen ist, stehen durch die „ständige Präsenz“ in der Pyritzer Straße nun ganz neue Möglichkeiten offen. Kulissen müssen nicht mehr für jede Aufführung an einem anderen Standort auf- und abgebaut werden. Wechselnde Probestätten sind passé. Und nicht zuletzt wollen Theaterverein und Tagesstätte dank eigener Backwerkstatt zu den sonntäglichen Theateraufführungen auch Kaffee und Kuchen anbieten.

Die Zeichen stehen auf Aufbruch

Der feste Standort soll es Interessenten auch erleichtern, mit dem Theaterteam in Kontakt zu treten. Interessierte können nach Anmeldung die Proben am Montagabend besuchen – oder in der heißen Phase vor der Premiere auch an den Wochenenden. Geplant ist außerdem ein regelmäßiger Theatertreff, bei dem Mitglieder des Theatervereins künftig in der Tagesstätte anzutreffen sind.

„Wir hoffen, auf diese Weise auch Leute für die Regie, das Bühnenbild oder auch die Technik zu finden“, sagt Peter Futterschneider vom Theaterverein. Die Zusammensetzung des Ensembles lässt nichts zu wünschen übrig – im Vergleich zu anderen Theatergruppen ist auch der Männeranteil in Gifhorn hoch. Viele verschiedene Stücke können mit dem heterogenen Ensemble besetzt werden. Allerdings waren die langen Stillstandzeiten während der Pandemie ein Rückschlag für die Jugendarbeit des Vereins.
 

Fröhliches Ensemble bei „Charleys Tante“.
Fröhliches Ensemble bei „Charleys Tante“.

Programm für alle Altersklassen

Mit dem nächsten Frühjahr beginnt für den Verein daher erst mal eine Zeit der Sondierung: „Wir müssen schauen, wer überhaupt noch für die kommende Spielzeit zur Verfügung steht und natürlich, ob es in den jüngeren Altersklassen neue Interessierte gibt“, sagt Futterschneider.

Das Programm des Theatervereins ist seit jeher vielfältig genug, um Menschen jeglichen Alters anzusprechen. Tradition hat die Komödie im Frühjahr, ein Spezialprogramm zum Altstadtfest und das Märchen in der Vorweihnachtszeit. Daneben gibt es noch vielseitige Aktivitäten in und außerhalb der Region. Thematisch hat der Verein auch immer wieder ungewöhnliche Stücke mit aktuellen Themen im Programm. „Es gibt Bühnen, die spielen nur die Klassiker, wir als Theaterverein Gifhorn möchten aber auch Stücke spielen, die zum Träumen oder Mitmachen anregen“, erklärt Futterschneider, der selbst viele Stücke für den Verein schreibt.

Publikumsmagneten und Erfolgsstücke

Die Beständigkeit des Vereins erklärt Futterschneider mit dem ungebrochenen Interesse des Gifhorner Publikums und natürlich den guten Darstellern und dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder. Auf und ab ging es trotzdem im Laufe der Vereinsgeschichte. 2014 hatte der Verein ein Besetzungsproblem – es gab zu wenige Darsteller im Ensemble, um interessante Stücke spielen zu können. Eine große Idee mit Zugkraft rettete den Verein aus diesem Tief: Für ‚Charleys Tante’ fanden sich neue Mitglieder, um alle Rollen zu besetzen – darunter der damals 16-jährigen Hauptdarsteller.

Auch im nächsten Jahr, wenn es wieder die traditionelle Frühjahrs-Komödie geben wird, will der Theaterverein mit einem brandaktuellen Stück punkten: „Wir sind wieder da!“ spielt hinter den Kulissen eines Amateurtheaters – mit allem, was dazugehört. (MZ)

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