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Wolfsburg
00:05 29.06.2020

Obwohl Andrea Reichstein nach eigener Aussage lieber „aus der zweiten Reihe“ agiert, hat sich die langjährige Schriftführerin des Tierschutzzentrums im Mai der Verantwortung gestellt, beim Tierschutzverein an die Front zu gehen, nachdem die ehemalige Vorsitzende Gabriele Asseburg-Schwalki ihr Amt im Februar dieses Jahres niedergelegt hatte.

Schließlich fühlt sich die 45-Jährige dem Tierschutzzentrum Ribbesbüttel eng verbunden und steht dem Verein bereits seit zwölf Jahren treu zur Seite. Schon als kleines Mädchen habe sie sich immer einen Hund gewünscht, bekam aber einen Wellensittich. Als sie dann in dem Alter war, allein die Entscheidung für die Anschaffung eines Haustieres zu treffen, habe es vom Job „einfach nicht gepasst“. Kurzerhand fing sie schließlich im Jahr 2007 an, als Ausgleich zum ausgefüllten Arbeitsalltag die Hunde des Tierschutzzentrums Ribbesbüttel ehrenamtlich auszuführen.

Eine besondere Freundschaft schloss sie dabei mit Schäferhundmischling Mickey. „Als das Tier im Jahr 2008 zu uns ins Tierheim kam, war er total unsicher“, erinnert sich Reichstein. „Er reagierte sehr ängstlich auf Menschen und andere Tiere.“ Deshalb hat sie sich um den alten Rüden in besonderem Maß gekümmert und ihn schließlich in ihrem modern eingerichteten Zuhause in Leiferde aufgenommen. „Mickey war ein echter Härtefall, deshalb habe ich mit ihm über mehrere Jahre Hundetraining gemacht“, erzählt Reichstein. Mit Erfolg – heute ist der Schäferhund ein in sich ruhender Hund, der nicht nur Freundschaft mit seiner Mitbewohnerin Fenny (7) geschlossen hat, sondern auch keine Angst mehr vor anderen Tieren hat, wenn seine Besitzerin täglich mit ihm durch Leiferde spaziert. Das Training hatte aber auch noch einen weiteren positiven Aspekt: Es entstand ein enger Kontakt zu einer Hundezüchterin. Und als diese von einem Wurf Dobermann-Welpen berichtete, konnte Andrea Reichstein Dobermann-Mädchen Fenny nicht widerstehen. „Letztendlich hat Mickey uns alle zusammengeführt“, freut sich die Wahl-Leiferderin.


Mit beiden Tieren ist sie rundum glücklich in ihrem großzügig geschnittenen Bungalow im Leiferder Neubaugebiet. Das Haus habe ihr und ihrem damaligen Partner gefallen aufgrund der tollen Lage, des Kamins und der Sauna. „Ich habe mich hier von Anfang an wohlgefühlt!“ Dass sie quasi „alleinerziehend“ ist, sieht sie nicht als Nachteil. In der Nachbarschaft wohnt die beste Freundin, von deren Kindern sie auch Patin ist: Tine und Mia gehen bei Andrea Reichstein ein und aus. Und wenn die Zeit durch Job und Vorstandsarbeit knapp ist, kümmern sich die beiden Mädchen liebevoll um die Hunde.

Aber auch ansonsten kann sich die Vorsitzende des Tierschutzvereins nicht über Langeweile beschweren und hat ein gut funktionierendes Netzwerk: Ein toller Freundeskreis und die enge Verbundenheit zum Badminton Verein Gifhorn, in dem die Sportlerin von Kindesbeinen an aktiv ist und lange Zeit im Vorstand mitgearbeitet hat und noch heute an Punktspielen teilnimmt, füllen sie vollends aus. Wenn es die Zeit bei so viel Engagement erlaubt, zieht sich Reichstein auch gern einmal zurück – mit einem spannenden Krimi aufs Sofa, geht joggen oder unternimmt ausgiebige Ausflüge mit ihren Hunden. Und einsam ist man als Hundebesitzer sowieso nie: Hunde führen Mensch einfach zusammen! nip
  

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