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Wolfsburg
14:03 30.04.2021
Fotos: privat (6)

Fast so alt wie die Stadt Wolfsburg selbst ist der TSV Heiligendorf: Seit 75 Jahren schafft der Verein ein wertvolles Freizeitangebot für Menschen in und um Heiligendorf. Mit seinen 800 Mitgliedern – darunter 200 Jugendliche – zählt er zu den größten Sportvereinen der Stadt Wolfsburg und bietet sportliche Vielfalt für alle Altersstufen. Fußball, Tennis, Yoga, Tischtennis, Trimmen, Gymnastik und Turnen sind nur einige der Angebote, die hier wahrgenommen werden können. Aber der Verein ist viel mehr als ein Ort, an dem Sportler jeden Alters zusammenfinden. Hier treffen sich Gleichgesinnte, hier entstehen Freundschaften, hier wird gelernt, Spielregeln zu akzeptieren, mit Siegen und Niederlagen umzugehen, hier ist Teamgeist keine leere Worthülse, hier geht es darum, verschiedenene Charaktere zu akzeptieren und ihnen offen zu begegnen.

Die ersten Ansätze von sportlicher Betätigung in Form von Turnen und Fußball wurden in Heiligendorf schon kurz nach dem 1. Weltkrieg dokumentiert: 1919 wurden zwei Sportvereine gegründet, zunächst der Turnverein Heiligendorf und dann der Fußballverein Viktoria Heiligendorf, die sich 1925 zum Turnverein Heiligendorf zusammenschlossen. Durch die Wirren des 2. Weltkrieges wurde dieser aber zunächst wieder eingestampft. Doch bereits im Februar 1946 wurde der Betrieb wieder aufgenommen und im Frühjahr – der genaue Gründungstage lässt sich aus den Unterlagen nicht mehr rekonstruieren – gründeten einige Sportler den TSV Heiligendorf, bei dem neben Turnen vor allem Fußball ganz klar im Vordergrund stand. Der Verein hatte 31 Mitglieder. Trainiert wurde auf dem „alten Sportplatz“ an der Feldstraße. In den Folgejahren wurde der Verein um eine Feldhandballmannschaft ergänzt und in den Fünfzigerjahren wurde das Sportangebot um eine Tischtennissparte erweitert, wobei das Turnen sich weiterhin als Mitgliederstärkste Sparte etablierte. Zum Übungsbetrieb wurden im Wechsel die Säle der Vereinslokale genutzt.

Der Verein wurde stetig größer, die Mitgliederzahlen stiegen an. Das Sportangebot wurde in den Sechzigerjahren um eine Gymnastiksparte und eine Faustballsparte erweitert. Zudem wurde der erste Vereinsbus angeschafft und im Jahr 1972 wurde der Verein Mitglied im zukünftigen Stadtsportbund. Sportliche Erfolge zeichneten sich ab: Unter anderem schaffte die 1. Herrenmannschaft den Sprung in die Erste Kreisklasse und wurde sogleich Kreissportbundpokalsieger.

1974 erfolgte die Einweihung der Mehrzweckhalle und des Lehrschwimmbeckens. Der Übungs- und Wettkampfbetrieb fanden ab sofort im Sportzentrum statt. Nach der Gründung der Tennissparte wurde in den Achtzigerjahren auch eine vereinseigene Tennisanlage erstellt, auf der 1990 schließlich– nach vierjähriger Bauzeit in Eigenleistung - das lang geplante Funktionsgebäude seiner Bestimmung übergeben wurde.

Mittlerweile hat der Verein darüber hinaus unter anderem einen eigenen Kunstrasenplatz und zahlreiche Sparten machen von ihren sportlichen Erfolgen über die Stadtgrenzen hinaus von sich Reden. Zudem hat der Verein sein Angebot entsprechend der Wünsche seiner Mitglieder stetig erweitert und angepasst: Von Aquapower über Fußball, Tennis und Eltern-Kind-Turnen bis hin zu Yoga ist beim TSV Heiligendorf mittlerweile alles möglich.


Doch die Zeichen der Zeit sind auch am TSV Heiligendorf nicht spurlos vorüber gezogen: „Das gesellschaftliche Zusammenleben hat sich in den vergangenen Jahren enorm verändert, und natürlich hinterlassen solche fundamentalen Veränderungen in der Gesellschaft ihre Spuren in einem Sportverein“, erklärt Kurt Gerloff. „Die fortschreitende Digitalisierung hat das gesellschaftliche Zusammenleben in den vergangenen Jahren enorm verändert. Nicht selten ziehen Tablet und Co. schon im Kindesalter in die Kinderzimmer ein. Der Sport kommt dadurch häufig zu kurz“, bringt es der erste Vorsitzende des Sportvereins auf den Punkt. Insbesondere Jugendliche hätten ihre Freizeitgestaltung weitestgehend auf elektronische Medien ausgerichtet. „Diese Chancen versuchen wir zu nutzen durch die Einbeziehung sozialer Netzwerke wie Facebook und Instagram“, so Gerloff. Aber genauso wichtig sei es, traditionelle Werte wie Gemeinschaftsverbundenheit und Fairness zu vermitteln und zu pflegen.