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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Von aussen Mausoleum, von innen ein Museum
00:00 08.05.2018

Jahrzehntelang ruhten in dem 1874 erbauten Mausoleum die sterblichen Überreste von Familienmitgliedern der Adels-Familie von Campe.

Wer aus Isenbüttel Richtung Calberlah unterwegs ist, wird sicherlich schon mal über den Straßennamen Mausoleumsweg „gestolpert“ sein. Tatsächlich führt die Sackgasse zu einer historischen Grabstätte, die auf einer Anhöhe in einem kleinen Waldstück versteckt liegt. Um das historische Baudenkmal ranken sich über den Efeu hinaus auch zahlreiche Gerüchte und Spukgeschichten von unterirdischen Gängen vom einstigen Gutshaus in die Gruft sowie von Knochen und Uniformknöpfen aus der Napoleonischen Zeit.

Fakt ist: Jahrzehntelang ruhten in dem 1874 erbauten Mausoleum die sterblichen Überreste von Familienmitgliedern der Adelsfamilie von Campe, die das einstige Gut in Isenbüttel bis ins Jahr 1935 bewirtschaftete. Viele Jahre hatten die Gutsbesitzer das Recht auf Bestattung in der alten Kirche. Mit dem Neubau der Kirche (1872–1874) kam es zum Streit, das Bestattungsrecht erlosch, das bewegte die von Campes dazu, eine eigene Familiegrabstätte zu errichten.

Einziges Überbleibsel aus der alten Grabkammer ist der gemeißelte Epitaph der Adelsfamilien.
Einziges Überbleibsel aus der alten Grabkammer ist der gemeißelte Epitaph der Adelsfamilien.

Gemeinde rettete das Mauseoleum vor dem Verfall

Nach dem Abriss des Gutshauses im Jahr 1972 und der Umsiedlung der Campes nach Mecklenburg verfiel das Mausoleum mehr und mehr. Deshalb war es keine Frage, nachdem die Familiengruft im Jahr 1987 durch Schenkung der Erben in den Besitz der Gemeinde übergegangen war, umfassend zu sanieren. Die Arbeiten an dem Bau waren allerdings nicht immer angenehm: Da ständig in die Grabkammer eingebrochen wurde, war sie zwischenzeitlich zugemauert worden. Und durch die Hochwasserproblematik war die Gruft mehrfach überflutet worden. Bei der Öffnung bot sich ein desolates Bild zerstörter Zinksärge und loser liegender Gebeine. Damit das nicht wieder vorkommt, wurde das Gebäude gegen steigendes Wasser gesichert. Ein Isenbütteler Holzkünstler rekonstruierte die Holztäfelung des Deckengewölbes und der Fensterläden. Die schmiedeeisernen Treppengeländer, Kupferbleche und in alter Handwerkstechnik neu mit Kalk verfugten Backsteine stellen den Originalzustand weitgehend wieder her. Einziges direktes Überbleibsel aus der alten Grabkammer ist der gemeißelte Epitaph der Adelsfamilien. Im eigentlichen unterirdischen Gruft raum entstand ein gefliester Raum.

Das Mausoleum kann nach Absprache besichtigt werden. Dazu können sich Interessierte mit der Gemeinde Isenbüttel unter 05374 8871 in Verbindung setzen. nip

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