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Home Sonderthemen Sonstiges Von sicher bis riskant
14:38 08.11.2019
FOTOS: STOCK.ADOBE.COM/JOZSITOEROE

Von Stefan Winter  

Wenn nichts schiefgehen darf

In der Geldanlage steigt mit der Rendite das Risiko – mit einer kleinen Ausnahme: Schuldentilgung ist absolut sicher und spart meist mehr Zinsen, als mit einem Anlageprodukt zu verdienen wären. Bevor man also die Zehntelprozente beim Tagesgeld jagt, wird mit dem Ersparten besser ein Kredit zurückgezahlt. Und noch eine sichere Sache: Wenn der Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt, sollte man sie mitnehmen – ärmer kann man dabei nicht werden. Wer keinen Cent riskieren will, landet bei den klassischen Sparprodukten, die allerdings nur noch minimale Zinsen bringen und oft nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen. In diese Kategorie fallen etwa Tages-, Termin- und Festgeld sowie Sparbriefe und -pläne. Letztere haben den Charme, dass man überhaupt anfängt, regelmäßig zu sparen – das ist schließlich die Voraussetzung, um irgendwann über Anlage nachzudenken. Die höchsten Zinsen in diesem Bereich bieten oft Banken aus dem Ausland, bei denen man auf die Einlagensicherung achten sollte: In der EU sind 100 000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. In einer schweren Krise könnte aber die Finanzkraft des jeweiligen Heimatstaates darüber entscheiden, ob und vor allem wie schnell diese Garantie erfüllt werden kann.


45 Prozent der Deutschen nutzen Sparbuch oder Spareinlagen als Geldanlage.


Ertrag (fast) ohne Kursrisiko

Große Anleger, die auf Sicherheit achten müssen, investieren viel Geld in festverzinsliche Wertpapiere wie etwa Anleihen mit guter Bonität. Anleihen – auch Rentenpapiere genannt – bieten eine festgelegte regelmäßige Verzinsung, und am Ende der Laufzeit, die von zwei Jahren bis zu Jahrzehnten reichen kann, gibt es den Nennwert zurück. Zwischen der Ausgabe und der Rückzahlung schwankt der Kurs. Anleihen guter Bonität sind jedoch bereits sehr teuer und bringen kaum Rendite, teilweise ist sie sogar negativ – man bekommt also weniger heraus, als man hineingesteckt hat. Doch Anleihen gehören dank der festen Rückzahlung am Ende der Laufzeit – vorausgesetzt, der ausgebende Staat oder das Unternehmen gehen nicht pleite – zu den sichereren Anlagen. Auch kapitalbildende Lebensversicherungen sind vor Ausfall geschützt, Neuverträge bringen allerdings nur noch bescheidene Renditen. Eine flexible Alternative für konservative Anleger sind geldmarktnahe Fonds, die dank kurzer Laufzeiten der enthaltenen Wertpapiere relativ wenig schwanken.

Ein Sonderfall in der sicherheitsorientierten Geldanlage ist das eigene Haus. Sein großer Vorteil ist das mietfreie Wohnen, wenn die Kredite abgezahlt sind – das ist ein Stück Sicherheit gerade für die Rentenjahre, wenn ohnehin weniger Geld zur Verfügung steht. Ob sich die eigene Immobilie unterm Strich auch als Geldanlage lohnt, hängt jedoch extrem von der Marktentwicklung, der Lage und der Bausubstanz ab. Unterm Strich ist das eigene Haus mehr Projekt als Geldanlage.


Für 48 Prozent ist Sicherheit der wichtigste Aspekt bei der Geldanlage.


Chance auf mehr

Je früher man mit dem Sparen anfängt, desto mehr kann man riskieren – es bleibt notfalls mehr Zeit, Wertverluste über die Jahre wieder auszugleichen. Damit rücken Aktien und vor allem Aktienfonds ins Blickfeld. Wichtig bei allen Anlagen rund um die Aktie ist, dass man das Geld nicht zu einem bestimmten Termin brauchen wird – denn niemand weiß, wo dann die Kurse stehen werden, zu denen man verkaufen müsste. Auf lange Sicht hat sich die Investition in Unternehmen – nichts anderes bedeuten Aktien oder Aktienfonds – als Geldanlage bewährt. Die Dividenden der Unternehmen, also der Anteil des Sparers am Gewinn, werden meist automatisch in weiteren Fondsanteilen angelegt.

Die für den jeweiligen Fonds festgelegte Strategie entscheidet über die Zusammensetzung und die Risiken. Ob und wann die Fondsmanager ihr Geld wert sind – darüber gehen die Meinungen auseinander. Sogenannte ETF-Fonds kommen ohne Manager aus, was Gebühren spart: Hier wird automatisch die Wertentwicklung eines bestimmten Index abgebildet, zum Beispiel des Dax oder des MSCI World. Die Verbraucherzentralen empfehlen ETFs als „Geldanlage für Faule“. Wer das Risiko klein halten will, wählt einen möglichst breit zusammengesetzten Fonds, der Aktien aus vielen Branchen und Weltregionen vereint. Standardwerte großer Konzerne zu bündeln hat den angenehmen Nebeneffekt, dass sich auch Laien etwas unter den großen Namen vorstellen können. Es gibt auch Mischfonds, die zum Beispiel Aktien und Anleihen kombinieren.



18,62 Millionen Deutsche besitzen einen Bausparvertrag.


Ertrag mit Risiko

Je enger man den Kreis in der Aktienanlage zieht, desto größer werden Chancen und Risiken. Hier kommt es langsam auf den Mix an – also das Ersparte auf sichere und riskantere Anlagen zu verteilen. Der erste Schritt wäre, einen Fonds mit einem bestimmten Anlageschwerpunkt zu wählen. Er könnte sich zum Beispiel auf Technologiewerte konzentrieren, auf eine Branche, einen bestimmten Unternehmenstyp oder auf Weltregionen mit hohem Wirtschaftswachstum. Der nächste Schritt ist dann der Kauf einzelner Aktien, wobei man sich ein wenig eigenes Urteilsvermögen zutrauen sollte – den „todsicheren Tipp“ für die Börse haben auch die besten Anlageberater nicht parat. Nur für risikobereite Anleger kommen auch Zertifikate infrage. Mit ihnen beteiligt man sich am Erfolg – oder Misserfolg – eines anderen Börsengeschäfts. Der Reiz kann darin liegen, an komplizierten Anlagestrategien teilzuhaben, die für Kleinanleger sonst nicht zugänglich sind. Deshalb sind sie aber auch schwer zu durchschauen. Als 2008 die Investmentbank Lehman pleiteging, verloren viele deutsche Kleinanleger Geld mit Lehman-Zertifikaten. Als Teil des Anlagemixes kommt auch Gold infrage – aber nur als Teil, denn das oft als „sicher“ gepriesene Gold schwankt stark im Preis und bringt weder Zins noch Dividende. Sein Vorzug: Meist bewegt es sich gegenläufig zu anderen Werten, gewinnt also in schwierigen Zeiten.


8,31 Millionen Deutsche besitzen Aktien.


Alles oder nichts

Spätestens hier wird Geldanlage zum Hobby. An hochspekulative Anlagen sollte man sich nur heranwagen, wenn man sich selbst ein fachliches Urteil zutraut und im Fall der Fälle auch die Konsequenzen tragen kann: Auch ein Totalverlust muss zu verkraften sein. In diese Kategorie gehören hochspekulative Anleihen. Wer etwa Schwellenländern sein Geld leiht, kann dafür immer noch Zinsen von 6, 7 oder mehr Prozent Rendite bekommen – holt sich damit aber auch entsprechende Ausfall- und Wechselkursrisiken ins Depot.

Ähnlich ist es mit Aktien-Nebenwerten – also Beteiligungen an einzelnen kleineren Unternehmen, die vielleicht auf einem aussichtsreichen Feld aktiv sind, aber auch scheitern können. Chance und Risiko steigen noch durch sogenannte Optionen. Dabei kauft man nicht das eigentliche Wertpapier, sondern zum Beispiel das – billigere – Recht auf Kauf oder Verkauf zu einem bestimmten Zeitpunkt. Es ist eine Wette auf die Kursentwicklung, die hohen Gewinn oder hohen Verlust bringen kann.

In den vergangenen Jahren kamen auch sogenannte atypische Investments in Mode. Das sind Anlageobjekte, die mit dem Finanzmarkt nichts zu tun haben – Oldtimer, Kunst, Schmuck, neuerdings sogar Sneakers. Immer wieder haben solche Sammelobjekte mit ihren Wertsteigerungen konventionelle Geldanlagen weit abgehängt. Das gilt aber immer nur für bestimmte Stücke aus dem jeweiligen Bereich, nicht für alle. Zudem können die Preise stark schwanken, und sie orientieren sich oft an der allgemeinen Wirtschaftslage: Geht es konjunkturell abwärts, schwindet auch die Bereitschaft, Geld in Schönes zu investieren


Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg

Wer sich mit dem Thema Geldanlage beschäftigt, sollte einige grundlegende Begriffe kennen.                                   FOTO: STOCK.ADOBE.COM/JOYFOTOLIAKID
Wer sich mit dem Thema Geldanlage beschäftigt, sollte einige grundlegende Begriffe kennen.                                   FOTO: STOCK.ADOBE.COM/JOYFOTOLIAKID

Von Stefan Winter  

- Aktie: Mit dem Wertpapier kauft man einen winzigen Anteil am jeweiligen Unternehmen – vor allem an seinem Gewinn. Ein Teil von ihm wird als Dividende unter den Aktionären verteilt. Außerdem wird die Aktie an der Börse gehandelt, schwankt also im Wert.

- Anleihe: Mit ihr verleiht man Geld an ein Unternehmen oder einen Staat, die dafür einen festgelegten Zins zahlen. Am Ende der ebenfalls festgelegten Laufzeit bekommt der Anleger den Nennwert der Anleihe zurückgezahlt. Während der Laufzeit wird die Anleihe jedoch an der Börse gehandelt und schwankt im Wert.

- Fonds: Die Fondsgesellschaft kauft verschiedene Wertpapiere und fasst sie nach bestimmten Kriterien zusammen. Anleger kaufen Anteile an diesen Fonds.

- Geldmarkt: In diesem Teil des Finanzmarkts werden kurzfristige Geldanlagen mit Laufzeiten von einem Tag bis zu rund zwei Jahren gehandelt.

- Nachhaltige Geldanlage: Die Anbieter legen Kriterien fest, nach denen das Geld der Kunden angelegt wird. Oft werden etwa Rüstungsprojekte und CO2-intensive Industrien ausgeschlossen, dafür gibt es dann aber wiederum einen Schwerpunkt bei Umwelttechnologien. Das sagt jedoch nichts über Rendite und Risiko der Geldanlage – sie kann so gut oder schlecht sein wie jede andere auch.

- Negativzins: Weil Banken seit einigen Jahren eine Gebühr zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, nehmen manche für große Guthaben ihrer Kunden ebenfalls eine Gebühr.

- Rating: Sogenannte Ratingagenturen beurteilen das Ausfallrisiko von Wertpapieren beziehungsweise die Kreditwürdigkeit der Unternehmen und Staaten dahinter.

- Rendite: Der Gesamtertrag kann sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzen – bei der Aktie zum Beispiel aus Kursentwicklung und Dividende. Alles zusammen im Verhältnis zum eingesetzten Geld ergibt die Rendite als Prozentsatz.

- Realzins: Der Zins vermehrt das Ersparte – das aber gleichzeitig durch Inflation an Wert verliert. So ist ein Sparzins unter der aktuellen Rate von knapp 1,5 Prozent zwar besser als nichts. Real, also nach Abzug der Inflation, schrumpft das Gesparte aber trotzdem.
       

UTE HAMMER
UTE HAMMER

Assistenzsystem ist kein Ersatz

Ein Zukunftsszenario: Alle Fahrzeuge sind so programmiert, dass Mitfahrende beim Einsteigen jede Verantwortung abgeben dürfen und letztlich chauffiert werden wie in einer U-Bahn. Automatisierung und Vernetzung kennen weder Müdigkeit noch Ablenkung, vermeiden aber Kollisionen. Busse und Lastwagen werden vermutlich die Ersten sein, die definierte Strecken autonom bewältigen. Dennoch sieht die aktuelle Situation bei den Fahrzeugen noch anders aus: Die meisten verfügen über wirksame Assistenzsysteme, die aber tatsächlich „nur“ assistieren, während der Fahrer Herr des Geschehens bleibt. Erst auf der nächsten Stufe, dem hochautomatisierten Fahren, dürfen sich Personen am Steuer zeitweilig auch fahrfremden Tätigkeiten zuwenden. Sie müssen jedoch ständig bereit sein, bei Bedarf unverzüglich zu übernehmen. Diese Stufe der Automatisierung birgt auch Schwierigkeiten: Probleme wie Langeweile während der Fahrt bei gleichzeitiger ständiger Abrufbereitschaft warten weltweit auf Lösung. Noch ist die Technik nicht so weit, dass zum Beispiel komplexe Situationen in einer Stadt von hochautomatisierten Serienfahrzeugen gemeistert werden könnten. Eine Welt mit Fahrzeugen, die auf allen Straßen fahrerlos mit uns unterwegs sind, ist also noch Zukunftsmusik. Lassen Sie sich bis dahin von den vielen Begrifflichkeiten nicht irritieren. Fahrzeuge werden zukünftig mehr können – wichtig ist, dass Sie stets wissen, welche Systeme Ihr Fahrzeug besitzt, was sie leisten und was sie nicht leisten – und vor allem: welches Verhalten zwingend von Ihnen erwartet wird.

Ute Hammer, Geschäftsführerin Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR)



Stick schließt nicht alle Lücken

Tools und Möglichkeiten, sich beim Surfen im Netz zu schützen, empfinden weniger technikaffine Nutzer oft als zu kompliziert. Der iCloak Stik soll nahezu jeden Computer kinderleicht zur abgesicherten Arbeitsstation machen – mithilfe eines USB-Sticks. Diesen kann man einfach in den Rechner stecken und nach einem Neustart soll man schon geschützt sein. Der iCloak Stik liefert ein Betriebssystem inklusive Software. Laut Hersteller werden auf dem genutzten Computer keine Spuren hinterlassen. Experten kritisieren, dass der Stick auf frei verfügbaren Open-Source-Technologien basiert. Man sei also nicht komplett vor Sicherheitslücken gefeit.

Auf der sicheren Seite: Matratzen sollte man vor dem Kauf immer ausprobieren. Das ist auch per Schnelltest im Geschäft möglich.                FOTO: CHRISTIN KLOSE/DPA
Auf der sicheren Seite: Matratzen sollte man vor dem Kauf immer ausprobieren. Das ist auch per Schnelltest im Geschäft möglich.                FOTO: CHRISTIN KLOSE/DPA

Von Simone Andrea Mayer  

Die Matratze, auf der dünne wie dicke, große wie kleine Menschen gut schlafen können – das war so was wie ein Skandal in der Matratzenwelt. Die Branche wetterte gegen die Produkte, die vor einigen Jahren gerade von Online-Start-ups neu auf den Markt gebracht wurden. Auch Warentester kritisierten falsche Werbeversprechen. Bislang: In einer Stichprobe der Stiftung Warentest von „One fits all“-Matratzen schneidet keine schlechter als „befriedigend“ ab.

Die Matratze Emma One sowie die baugleiche Elements von Dunlopillo erzielen mit der Note 1,7 den Testsieg. Sie eignen sich, wie der Hersteller verspricht, auch laut Stiftung Warentest für jeden Körpertyp. Daneben aber holen noch vier weitere Matratzen die Note „Gut“: Essential Mattress von Caspar (2,2), Bodyguard Weich von Bett1 (2,3,), Thomas von Badenia (2,5,) und die Matratze von Snooze Project (2,5).

Die weiteren acht Modelle erzielen immerhin die Endnote „Befriedigend“. Schaut man sich für diese Produkte die Testpunkte im Detail an, zeigt sich, dass auch sie in weiten Teilen bei den Aspekten Druckverteilung, Lageänderungswiderstand und Schulterklappeneffekt „gut“ bis „sehr gut“ sind. Punktabzug gab es indes, weil mal Rückenschläfer, mal Seitenschläfer nicht ausreichend von der Matratze abgestützt werden. Das gilt bei manchen der „befriedigend“ bewerteten, aber auch für zwei der „guten“ Matratzen.

Eine Matratze, die auf den Schlafenden abgestimmt ist, verteilt das gesamte Körpergewicht gleichmäßig und verhindert so die Entstehung von Druckstellen. Daher sehen Matratzen zwar weitgehend gleich aus, ihr Innenleben aber ist bei traditionellen Matratzenherstellern je nach Körpergröße, -bau und -gewicht des Schläfers unterschiedlich. Allgemein lässt sich sagen, dass die Matratze weicher sein sollte, wenn die Person leicht ist – und härter für schwere Körper.

Die meist noch jungen Anbieter der „One fits all“-Produkte sehen das anders. Sie versprechen, mit nur einem Innenleben alle Schläfer gut bedienen zu können. Anfangs fielen diese Modelle bei vielen Warentests noch durch, so langsam zeigt sich aber eine Trendwende. Bereits im letzten Jahr fanden sich bei einer Stichprobe von Matratzen einige Modelle, auf denen die meisten Menschen in Rücken- und Seitenlage gut schlafen können („test“-Ausgabe 3/2018).

Ob bei einer Onlinebestellung oder beim Kauf im Handel: Es läuft immer auf Probeliegen hinaus. Die Matratze sollte in der Seitenlage so stützen, dass die Wirbelsäule gerade ist.

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