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Home Sonderthemen Sonstiges Von wegen dumm: Als Wachhund ein Ass
07:30 09.12.2019
Fotos: Pavel Klimenko/123RF, vtorous/123RF, denisnata/123RF, Ruslan Grigoriev/123RF

Lautstark schnatternd und dumm: Dieses Vorurteil über die Gans ist weit verbreitet. Für die Beleidigung „Du dumme Gans“ müssen Frauen und Mädchen seit Jahrhunderten herhalten. Das ist diskriminierend und zeugt nicht gerade von hoher Intelligenz. Denn was viele nicht ahnen: Die Tiere sind im Gegenteil durchaus klug.
    

Fotos: Pavel Klimenko/123RF, vtorous/123RF, denisnata/123RF, Ruslan Grigoriev/123RF
Fotos: Pavel Klimenko/123RF, vtorous/123RF, denisnata/123RF, Ruslan Grigoriev/123RF

Gänse sind dumm und teilen sich uns lautstark und ununterbrochen mit, heißt es. Schon vor Tausenden von Jahren bezeichnete man das vermeintlich so ausufernde Mitteilungsbedürfnis der Gans als „blödes Geschnatter“. Johann Wolfgang von Goethe zum Beispiel, anerkanntermaßen einer der größten deutschen Dichter, prägte einst den Spruch: „Junge Gänschen sehen so altklug aus, besonders um die Augen, so vielgelebt, und werden doch mit jedem Tag wie größer, so dümmer.“
    

Doch objektiv gesehen gibt es keinen Grund, Gänse als dumm zu bezeichnen. Sie fühlen sich in der Gemeinschaft mit ihresgleichen sehr wohl, wie sich zurzeit auf den Gänsewiesen Anfang Dezember anschauen lässt. Sie besitzen also eine ausgeprägte soziale Intelligenz und man höre und staune: Die ist vergleichbar mit derjenigen von Menschen. Wer sich noch nie damit beschäftigt hat, wird es kaum vermuten: Gänse merken sich die Vorlieben ihrer „Gspänli“, aber auch, wer wen mag oder nicht. Und sie können sogar Menschen wiedererkennen. Das schaffen nur wenige Tiere.
    

Fotos: Pavel Klimenko/123RF, vtorous/123RF, denisnata/123RF, Ruslan Grigoriev/123RF
Fotos: Pavel Klimenko/123RF, vtorous/123RF, denisnata/123RF, Ruslan Grigoriev/123RF

Um ein schlaues Federvieh handelt es sich also bei der Gans. Sogar das unbeliebte Geschnatter lässt sich sinnvoll einsetzen. Gänse reagieren nämlich sehr sensibel auf Gefahren und warnen zuverlässig ihre Artgenossen. So kamen sie auch beim Menschen zum Einsatz, um vor Eindringlingen mit lautem Geschnatter zu warnen. Der Legende nach nutzte man schon sehr früh die Dienste der Gänse – zum Beispiel anno 390 vor Christus, als die Stadt Rom von den Galliern angegriffen wurde.

Der Angriff der Gallier auf die Stadt erfolgte der Überlieferung nach, als deren Bewohner noch schliefen. Die Gänse der Stadt hätten dann aber Alarm geschlagen, sodass Marcus Manlius die nötigen Verteidigungsmaßnahmen einleiten konnte. Seither genossen die Gänse bei den Römern besondere Verehrung.
    

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