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Home Sonderthemen Neues aus Gifhorn und Umgebung Wanderungen durch die wilde Küche
11:45 04.10.2019

Wildkräuter wachsen im Wald und auf der Wiese, aber auch gleich vor unserer Haustür: in Gärten und Parks, zwischen Gehwegplatten und am Straßenrand. Sich mit ihnen zu beschäftigen und ihren Nutzen kennenzulernen liegt so nahe – und erscheint den meisten Menschen doch so fern wie eine neumodische fernöstliche Meditationsform. Wozu sich mit Wildkräutern befassen, wenn es Bio schon im Supermarkt gibt, Medizin gegen jedes erdenkliche Wehwehchen aus der Apotheke kommt und Pflegeprodukte aus Pflanzenextrakten ohne Mineralölderivate doch naturbelassen genug sind? Dabei sprechen viele gute Gründe dafür, unsere heimischen Wildkräuter kennenzulernen – wenn man erst einmal einen Zugang zu ihnen gefunden hat! Bei dem kann Petra Nadolny mit ihrer KräuterSchmiede helfen. „Ich möchte Menschen die Natur näherbringen, weil wir ein Teil davon sind. Ich möchte sie bei Wanderungen, in Vorträgen und in Seminaren auf Kräuter aufmerksam machen, an denen sie oft achtlos vorbeieilen oder sie als Unkraut aus dem Beet ziehen“, beschreibt sie ihre Motivation. Denn Wildkräuter können in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens eine Bereicherung sein: bei der Ernährung, für die Gesundheit und die Körperpflege – als ganz natürlicher Wellnessfaktor.
  

Zentrum für Zahngesundheit Dr. Imberg & Kollegen

Naturerkenntnis ist Selbsterkenntnis

Dabei geht es der Kräuterexpertin nicht nur um Wildkräuter allein. Sie ist überzeugt davon, dass die Natur noch mehr Heilsames zu bieten hat: „Waldbaden und Achtsamkeit sind heute in aller Munde. Daraus wird ein Hype gemacht, obwohl es eigentlich nichts Besonderes ist. In der Natur können wir lernen, unsere Sinne wiederzuentdecken, die wir im Alltag oft nur eingeschränkt nutzen. Rund um die Uhr lassen wir uns beschallen und selbst Gerüchen sind wir häufig in geballter Form ausgesetzt. Bei einem achtsamen Spaziergang durch die Natur können wir nicht nur unsere Sinne, sondern auch uns selbst wieder wahrnehmen, das Oberflächliche und vor allem den Stress hinter uns lassen.“
  

Ein Leben mit der Natur

Großes Interesse an der Natur hatte Petra Nadolny schon immer, aber zunächst lag ihr Schwerpunkt bei Tieren. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin, eröffnete ein Geschäft für Futterkräuter und hielt dort Seminare zu diesem Thema ab. Später absolvierte sie verschiedene Ausbildungen zur Heilpflanzen-(Phyto-)Therapeutin, zur Bioresonanztherapeutin und zur Aroma-Fachfrau. Irgendwann sagte sie sich: „Was mir selbst hilft, wird wohl auch anderen helfen“, und gründete 2012 die KräuterSchmiede in der Hammerstein-Siedlung.

Wilde Küche und Co

Dort veranstaltete sie zunächst Kräuterwanderungen, bei denen sie mit ihren Kunden Wildkräuter sammelt und sie als ‚wilde Küche‘ zubereitet. Sie erweiterte nach und nach ihr Angebot um Seminare zur Wildkräuterpädagogik, die besonders Kindergärtnerinnen gerne besuchen, sowie Online-Kurse zur Phyto- und Gemmotherapie für Mensch und Tier. Sogar Weiterbildungen für Heilpraktiker und Ernährungsberater bietet Petra Nadolny an, aber noch immer hat sie viele Ideen, die sie gerne umsetzen möchte: „Mein Wunsch ist, dass das hier ein Ort wird, wo man die Gartenpforte hinter sich schließt und sagt: Hier mache ich etwas nur für mich.“ Zu ihren Kunden, darunter viele Wiederholungstäter, gehören vorwiegend gesundheitsbewusste Frauen aus der Stadt. „Von Landbewohnern höre ich öfter mal den Spruch ‚Ich bin doch kein Kaninchen‘“, sagt sie lachend.
  

- 08.11. Grundkurs Räuchern
- 23.11. Basisseminar Aromapflege

Anmeldung unter kraeuterschmiede.de

Wildkräuter im Garten sind den meisten Hobby-Gärtnern ein Gräuel. Aber wenn sie schon mal da sind, kann man die als „Unkraut“ verunglimpften Gewächse doch auch sinnvoll nutzen, oder? Petra Nadolny hat dafür jede Menge Tipps parat:
  

Giersch
Während vielen Gartenbesitzern der Schweiß ausbricht, wenn sie Giersch in ihren Beeten entdecken, weil er wegen seines festen Wurzelwerks nur schwer zu bekämpfen ist, gerät die Kräuterexpertin ins Schwärmen: „So ein leckeres Kraut! Das kann man in der Küche wie Petersilie verwenden.“ Ihr Tipp für den nächsten Sommer: erfrischende Giersch-Limonade! „Ein paar Stile Giersch wringen, damit sie aufbrechen, und in Apfelsaft und gepresster Zitrone einige Stunden ziehen lassen. Anschließend mit Mineralwasser auffüllen.“

Beifuß
„Beifuß bringt die Säfte im Körper zum Fließen und ist speziell für Frauen ein tolles Heilkraut“, weiß Petra Nadolny. Außerdem wird es gerne als Gewürz beim Gänsebraten verwendet, denn es hilft bei der Fettverdauung.
  

Hagebutte
Die Hagebutte ist ein prima Vitamin-C-Spender. Die in der Schale enthaltenen Galaktolipide helfen bei der Behandlung von Arthrose. Die Früchte am besten im Ganzen trocknen und erst kurz vor dem Aufguss als Tee zerdrücken.

Efeu
Die Blätter sollte man nicht essen, denn sie sind giftig für den Menschen. Dafür eignen sie sich prima als Waschmittel oder in Öl eingelegt als Pflegeprodukt für die Haut.

Löwenzahn
Blätter, Blüten und Stängel vom Löwenzahn kann man einfach abpflücken und essen. Dieses Gewächs ist wegen seiner Bitterstoffe ein Segen für die Verdauung und leitet Giftstoffe aus dem Körper aus. Vorsicht bei zeitgleicher Medikamenten-Einnahme: Auch deren Wirkung kann durch Löwenzahn vermindert werden!

Spitzwegerich
Diese Pflanze hilft prima gegen Husten: Beim Kauen des Blattes legt sich ein schleimiger Film über die Atemwege. Am besten erntet man Spitzwegerich im Sommer. Vermischt mit Honig ist er ein gut haltbares Erkältungsmittel, da beides antibiotisch wirkt.
  

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