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Home Sonderthemen Sport/Vereinsleben Was für ‛ne Nummer!
22:33 16.08.2017
Zahlensalat: Pablo Thiam (rechts) und Rick Hoogendorp (2. v. r.) trugen drei verschiedene Nummern.
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von Matthias Soiné

20 Jahre Fußball-Bundesliga – da ist für den VfL Wolfsburg an Zahlen einiges zusammengekommen. 680 Spiele, 261 Siege, 169 Unentschieden, 250 Niederlagen, 1029 Tore, 1003 Gegentore, 952 Punkte, 1310 Gelbe, 33 Gelb-Rote und 30 Rote Karten etwa. Dazu eine ordentliche Portion Nummern. Denn die Rückennummern, die bei den Grün-Weißen seit dem Aufstieg 1997 vergeben wurden, hätt en genau für vier Mannschaften gereicht – es waren 44. Als der VfL den Sprung ins Oberhaus schaff te, war das System fester Rückennummern im deutschen Fußball noch frisch. Erst zur Spielzeit 1995/96 war es eingeführt worden, einer Saison mit geradezu revolutionärem Anstrich, weil sie auch die Umstellung auf die Drei-Punkte-Regelung und auf drei Auswechslungen brachte, zudem die Einführung der Coaching Zone. Vorbei ist es seitdem mit der positionsbezogenen Nummerierung von 1 bis 11, wie sie einst jeder schon vom Bolzplatz kannte. Gut für den Wiedererkennungswert bei Fans und Medien, individuelle Wünsche von Spielern und das Merchandising. Einige der Ur-Zahlen erfreuen sich bei den Profi s immer noch großer Beliebtheit. So unterstreichen Stammkeeper ihren Status gern mit der 1, Abwehrchefs neigen zur 5, Spielmacher sind scharf auf die 10 und bei Sturmspitz en steht die 9 hoch im Kurs. Generell ging es auf den Trikotrücken aber höher hinaus: Karlsruhes Andreas Görlitz avancierte 2 007/08 z um Rekordhalter, a ls e r d ie 7 7 wählte – eine Reminiszenz an die Rockband Room 77, deren Frontmann Görlitz bis heute ist.

Wolfsburgs Berufskicker hielten den Ball bei den Rückennummern- Höhenflügen flacher. Giovanni Sio, 2011/12 einer der zahllosen Neuzugänge der zweiten Felix-Magath-Ära, trug mit der 44 die höchste, jemals beim VfL vergebene Nummer. Und damit dürfte er in dieser Beziehung auch Wolfsburgs Rekordmann bleiben. Denn um ein allzu wildes Nummernspiel zu verhindern, hatt e die DFL den Vereinen von Anfang an nahegelegt, eine durchgehende Rücken-Nummerierung vorzunehmen, so dass die höchste Rückennummer in Relation zur tatsächlichen Größe des Spielerkaders steht. Und mit Beginn der Saison 2011/12 führte die DFL dann sogar ein Verbot für (neu zu vergebende) Rückennummern jenseits der 40 ein – höhere Ziffern werden seitdem nur noch in Ausnahmefällen genehmigt. So wie seinerzeit im unglaublich aufgeblähten VfL-Kader à la Magath, weshalb in Internet-Foren gewitz elt wurde, ob der 41. Spieler dann die Nummer 40a tragen müsse...

Bei der Wahl der Wunsch-Ziffer spielen für die meisten Fußballer persönliche Gründe eine Rolle. Andere warten mit überraschenden Begründungen auf. Legendär, wie Maik Franz 2001 nach seinem Wechsel zum VfL seine Entscheidung für die 33 erklärte: „Drei mal drei ist sechs. Eigentlich wollte ich die Nummer 6 haben, aber die war schon besetz t.“ Originell auch, wie Nicklas Bendtner 2014 erläuterte, warum er in Wolfsburg mit der 3 die niedrigste Stürmer-Rückennummer der Liga-Geschichte wählte: „Ich habe meiner Mama die Liste mit allen Nummern gezeigt, die beim VfL noch frei waren. Sie hat gesagt, ich soll die 3 nehmen. Warum, weiß ich auch nicht.“

Überraschungen birgt auch die Hitliste der beliebtesten Rückennummern aus 20 Jahren Wolfsburger Bundesliga-Geschichte: Mit der 11 ist tatsächlich nur eine aus der guten, alten Zeit dabei – die früher dem Linksaußen vorbehaltene Ziffer wurde von zwölf VfLern getragen, aktuell ist es Daniel Didavi. Gleichauf liegt nun allerdings die vermeintlich wenig spektakuläre 16 – dank des gerade erfolgten Wechsels von Jakub Blaszczykowski (bisher mit der 14) zu seiner Lieblings-Nummer, die er seit 2004 bei allen Vereinen (Krakau, Dortmund, Florenz) trug und seit 2008 auch in der Nationalmannschaft trägt. Blaszczykowski war in Wolfsburg längst nicht der Einzige, der die Zahl wechselte. Rick Hoogendorp (20, 25, 19), Cédric Makiadi (41, 15, 18), Roy Präger (7, 22, 34) und Pablo Thiam (2, 6, 27) werden mit sogar drei verschiedenen Ziff ern geführt.

Dass es für einen Berufsfußballer Wichtigeres gibt, als die verbissene Beschäftigung mit dem Thema Rückennummer, weiß auch Maxi Arnold, der seit seinem Bundesliga-Debüt 2011 mit der 27 unterwegs ist. Auf die Frage, ob er nach dem Abgang von Spielmacher Diego nicht heiß auf die begehrte 10 sei, meinte Wolfsburgs Publikumsliebling 2014 gewohnt trocken: „Ob 10 oder 27, macht für mich keinen Unterschied – Hauptsache, ich spiele!“

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