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Wolfsburg
11:22 02.08.2021
Das Handwerk bietet Jugendlichen in den unterschiedlichsten Bereichen positive Zukunftschancen. FOTO: TSD

Handwerk hat goldenen Boden – so heißt es. Und die Corona-Krise hat definitiv dazu geführt, dass es im Handwerk regelrecht boomt. Doch leider ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Auftragsbücher der Handwerksunternehmen sind so voll, dass Kunden oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Schuld daran ist der akute Fachkräftemangel – der auch in der Region Gifhorn/Wolfsburg deutlich zu spüren ist.

Vielen Betrieben fällt es nicht nur in der Corona-Krise schwer, ausreichend Mitarbeiter zu finden. Kunden müssen deshalb oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen, den Betrieben entgehen Aufträge. Ein weiteres Problem: Zulieferer haben Schwierigkeiten, Material zu liefern, was die Handwerksbetriebe zusätzlich vor Herausforderungen stellt.

LSW

„Das Handwerk verzeichnet einen sehr hohen Fachkräftebedarf“, weiß Ulf Steinmann, Leiter der Agentur für Arbeit. Aktuell seien in Wolfsburg 184 und in Gifhorn 143 Arbeitsstellen im Handwerk vakant. Demgegenüber stehen 164 Arbeitslose mit einem Zielberuf im Handwerk in Wolfsburg und 300 Arbeitslose in Gifhorn. „Es fehlt einfach an Bewerbern.“ Da das Handwerk ein sehr breites Spektrum sei, könne man jedoch leider nicht eins zu eins „ matchen“. „ Ab einer Relation von drei Arbeitslosen auf eine Stelle spricht man bereits von einem Fachkräfteengpass“, erläutert Steinmann.

Ganz ähnlich verhält es sich auf dem Ausbildungsmarkt. 177 freie Ausbildungsplätze (von 733) wurden in Gifhorn und 451 (von 1172) in Wolfsburg gemeldet. Während es in Gifhorn mit 241 mehr Bewerber als Ausbildungsplätze gibt, gibt es in Wolfsburg nur 148 Bewerber. Offene Ausbildungsplätze für 2021 gibt es in nahezu allen Handwerksberufen. Unter anderem gibt es Vakanzen in den Bereichen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Dachdecker, Energie- und Gebäudetechnik, Friseur, Kraftfahrzeugmechatronik – Personenkraftwagentechnik, Maler- und Lackierer-Handwerk, Gestaltung und Instandhaltung, Metallbauhandwerk, Werkzeugmechanik, Fliesenleger, Maurer, Glaser, Zimmerer, Straßenbau, Zahntechnik, Restaurantfachleute, Bäcker/Konditor und viele mehr! Die Auftragsbücher der Betriebe sind gut gefüllt, Jobperspektiven für Handwerker ungebrochen positiv. Ein wichtiges Kriterium für Schulabgänger oder Menschen, die vor einer beruflichen Veränderung stehen. „Es gibt also vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten in unserer Region“, fasst es Steinmann zusammen. Ebenso biete das Handwerk gute Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. „Jugendliche wissen viel zu wenig über die vielfältigen und zukunftssicheren Möglichkeiten im Handwerk“, so Ulf Steinmann. Es gebe zahlreiche Handwerksberufe mit Karriereoption, die denen eines Studiums in nichts nachstehen.

Trotz der Corona-Krise verzeichnet das Handwerk eine gute Auftragslage und damit sehr gute Arbeitsmarktchancen. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen war das Handwerk kaum von Kurzarbeit betroffen. „Zwar gab es in einzelnen Bereichen, beispielsweise im Frisurenhandwerk, Einschränkungen, da vor allem im Bereich der Privatkunden aufgrund der Kontaktbeschränkungen keine Arbeiten ausgeführt werden konnten, gesamt betrachtet erwies sich die Handwerksbranche jedoch relativ krisensicher“, fasst Steinmann zusammen. (nip)

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