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Home Sonderthemen Gesundheit/Pflege Weniger Zucker – mehr Wohlbefinden
00:00 13.11.2018
© Khosrow Rajab Kordi/123RF

Wer hätte das gedacht? 80 Prozent aller Lebensmittel, die in Supermärkten verkauft werden, enthalten mittlerweile Zucker. Kein Wunder also, dass Verbraucher Zucker oft einnehmen, ohne es zu bemerken. So stecken etwa in Kondensmilch (100 ml) satte 54 Gramm von dem Stoff , in einer Portion Fertig-Müsli (60 g) 15 und in einem Glas Rotkohl (700 g) sogar 78. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen seit 2015 eine tägliche Menge von gerade mal 25 Gramm. Das entspricht nur sechs Teelöffeln. Tatsächlich aber schaufeln und schütten die Menschen täglich viermal so viel in sich hinein, also 100 Gramm.

Gestörter Stoffwechsel

Dass diese tägliche Überdosis dick macht, Karies verursacht und die Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2 fördert, weiß jeder. Neuerdings wird zu hoher Zuckerkonsum aber auch mit Alzheimer in Verbindung gebracht. „Ein gestörter Zuckerstoff wechsel gilt als Schlüsselfaktor bei der Entstehung“, erläutert Sascha Brandenburger, Experte für Gesundheitsförderung bei der Krankenkasse mhplus. Deshalb wird Alzheimer von Forschern auch als „Typ-3-Diabetes“ bezeichnet.


Weitere Krankheiten, die durch dauerhaft zu viel Zucker ausgelöst oder zumindest befördert werden, sind Verdauungsstörungen, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Depressionen und sogar Krebs. Wie die Zusammenhänge bei diesen Leiden im Einzelnen sind, erfahren interessierte Leser auf der Internetseite www.achtung-zucker.de.

Leckere Alternativen

Um eine Trendwende einzuläuten, empfehlen Gesundheitsexperten oft eine sogenannte Zuckerdiät. Denn nach einer solchen Entziehungskur schmeckten Naschereien oft viel zu süß, sodass Verbraucher oft automatisch zu Lebensmitteln mit natürlichem Zuckergehalt wie Obst griff en. Prinzipiell benötige der Körper ohnehin gar keinen Zucker. Zwar sei Glukose, also Traubenzucker, ein wichtiger Energielieferant für Gehirn, Organe und Muskeln. Der menschliche Körper könne den Stoff aber aus Kohlenhydraten zum Beispiel in Getreide oder Kartoffeln selbst herstellen.

Mehr Energie

Weniger Zucker bedeute mehr Wohlbefinden. Menschen, die ihren Zuckerkonsum bewusst reduziert haben, wissen das laut der Experten längst. Sie schwärmen von mehr Energie und besserer Laune. Menschen mit einer Zucker-Gewöhnung kann man übrigens durchaus als „Zucker- Junkies“ bezeichnen, denn sie zeigen das gesamte Spektrum einer Abhängigkeit: Es kommt zu starkem Verlangen, Heißhunger und Entzugserscheinungen, wenn der „Stoff “ nicht verfügbar ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Zucker-Sucht aber keine echte Substanzabhängigkeit, sondern eine reine Gewöhnung. Die sollte man sich schnell abtrainieren. Und zwar zum Wohle der eigenen Gesundheit. (akz-o)

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