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Home Sonderthemen Gesundheit/Pflege Wenn das Rückgrat schmerzt
16:35 14.03.2018
Fast jeder Dritte in Deutschland klagt mindestens einmal im Jahr über Rückenbeschwerden.

Fast jeder dritte Deutsche klagt mindestens einmal pro Jahr über Rückenschmerzen. Damit ist diese Art von Schmerzen eine der am weitverbreitetsten überhaupt. Doch woher kommt das? Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach: Fast die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland arbeitet mittlerweile im Sitzen und verbringt somit die meiste Zeit des Tages in einer für den Rücken schädlichen Haltung.

Nur noch fast zehn Prozent arbeiten körperlich und stärken damit ihre Muskulatur. So erhalten sie die notwendige Bewegung, die einer schädlichen Haltung vorbeugend entgegenwirken kann. Auch wenn körperliche Arbeit keine Garantie für einen gesunden Rücken ist – denn besonders das Heben schwerer Gegenstände kann den Rücken ebenfalls schädigen –, so ist langes Sitzen am Schreibtisch eine der größten Quellen für Fehlhaltungen, die schmerzhafte Folgen haben können. 

Daher ist es umso wichtiger, gut zu sitzen, aber vor allem regelmäßig den Arbeitsplatz zu verlassen, um ein paar Schritte zu gehen und die Rückenmuskulatur zu stärken. Denn eine Ursache für einen schmerzenden Rücken ist das Erschlaffen der Muskulatur infolge von zu geringer Beanspruchung und falscher Haltung. Durch ein gezieltes Rückentraining kann dem entgegengewirkt werden und Schmerzen können verhindert werden.

Übrigens: Entgegen der landläufigen Meinung, die Leute würden falsch sitzen, zeigen laut AOK aktuelle Studien, dass es kein falsches Sitzen gibt, sondern dass einseitiges und zu langes Sitzen Verspannungen fördern, die dann schließlich in Rückenbeschwerden enden können. Bei den heutigen Betätigungsfeldern vieler Berufstätiger gehört langes Sitzen dazu. Im Büro, im Auto, aber auch nach Feierabend zu Hause wird zu viel und zu einseitig gesessen. Wer also auf eine regelmäßige Bewegung und eine stete Veränderung der Sitzhaltung achtet, kann schmerzhaften Verspannungen vorbeugen.

Doch wie funktioniert gutes Sitzen? Man sollte einige Grundregeln beachten. Die Sitzposition sollte von Zeit zu Zeit verändert werden. Auch gilt es, in regelmäßigen Abständen das Körpergewicht abwechselnd von der einen auf die andere Gesäßhälfte zu verlagern und zudem hin und wieder ein Hohlkreuz zu bilden. Rücken-Geschädigte nutzen die Gelegenheit, mit den Kollegen zu sprechen, indem sie dort hingehen anstatt zum Telefonhörer zu greifen. Der Rücken dankt für diese Abwechslung. Gut ist es auch, falls möglich, in der Mittagspause ein paar Schritte zu gehen. Man merkt, dass auch die Konzentration und das allgemeine Wohlbefinden nach einem kurzen Spaziergang besser wird.


Richtige Entscheidung treffen

Betroffene wissen: Mit Rückenschmerzen ist nicht zu spaßen

Im schlimmsten Fall muss ein Arzt aufgesucht werden. Barmer-GEK
Im schlimmsten Fall muss ein Arzt aufgesucht werden. Barmer-GEK

Die meisten kennen das: Wenn der Rückenschmerz auftaucht, verkrampft sich der ganze Körper – und das verschlimmert den Schmerz. Anstatt die Zähne zusammenzubeißen, sollte man laut Expertenmeinung eine Tablette nehmen, die schmerzende Stelle warm halten, Stufenlagerung oder/und vorsichtig dehnen bzw. mobilisieren. Bei Nervenreizung (Ischias) kann auch Kälte gut tun – meist spürt man selbst, was man gerade braucht. Durch diese Maßnahmen sollten die Schmerzen nach drei bis vier Tagen abgeklungen sein. Nicht zu empfehlen ist übrigens Bettruhe – denn der Rücken braucht Bewegung.

Und wann ist ein Arztbesuch fällig? Bei solchen Begleiterscheinungen sollte man einen Mediziner aufsuchen:
• vorangegangener Unfall
• bewegungsunabhängige Schmerzen
• schlechter Allgemeinzustand
• starke Lähmung/Taubheit • Verdacht auf oder bekannte Vorerkrankung (Osteoporose, Krebs, Rheuma …)

Der Hausarzt wird – ebenso wie der Orthopäde – zuerst nach der Krankheitsgeschichte fragen: Er eruiert, seit wann die Schmerzen bestehen, wie und wann sie zum ersten Mal auftauchten und was dagegen schon unternommen wurde. Er wird nach sonstigen Krankheiten fragen – auch in der Familie –, nach dem Lebensstil, Belastungen, Beruf, Bewegung und Schlaf. Für dieses Gespräch sollte sich der Arzt Zeit nehmen. Danach wird er Wirbelsäule, Muskulatur und Gelenke untersuchen, um festzustellen, wo Blockaden und Schmerzen bestehen. Wenn nötig, wird er letztlich zur genaueren Diagnose an einen Orthopäden überweisen.


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