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Wolfsburg
22:00 31.03.2021
Foto: AndreyPopov/ iStock.com

Offizielle Statistiken zur Schwerhörigkeit in Deutschland gibt es nicht. Dennoch gehen Experten davon aus, dass hierzulande mehrere Millionen Menschen schlecht hören. Betroffen sind nicht nur Ältere – immer häufiger trifft es auch Kinder und junge Menschen. Unbehandelt kann Schwerhörigkeit weitreichende Folgen haben. Wann ein Hörgerät helfen kann, weiß Carsten Sellmer, Gesundheitsexperte der IDEAL Versicherung.

Brauche ich ein Hörgerät?

Der HNO-Arzt überprüft mit verschiedenen Hörtests Lautstärken-, Frequenz- und Sprachhörfähigkeit. Außerdem untersucht er den Gehörgang und das Trommelfell. Die Therapie ist dann abhängig von der Ursache der Schwerhörigkeit – denn nicht immer ist gleich ein Hörgerät notwendig. Liegt der Schwerhörigkeit eine Krankheit wie eine Mittelohrentzündung zugrunde, muss diese entsprechend behandelt werden.

Ohr-Concept

Ist das Innenohr geschädigt, kann ein Hörgerät helfen – selbst wenn die Schwerhörigkeit noch sehr leicht ist. „Wer erst spät zu einem Hörgerät greift, bei dem verschlechtert sich das Hörvermögen. Denn: Bleiben akustische Reize aus, nimmt zunehmend die Fähigkeit ab, diese auch als Worte zu verstehen. Es findet eine sogenannte Hörentwöhnung statt – Betroffene verlernen geradezu die Wahrnehmung und die Akzeptanz gegenüber Lautstärke. Zudem leidet dann in der Regel auch das Sprachverstehen“, erklärt der Experte.

Kommt das Hörgerät zu spät zum Einsatz, muss das Gehirn daher erst wieder neu lernen, Töne zu interpretieren. Geräusche werden dann auch meist als zu laut empfunden, weshalb Betroffene das Gerät ungern tragen. Dadurch entsteht eine Negativspirale.

Das passende Hörgerät finden

Deshalb ist es wichtig, frühzeitig und regelmäßig ein verordnetes Hörgerät zu tragen. Um ein individuell passendes Gerät zu finden, das den eigenen Wünschen und Vorstellungen entspricht, hilft ein Hörgeräteakustiker. Es gibt analoge und digitale Varianten, die sich in der Signalverarbeitung unterscheiden. „Digitale Geräte haben den Vorteil, dass der Schall in elektrische Informationen umgewandelt wird und nur relevante Signale weitergeleitet werden. Das minimiert Umgebungsgeräusche“, weiß Sellmer. Daher sind heutzutage fast nur noch digitale Hörgeräte erhältlich. Hier gibt es zwei Gerätearten: Sogenannte Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO) und In-Ohr-Hörgeräte (IO). Bei ersteren liegt das Bauteil aus Mikrofon, Prozessor und Batterie hinter der Ohrmuschel. Ein dünner Plastikschlauch mit Silikonstöpseln verstärkt dann die Schallwellen in den Gehörgang. Oder ein ganz feines Kabel überträgt akustische Signale auf einen externen Hörer (RIC), der in Trommelfellnähe sitzt und verstärkte Schallwellen produziert. Bei den IO-Geräten sitzt das komplette Hörgerät im Gehörgang.

Mund-Nasen-Schutz: eine Herausforderung

Träger von Hörgeräten stellt eine Maske vor Herausforderungen. Zum einen schluckt die Maske den Schall: Und zwar bis zu drei bis vier Dezibel bei einer medizinischen Maske und sogar bis zu 12 Dezibel bei einer FFP2-Maske. „Ein wichtiger Ansprechpartner ist dann der Hörgeräteakustiker. „Er kann das Hörgerät nachjustieren, sodass Betroffene auch bei einem größeren Abstand und mit Mundschutz ihren Gesprächspartner noch gut verstehen können“, weiß der Experte. Des Weiteren können sich die Bänder der Maske beim An- und Absetzen im Hörgerät verhaken. Das Gerät kann so verrutschen oder die Träger können es gar unbemerkt verlieren. Sellmer empfiehlt, sich beim Absetzen Zeit zu nehmen, damit sich das Hörgerät nicht in den Bändern verfängt und es durch ruckartiges Ziehen herausfällt.

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