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Home Sonderthemen Sonstiges Wie verteidige ich mich selbst?
10:24 13.11.2018
FOTO: ROCK_THE_STOCK/STOCK.ADOBE.COM

1. Ein ausgelassener Abend mit Freunden. Es ist spät geworden und Sie laufen allein nach Hause. Eine alkoholisierte Gruppe nähert sich Ihnen von hinten, Sie fühlen sich unwohl. Was tun Sie nicht? 
(a) Sie kreuzen die Straße im 90-Grad-Winkel und halten nach beleuchteten Hauseingängen Ausschau. Wenn Sie einen finden, gehen Sie darauf zu und läuten. 
(b) Sie beschleunigen Ihr Tempo, gehen weiter Ihren Weg und zücken Ihr Handy, um notfalls Hilfe rufen zu können.
(c) Sie machen deutlich, dass Sie keine leichte Beute sind, drehen sich um und fragen, warum die Gruppe Ihnen folgt.

2. Sie waren zu langsam. Die Gruppe hat Sie eingeengt und bedrängt Sie. Was also tun Sie nicht?
(a) Laut um Hilfe rufen.
(b) Kreischen, so laut es geht.
(c) Drohen, die Polizei zu rufen.

3. Die Gegenüber zeigen sich unbeeindruckt, einer von ihnen greift Sie nach mehreren Provokationen an. Sie sondieren so schnell es geht die Lage: Wo befinden Sie sich? Wo liegen Ihre Fluchtwege und welches sind Ihre Optionen? Was tun Sie danach?
(a) Ausweichen.
(b) Angreifen.

4. Dem Angreifer gelingt es, Sie in seine Gewalt zu bekommen. Welche ist die empfohlene Reaktion?
(a) Sie schlagen zu allen Seiten um sich, in der Hoffnung, den Täter zu treffen.
(b) Sie versuchen, den Täter zu schocken, indem Sie laut und plötzlich schreien, ihm eine Ohrfeige verpassen oder ihn stark und fest treten.
(c) Sie bieten dem Täter einen Deal an.

5. Das hat geklappt: Sie konnten sich befreien. Allerdings wissen Sie, dass Sie nicht fliehen können, weil die anderen in der Überzahl sind. Und Sie wissen, dass Sie nicht weiter nur ausweichen können. Sie gehen zum Angriff in Notwehr über. Wen greifen Sie am besten an?
(a) Den am nächsten Stehenden.
(b) Den schwächsten.
(c) Den Anführer der Gruppe.

6. Sie wissen, dass dieser Angriff am besten in seine K.-o.-Zonen zielen muss. Zunächst zielen Sie in das Gesicht. Welche dieser Stellen ist keine K.-o.-Zone?
(a) Die Augen (Stechen mit den Fingern).
(b) Die Ohren (seitlicher, beidseitiger Schlag mit den flachen Handoberflächen).
(c) Die Nase (Schlag mit Handballen von unten).
(d) Der Mund (frontaler Schlag mit Faust).

7. Sehr gut, das hat geklappt. Als Nächstes zielen Sie auf die unteren K.-o.-Zonen. Welche zwei gehören nicht dazu?
(a) Die obere Bauchregion (frontaler Schlag mit Faust).
(b) Die untere Bauchregion (frontaler Schlag mit Faust).
(c) Die Genitalien (frontaler Schlag oder Tritt).
(d) Der Oberschenkel (Tritt).

8. Auch das hat gesessen. Sie wissen, dass Sie Pfefferspray dabeihaben. Bisher konnten Sie dieses nicht nutzen – jetzt schon. Dürfen Sie dieses rechtlich zur Notwehr einsetzen?
(a) Ja.
(b) Ja – aber nur, wenn die Gefahrensituation weiterhin akut ist.
(c) Nein.

Nein heißt Nein – auch im Job

Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt, sie gehört geahndet. Nein heißt Nein! Das ist seit Jahr und Tag Gewerkschaftsmotto, wenn es um dieses Thema geht. In Deutschland hat jede oder jeder Zweite sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz schon einmal gesehen oder selbst erlebt. Das rührt auch daher, weil die Arbeitgeber zu wenig tun. Zwar sind sie gesetzlich verpflichtet, dagegen vorzugehen. Doch es klafft eine Riesenlücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Es gibt Unternehmen, die das Thema offensiv angehen, die Berliner Verkehrsbetriebe etwa. Der Vorstand positioniert sich klar, die Betriebsräte leisten Aufklärungsarbeit, präventiv gibt es Schulungen für Führungskräfte und Beschäftigte, für Betroffene sind Ansprechpartner klar benannt.

Aber für die Mehrheit der Unternehmen ist das Thema tabu. Fragt man nach, verweisen große Konzerne auf Broschüren und Verhaltenskodizes. Dabei bräuchte es klare Regeln, transparente Beschwerdeverfahren und deutliche Sanktionen. Wer andere belästigt, muss mit Abmahnung, Versetzung oder Kündigung rechnen. Betriebsvereinbarungen können für Transparenz und Handlungssicherheit sorgen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine entsprechende Mustervereinbarung vorgelegt. Doch laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat nur ein Viertel der Arbeitgeber eine solche Betriebsvereinbarung abgeschlossen.

Wo es keine betrieblichen Strukturen gibt, können unabhängige Anlaufstellen hilfreich sein, an die sich Opfer sexueller Belästigung wenden können.

Elke Hannack ist stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Polizeiliche Spurensicherung: In Deutschland wird im Schnitt alle vier Minuten irgendwo eingebrochen. Opfer sollten stets die Ermittler alarmieren. PICTURE ALLIANCE / DPA
Polizeiliche Spurensicherung: In Deutschland wird im Schnitt alle vier Minuten irgendwo eingebrochen. Opfer sollten stets die Ermittler alarmieren. PICTURE ALLIANCE / DPA

Von Sophie Hilgenstock

Eine zersplitterte Scheibe, eine aufgebrochene Tür, eine verwüstete Wohnung sind die ersten untrüglichen Anzeichen dafür, dass Fremde in das eigene Heim eingedrungen sind. Wer diesen Verdacht hat, erfährt erst mal einen Schock. Dennoch sollten Betroffene keinesfalls unüberlegt oder übereilt handeln.

Die zunächst wichtigste Prämisse lautet: Ruhe bewahren und den Rückzug antreten. Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, warnt ausdrücklich davor, die Wohnung oder das Haus allein zu betreten. „Alarmieren Sie stattdessen sofort die Polizei unter dem Notruf 110 und warten Sie auf das Eintreffen der Beamten.“ Außerdem sei es wichtig, dass am Tatort nichts verändert wird, sagt Schmidt. Das bedeutet: Fassen Sie nichts an, beseitigen Sie keine Spuren und fangen Sie nicht an, aufzuräumen oder gar sauber zu machen.

Sobald die Polizei den Tatort betreten und gesichert hat, sollten Sie den Einbruch dokumentieren, damit Sie ihn bei der Versicherung melden können. Dazu machen Sie Fotos vom Zustand der Wohnung, von den Beschädigungen und den Einbruchsspuren und legen eine detaillierte Stehlgutliste an. Grundsätzlich wird empfohlen, im Haushalt eine Wertgegenstandsliste zu führen und wichtige Kassenbons aufzuheben.


110 den Notruf der Polizei sollten Opfer eines Einbruchs sofort nach Entdecken der Tat wählen.


„Die Schäden nach einem Einbruch übernimmt die Hausratversicherung“, sagt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Ersetzt werden der Wiederbeschaffungspreis für gestohlenes oder irreparables Inventar, die Reparaturkosten für beschädigtes Inventar und eine Wertminderung bei beschädigten, aber noch uneingeschränkt nutzbaren Gegenständen.“ Voraussetzung dafür, dass die Versicherung zahlt, ist eine Anzeige bei der Polizei – es ist also in jedem Fall sinnvoll, die Beamten zu rufen.

Von der Polizei erhalten Sie eine Tagebuch- oder Vorgangsnummer, die Sie an die Hausratversicherung weitergeben. Erst wenn sicher ist, dass Polizei und Versicherung vor Ort alles Nötige dokumentiert haben, können Sie mit den Aufräum- und Reparaturarbeiten beginnen.

Smarte Helfer für die Urlaubszeit

Im Smarthome-Zeitalter lassen sich zu Hause vernetzte Geräte von jedem beliebigen Ort aus per Handy-App steuern. Wer nicht ständig manuell die Uhrzeit variieren will, stattet seine smarten Rollläden zusätzlich mit einem Sonnenlichtsensor aus. Smarte Bewegungsmelder registrieren nicht mehr nur die Anwesenheit von Personen oder Tieren, sondern informieren ihre Besitzer per Push- Nachricht, sobald sie Bewegungen in ihrem Umfeld registrieren. Einige Modelle sind in Kombination mit einer Sicherheitskamera auch dazu in der Lage, Videoaufzeichnungen anzufertigen.

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